5. Team Sped Cup des SCVM: Auswahl souveräner Sieger – Trainer auf und neben dem Feld im Fokus

Der singende und hüpfende Turniersieger: Die Auswahlmannschaft von Peter Stut (4.v.l.). Foto: BOLZJUNGS

Wenige Minuten vor dem Halbfinale des 5. Team Sped Cup des SC Vier- und Marschlande trommelte Peter Stut seine Jungs zusammen. In der Kabine 3 der Sporthalle Fünfhausen ergriff die SCVM-Vereinslegende das Wort, motivierte seine Auswahlmannschaft und drehte dann die Musikanlage auf. „Ich fühl mich Disco“, der Klassiker von Christian Steiffen, dröhnte ebenso wie das Klatschen der Spieler durch die Tür in den Kabinengang. Die Discokugel wurde ebenso angeschmissen. Und so ging’s für Witalij Wilhelm, Marvin Schalitz, Jonas Buck (alle drei SV Curslack-Neuengamme), Ex-Nationalspieler Christian Rahn, Ex-Profi Dennis Tornieporth und Co. aufs Feld. Durch Tore von Marco Blättermann, Markus Schwoy und Wilhelm zog die Auswahl mit einem 3:1-Sieg gegen den Bezirksligisten ETSV Hamburg (Tor: Richard Grönsel) zurecht ins Finale ein.

In diesem standen ihnen die Hallenzauberer des Landesligisten SV Nettelnburg/Allermöhe gegenüber. Das Team von Trainer Daniel Andrade-Granados besiegte den Staffelkonkurrenten SV Altengamme im Halbfinale mit 3:2 – nach 0:2-Rückstand. „Es war gut, dass wir zurückgekommen sind. Ich hatte mit einem Neunmeterschießen gerechnet“, sagte SVNA-Coach Andrade. Die Auswahl und der SVNA standen sich bereits in der Gruppe B gegenüber. Dort endete das Duell 2:2-Unentschieden. Nun also im Finale der erneute große Showdown der beiden besten Teams des Turniers. Und in diesem spielte sich ein Akteur der Auswahl, die in Trikots der SCVM Altliga auflief, besonders in den Mittelpunkt. Tornieporth, eigentlich Trainer des Landesligisten Düneberger SV, blieb in den vorherigen Partien eher blass, drehte im Endspiel dann aber mächtig auf. Nach sechs Minuten besorgte der 36-Jährige mit seinem ersten Traumtor die Führung, klärte dann in der letzten Minute auf der Linie gegen Nettelnburgs Robert Spiewak, um direkt im Anschluss aus rund 25 Metern den 3:1-Endstand zu besorgen – und damit auch den Turniersieg. „Das Beste kommt zum Schluss. Man muss wissen, wann man los legt“, sagte Tornieporth, der zudem eine Flasche Sekt für das 75. Turniertor geschenkt bekam, anschließend mit einem Augenzwinkern.




Die Auswahl vor dem Halbfinale. Foto: Privat

Über den Turniersieg freute sich vor allem Peter Stut, der sich in diesem Jahr seinen langjährigen Freund und heutigen Co-Trainer der TuS Dassendorf, Mirko „Naddel“ Petersen, an die Seite holte. „Wir haben uns den Sieg gewünscht, keine Frage. Aber es waren natürlich auch gute Mannschaften dabei. Wir wussten, was wir können. Wir haben uns vor dem Turnier in der Kabine getroffen, uns zuvor ein Jahr nicht gesehen. Und trotzdem haben sie sich alle so unterhalten wie eine normale Truppe. Dieser Zusammenhalt war da und zu spüren“, sagte Stut freudestrahlend. „Ich mache das jetzt seit neun Jahren. Es hat sich ein gewisser Stamm entwickelt. Und dieser wird dann immer mal wieder mit jüngeren Kickern wie Jonas Buck oder ähnlichen ergänzt.“ Ein weiterer Youngster, Marvin Schalitz, der allerdings anders als Buck schon im vergangenen Jahr dabei war, wurde Torschützenkönig. Vor drei Jahren kam sogar Ex-Nationalspieler Christian Rahn aufgrund von Personalproblemen über den ebenfalls in der Auswahl spielenden Andreas Hammer dazu. „Damals war kurzfristig ein Spiel der HSV-Altliga ausgefallen. Und dann hat er sich uns angeschlossen“, erklärte Stut, dessen Auswahl-Spieler sich nach dem Turniersieg in die lange Feiernacht in der Sporthalle Fünfhausen verabschiedeten – nun aber auch mit reichlich Kaltgetränken.

SVA ohne Topstürmer Schraub mit Defensivfokus – Gastgeber nach Gruppenphase raus

Matthias Schwartz, Torwart des Turniers, mit Olaf Stegmann. Foto: BOLZJUNGS

In der Gruppe B marschierte die Auswahl mit zwei Kantersiegen (4:1 gegen SCVM II, 8:3 gegen Harburger SC) und einem 2:2 gegen den späteren Finalgegner SVNA auf Platz eins, auf Rang drei reihte sich der HSC ein, die „Zweite“ des Gastgebers landete auf dem vierten Rang. In der Gruppe A verpasste derweil der Gastgeber SCVM, der am Rande des Turniers die Abgänge von Torhüter Marc Brockmöller (private Gründe) und Gerrit Knoblauch (SV Börnsen II) bekannt gab, den Einzug in die Halbfinals, wurde mit vier Zählern Dritter. Die zuletzt so starke Hallenmannschaft der TSV Reinbek enttäuschte und sammelte keinen einzigen Zähler. Positiver war da das Abschneiden des ETSV Hamburg, der mit sechs Punkten aus drei Spielen als Zweiter ins Halbfinale einzog. „Das war hier heute definitiv besser als vergangenes Jahr. Das haben die Jungs gut gemacht. Das Halbfinale war kein Spiel, in dem wir komplett chancenlos waren. Der dritte Platz ist völlig ok. Es ist ein schönes Turnier und wir freuen uns immer, wenn wir hier dabei sind“, freute sich Trainer Christopher Leitloff. Rang eins in Gruppe B erspielte sich der SV Altengamme – und das mit nur sechs Toren in drei Spielen über 15 Minuten auf große Tore. Das Team von Trainer Jörn Geffert kassierte dabei aber auch nur beachtliche zwei (!) Gegentreffer, blieb gegen die „Eisenbahner“ und Reinbek sogar ohne Gegentreffer. Einen großen Anteil daran hatte Matthias Schwartz, der im Zuge der Siegerehrung zurecht zum besten Torwart des Turniers gewählt worden war.




Beim SVA, der ohne den kranken letztjährigen Torschützenkönig Sandro Schraub (elf Treffer) anreiste, sollte eigentlich auch Trainer Jörn Geffert mitspielen. Der 51-Jährige hatte sich bereits umgezogen, als sie bei den Vierländern feststellten, dass vom vergangenen Turnier beim SC Schwarzenbek ein Trikot zu wenig zurückgekommen war. So coachte der frühere Viertliga-Spieler in Trainingspulli und Hallenbuffern sein Team von der Linie aus. Im Neunmeterschießen um Platz drei – der SVA einigte sich mit dem ETSV auf das direkte Ausschießen – trat dann, siehe da, der Coach selbst an – und vergab kläglich! „Ich dachte mir schon, dass der Torhüter stehen bleibt. Das tat er dann auch, aber der Ball sollte über seinen Kopf und nicht über die Latte gehen“, sagte „Geffi“ lachend. Sei’s drum. Er wird sich sicherlich in den nächsten Wochen einiges anhören müssen von seinen Spielern. Von allen, bis auf Philipp Zeyns. Denn auch der Offensivspieler vergab. Und so war schon nach jeweils zwei Schützen klar, dass der ETSV den dritten Rang einnimmt.