0:1-Pleite für Agyemang und seine Wedeler beim Wiedersehen mit der TuS

Der Frühling hat auch die Sportanlage der TuS Dassendorf gefunden. Foto: BOLZJUNGS
TuS Dassendorf – Wedeler TSV 1:0 (1:0)
Oberliga, Nachholspiel des 21. Spieltags (Mo., 02.04.18, 13.00 Uhr)
 

Schnell wird jedem Zuschauer der Oberliga-Partie zwischen der TuS Dassendorf und dem Wedeler TSV klar, welcher Akteur bei diesem Aufeinandertreffen im Mittelpunkt steht: Eric Agyemang. In der Dassendorfer Stadionzeitung „Steilpass“ wird der heutige Wedeler Stürmer und ehemalige Dassendorfer im Vorwort von TuS-Sportchef Jan Schönteich als „unsere Legende Eric“ betitelt. Der Stadionsprecher verkündet vor dem Anstoß bei seiner Durchsage auf Seiten der Gäste den Spieler mit der Rückennummer elf als „The One and Only“. Der 38-jährige Agyemang selbst, der für die Dassendorfer in 90 Partien stolze 74 Treffer erzielte und weitere 23 vorbereitete, zeigte sich über den Empfang und die freundlichen Worte der Gastgeber sichtlich erfreut. „Ich freue mich immer, zurückzukommen. Ich wurde äußerst herzlich empfangen“, sagte Agyemang nach der Partie, die sein TSV mit 0:1 verlor.

Hatte in seiner Dassendorfer Zeit mehr zu bejubeln: Eric Agyemang. Foto: Bode

Für den gebürtigen Ghanaer war es seit seinem Wechsel von der TuS Dassendorf nach Wedel im Sommer 2016 das erste Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub, bei dem Agyemang auf der Dassendorfer Anlage auflaufen konnte. „Ich war jedes Mal verletzt oder krank. Auch heute habe ich mich körperlich nicht gut gefühlt, aber diese letzte Chance wollte ich mir nicht nehmen lassen“, erklärte Agyemang, für den nach dieser Spielzeit mit seiner aktiven Karriere Schluss ist. Der ehemalige Profi von Erzgebirge Aue, dem 1. FC Magdeburg und Arminia Bielefeld möchte sich künftig mehr seinem Beruf und seiner Familie widmen. Die letzte Chance, seiner TuS einen Gegentreffer einzuschenken, nutzte der Mittelstürmer nicht.

TuS mit vielen Chancen – doch nur Agyemangs Dassendorf-Nachfolger trifft

Die Auswärtspartie bei Spitzenreiter Dassendorf, der auf heimischen Geläuf noch ohne Punktverlust ist, gestaltete sich für den TSV als schwierig. Von Beginn an erspielte sich die TuS viele Chancen. Maximilian Dittrich (4., 8.), Sven Möller (9.) und Samuel Louca (19.) blieben allerdings erfolglos. Der Gastgeber drückte die Wedeler tief in die eigene Hälfte, wurde seiner Favoritenrolle gerecht – und ging in der 25. Spielminute in Führung. Nach einem weiten Einwurf von Pascal Nägele von der rechten Seite verlängerte der vorgerückte Kapitän Joe Warmbier mit dem Kopf auf den am zweiten Pfosten stehenden Marcel von Walsleben-Schied – Agyemangs Nachfolger im TuS-Sturm -, der den Ball aus drei Metern über die Linie beförderte. Fortan drückte der Tabellenerste weiter aufs Gaspedal, kam aber nicht zum zweiten Treffer. Dittrichs Schuss parierte TSV-Schlussmann Stefan Steen stark (31.). Erst in der 37. Minute kamen die Gäste zu ihrer ersten guten Gelegenheit. Toptorschütze Marcus Richter lief zum Freistoß an, die Dassendorfer Mauer machte den Ball scharf. Doch das Spielgerät flog über die Querlatte. Kurz vor der Pause erhielt Wedels Agyemang wegen Meckerns in Richtung Schiedsrichter dann die Gelbe Karte.

Nach dem Wiederanpfiff wurde die Partie ruhiger. Die Dassendorfer verwalteten die knappe 1:0-Führung souverän, wenn auch ohne die ansehnlichen Spielzüge, wie es sie im ersten Abschnitt noch zu Genüge gegeben hatte. Erst in der 74. Minute wurde es wieder hitzig. TuS-Linksaußen Dittrich wurde von TSV-Keeper Steen zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter Enis Mejahdi (TuS Germania Schnelsen) entschied auf Freistoß und die Rote Karte – zu hart, da gleich drei Wedeler Abwehrspieler in der Nähe waren und hätten eingreifen können. Neben Steen musste auch Wedels Trainer Jörn Großkopf seinen Posten räumen. Der Übungsleiter hatte sich lautstark beschwert. So blieb es beim knappen, aber verdienten 1:0-Erfolg der TuS Dassendorf.

„Wir haben das heute anständig gemacht. Von uns hat man hier doch nicht viel erwartet. Wir waren personell eng besetzt, da kann ich der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Wir hätten einen Punkt verdient gehabt“, sagte Agyemang nach dem Schlusspfiff. Mit einem Tor gegen seinen Ex-Klub wird es in der Oberliga also nichts mehr. Die letzte Chance gibt es für ihn eventuell im ODDSET-Pokal. Wedel zog durch einen 3:2-Erfolg beim VfL Lohbrügge ins Halbfinale ein, Dassendorf könnte ihnen mit einem Sieg gegen den TSV Buchholz 08 folgen. „Vielleicht sieht man sich ja dann noch einmal dann auf dem Feld“, sagte Agyemang grinsend, bevor es ihn zu seinen ehemaligen Mannschaftskollegen in das Vereinsheim zog.

TuS: Tholen; Warmbier, Lenz, Carolus; Louca, Dettmann; Thomas, Möller (88. Ladendorf), Nägele, Dittrich (80. Steinfeldt); von Walsleben-Schied (76. Müller)
Wedel: Steen; Najjar, Wilckens, Eibl, Eggers; Lee (76. Marten), Rörström, Moslehe, Richter; Jeske (85. Roesler); Agyemang