5:1 gegen Rugenbergen: Curslacker Kantersieg rundet „richtungsweisenden Monat“ ab

Der eingewechselte Curslacker Kutay Keklici verwertet den Ball an der Seitenlinie. Foto: BOLZJUNGS

SV Curslack-Neuengamme – SV Rugenbergen 5:1 (2:0)
Oberliga Hamburg, vorgezogener 20. Spieltag (Mi., 31.10.18, 14.00 Uhr)

Das erste dieser Art, das erste in dieser Saison, das erste in der Oberliga. Jonas Buck, Youngster des Oberligisten SV Curslack-Neuengamme, erwartete in der Partie gegen den SV Rugenbergen in Minute 13 eine Ecke von Florian Rogge am ersten Pfosten stehend. Der Ball landete maßgenau auf dem Schädel des 21-Jährigen, der das Spielgerät über den Hinterkopf zum 1:0 ins lange Eck beförderte. Buck erzielte damit nicht nur die Führung für den SVCN, sondern auch sein erstes Kopfballtor im Herrenbereich. „Das passiert mir nicht so oft. Danach bin ich jetzt gefühlt 1,90 Meter groß“, grinste das Curslacker Eigengewächs, das sich am Ende nicht nur über sein Premierentor in der laufenden Spielzeit und damit einhergehend auch den ersten Oberliga-Treffer freuen durfte, sondern auch über einen souveränen und völlig verdienten 5:1-Heimsieg seiner Vierländer gegen einen schwachen SVR.

Gastgeber beginnen stark – zwei Treffer nach Standards bescheren Pausenführung

Trainer Matthias Wulff schaut auf den verletzten Marvin Schalitz. Foto: BOLZJUNGS

Erstmals in dieser Saison schickte SVCN-Trainer Matthias Wulff in zwei aufeinanderfolgenden Partien dieselbe Startelf ins Rennen. Doch schon wenige Minuten nach dem besagten 1:0 durch Buck, das Coach Wulff später als „Brustlöser“ betitelte, ereignete sich eine unschöne Szene, die wohl dafür sorgen wird, dass im kommenden Duell der Curslacker mindestens ein neuer Akteur in die erste Elf rücken wird. Nach einem Einwurf der Gäste wurde SVCN-Kapitän Patrik Papke geschubst, prallte mit Verteidiger-Kollege Marvin Schalitz zusammen, der falsch auf dem Boden aufkam und mit Schmerzen am rechten Fußgelenk liegen blieb. Sofort zeigte der Hüne an, dass es nicht weiter geht (24.). „Nach meinen drei Bänderrissen in der Jugend bin ich bei so etwas immer besonders vorsichtig“, erklärte ein geknickter Schalitz im Anschluss. Von außen musste der Defensivakteur mit ansehen, wie der bis dahin harmlose SVR zu seiner ersten Gelegenheit kam. Eine Ecke von Sergej Schulz setzte Pascal Haase mit dem Kopf auf die Latte (30.). Das machte SVCN-Spielführer Papke zehn Minuten später besser. Ebenfalls nach einem Eckball bugsierte dieser den Ball mit dem Schädel an den Innenpfosten, von wo das Spielgerät über die Linie ging – 2:0 (40.).

Zwar hatten die Gastgeber durch Buck per Abseitstor (47.) und Rogge (50.) kurz nach dem Wiederanpfiff eine Doppelchance, doch für einen kurzen Moment dachten sich einige der 144 Zuschauer am Gramkowweg wohl, dass ein Treffer des SVR das Duell wieder spannend machen könnte. Wenn die Gäste allerdings mal in den Strafraum gelangten, war spätestens bei Keeper Gianluca Babuschkin Schluss. Eine Doppelchance der beiden zur Pause eingewechselten Sulayman Dampha und Max Scholz parierte der Schlussmann glänzend (57.). In dieser Phase kamen die SVR-Akteure häufiger über die Außen durch, was zur Folge hatte, dass Curslack Coach Wulff mit der Einwechslung von Rechtsverteidiger Mark Brudler von Dreier- auf Viererkette umstellte (65.).

Dieser taktische Eingriff trug Früchte. Till Witmütz, wie Buck ebenfalls Curslacker Eigengewächs, sorgte mit seinem 3:0 per Abstauber für die Vorentscheidung (69.). Timo Lenz setzte drei Minuten später mit dem 4:0, das allerdings sehr abseitsverdächtig erschien, den Deckel drauf. Auf das zwischenzeitliche 1:4 durch Rugenbergens Hunu Jeong (86.) – der einzige kleine Wermutstropfen aus Sicht des SVCN – antworteten die Gastgeber noch in derselben Minute. Der eingewechselte Mike Beldzik traf unmittelbar nach dem Wiederanstoß zum 5:1-Endstand.

Vierländer mit 10 von 15 Punkten im „richtungsweisenden Monat“ Oktober

Schütze zum 1:0: Jonas Buck. Foto: Herzog

Die anschließende Pressekonferenz leitete Curslacks Manager Oliver Schubert mit den Worten ein: „Ein überzeugender Heimsieg unserer Elf!“ – dass dieses Statement den Spielverlauf passend wiedergibt, da war man sich auf beiden Seiten einig. „Glückwunsch, ein völlig verdienter Sieg“, sagte SVR-Trainer Thomas Bohlen, ehe er seine heute harmlosen Akteure kritisierte. „Wer keine Zweikämpfe führt, kann auch keine Spiele gewinnen. Ich hatte das Team sogar vorab noch vor Curslacks Standards gewarnt.“

Bei Bohlens Gegenüber Wulff ist die Laune dagegen verständlicherweise bestens. „Wir hatten vor einigen Wochen den Oktober als den richtungsweisenden Monat ausgeschrieben. Zum Spiel heute: Wir haben von der ersten Minute an einen präsenten Auftritt gezeigt. Der Knackpunkt waren die zwei Standardsituationen (1:0, 2:0, d. Red.).“ Einen kleinen, netten Nebeneffekt hatte dieser Sieg in der Partie des vorgezogenen 20. Spieltags ebenfalls. Der SVCN sammelte die ersten Rückrundenpunkte und grüßt nach dem 5:1-Kantersieg in der Rückrundentabelle von Rang eins. „Sieht ganz gut aus“, lächelte Wulff.

SVCN: Babuschkin; Spiewak, Papke, Schalitz (28. Keklici); Witmütz (76. Beldzik), Rogge, Bannasch, Wilhelm; Mokhlis; Lenz, Buck (65. Brudler)
SVR: Marciniak; Schulz, Jeong, Hansen, Worthmann, Lohrke; Rühmann; Munzel (46. Scholz), Hoppe, Haase; Zarei (46. Dampha)