4:3 gegen Kosova: Voran Ohe gelingt in einem irren Spiel der fünfte Sieg in Serie

Hoch hinaus! Ohes Munib Saqib (weiß) bejubelt seinen Treffer zum 2:0. Georg Demircan (li.) und Terry Schmidt lassen die Köpfe hängen. Foto: Herzog

FC Voran Ohe – Klub Kosova 4:3 (3:1)
Landesliga Hansa, 9. Spieltag (Fr., 21.09.18, 19.30 Uhr)

Es lief die fünfte Minute der Nachspielzeit in der Landesliga-Partie zwischen dem FC Voran Ohe und dem Klub Kosova. Beim Stand von 3:3 beförderten die Hausherren den Ball ein letztes Mal vor das gegnerische Gehäuse. Von der rechten Seite schlug Jens Schenkenberg das Spielgerät in den Strafraum, wo Yannik Andersson die Kugel aufs Tor schoß. Der Abschluss wurde aber geblockt, sodass Fabian Stritzke den Ball abschirmen konnte und das Spielgerät genau vor die Füße von Sebastian Kaufmann landete. Der aufgerückte Innenverteidiger nahm Maß und drosch den Ball zum 4:3 in die Maschen. Der Jubel vor 176 Zuschauern am Amselstieg kannte keine Grenzen mehr. Alle Spieler liefen auf das Feld, um gemeinsam zu feiern. Der etatmäßige Kapitän Daniel Walek, der nicht zum Einsatz kam, war gerade im Gebüsch, um den Ersatzball zu suchen. „Und ich bin nicht da“, fluchte Walek und sprintete zur Jubeltraube.

Erzielte das entscheidende 4:3: Ohes Sebastian Kaufmann. Foto: Herzog

Schiedsrichter Thomas Bauer (Rahlstedter SC) ließ nach dem Treffer noch zwei Minuten spielen. Nach insgesamt 97 Minuten war dann aber Feierabend. Erneut brandete ein riesiger Jubel beim FCVO aus. Die Oher Protagonisten wussten nicht, wie ihnen geschah. „Das ist Ohe“, schrie Ilja Gassmann über den Rasenplatz. „Das Spiel war gemalt für uns. Das war unser Spiel“, sagte Torschütze Marco Braesen mit einem Strahlen im Gesicht. „Wenn du hier 4:3 gewinnst und als Sieger vom Platz gehst in so einem Wahnsinnsspiel, dann ist man den ganzen Abend erst mal glücklich“, konnte Co-Trainer Jonas Murach, der den im Urlaub weilenden „Chef“ Rainer Seibert an der Seitenlinie vertrat, seine Freude kaum zurückhalten. Und der Mann des Abends? „Ich habe den Ball ganz gut getroffen. Und das ist dann natürlich ganz geil, dass ich das Tor zum entscheidenen 4:3 mache“, formulierte, der ansonsten sehr zurückhaltende Sebastian Kaufmann, forsche Töne.

Braesen verschießt nach vier Minuten einen Elfmeter, trifft aber trotzdem zum 1:0

Von Beginn an drückten die Hausherren auf das Gaspedal. Bereits in der vierten Minute wurde Phillip Lang von Terry Schmidt im Strafraum zu Fall gebracht. Referee Bauer gab folgerichtig Strafstoß. Doch Marco Braesen scheiterte an Kosova-Keeper Sulejman Hoxha. Doch weitere vier Minuten später zeigte der Stürmer, dass er doch das Tor treffen kann. Nach einem Zuspiel vom auffälligen Patrick Gordon umkurvte Braesen Schlussmann Hoxha und schob zum 1:0 ein (8.). Weiter ging es im Vier-Minuten-Takt. Nach einem Ballverlust von Petrit Osmani an der eigenen Strafraumkante beförderte Munib Saqib mit einem abgefälschten Schuss das Spielgerät über Hoxha zum 2:o in die Maschen (12.).

Alles deutete nun auf ein Oher Schützenfest hin. Doch in Minute 19 leistete sich Tarec Blohm einen Bärendienst und trat im Zweikampf gegen Kosova-Kapitän Georg Demircan nach. Nach Rücksprache mit seinem Assistenten zeigte der Unparteiische Blohm die Rote Karte. Nun standen den Ohern also gut 70 Minuten in Unterzahl bevor. Doch es kam noch dicker für den FCVO. Zwei Minuten später erzielte der beste Mann bei den Gästen, Agonis Krasniqi, den Anschlusstreffer zum 1:2 aus Sicht der Gäste. Nun wirkten die Hausherren verunsichert und Kosova riss das Spiel an sich. Doch genau in der Drangphase der Gäste erzielten die Oher das Tor. Nach einem erneuten Foulelfmeter, dieses Mal foulte Terry Schmidt Patrick Gordon, erhöhte Robin Woost vom Punkt auf 3:1 (35.). Zwei Minuten vor der Pause hatte Gordon die Möglichkeit auf das vierte Tor. Doch seinen artistischer Seitfallzieher parierte Kosova-Schlussmann Hoxha (43.).

Klub Kosova gleicht aus und sieht zwei Platzverweise

Das Team vom Klub Kosova kam nach einem 1:3-Rückstand auf ein 3:3 zurück. Foto: Herzog

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild erst einmal. Die Gäste starteten perfekt und verkürzten durch Albin Bektesi auf 2:3 (49.). Nun wurde es in einem ohnehin hitzigen Spiel, in dem es neben vielen Unterbrechungen und Diskussionen drei Platzverweise und neun Gelbe Karten gab, noch einmal eng. Kosovas Terry Schmidt konnte seiner Mannschaft dabei aber nicht mehr helfen. Bereits mit Gelb verwandt, sah der Innenverteidiger nach einem Foul gegen Braesen die Gelb-Rote Karte (66.) Als Krasniqi mit einer sehenswerten Direktabnahme und seinem zweiten Treffer das 3:3 perfekt machte (80.), wurde es richtig spannend. Bis zum beschriebenen Lucky Punch von Kaufmann gab es noch Chancen auf beiden Seiten. Nachdem Yannik Andersson für Ohe nur die Latte traf (83.), setzte der eingewechselte Omar Salama auf Seiten der Gäste das Spielgerät über den Querbalken (84.). In der dritten Minute der Nachspielzeit gab es den dritten Platzverweis der Partie. Kosova-Kapitän Demircan sah wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Nach Kaufmanns Last-Minute Treffer war dann Schluss.

„Immer wenn Rainer im Urlaub ist, passiert etwas Verrücktes. Vergangenes Jahr fliegt nach 15 Minuten unser Torwart vom Platz. Im zweiten Spiel musste ich in der ersten Halbzeit dreimal verletzungsbedingt wechseln. Und heute nun dieses Spiel. Aber heute zum Glück mit einem positiven Ende“, sagte „Co“ Jonas Murach grinsend. Zu Grinsen hatte sein Gegenüber nicht viel. „Mich ärgert einfach, dass die Truppe mit leeren Händen dasteht, obwohl sie nach einem 1:3-Rückstand tolle Moral gezeigt hat und noch zum 3:3 gekommen ist“, haderte Kosova-Coach Daniel Sager.

FCVO: Thomä; Schenkenberg, Kaufmann, Stritzke, Lang; Schröder, Saqib; Blohm, Woost (45. Pflug), Gordon (79. Andersson); Braesen (68. Gläser)
Kosova: Hoxha; Karakut, Schmidt, Balla, Atem (46. Salami); Demircan; Bektesi, Kaya (79. Balde), Osmani, Krasniqi; Sarwari (46. Salama)