6:0-Erfolg gegen TSV Reinbek: Oststeinbeker SV ist Kreisliga-Meister

Der Oststeinbeker SV sicherte sich durch den 6:0-Erfolg gegen die TSV Reinbek die Meisterschaft. Foto: Zerbian

Oststeinbeker SV – TSV Reinbek 6:0 (2:0)
Kreisliga 3, Nachholspiel des 20. Spieltags (Fr., 19.05.18, 19.30 Uhr)

Seit dem siebten Spieltag belegten sie die ersten beiden Plätze der Tabelle in der Kreisliga 3. Es entwickelte sich ein Zweikampf zwischen dem Oststeinbeker SV und dem ASV Bergedorf 85 um den Meistertitel. Beide Mannschaften betonten immer wieder, dass der Aufstieg das erklärte Ziel sei. Ob es auf dem ersten oder zweiten Rang in die Bezirksliga geht, sei dabei irrelevant. Doch der Satz „von ganz oben zu grüßen, wäre natürlich ein netter Beigeschmack“ war aus beiden Lagern immer wieder zu hören. Und nun steht die Rangfolge der beiden bereits feststehenden Aufsteiger fest: Der Oststeinbeker SV hat sich dank eines 6:0-Erfolgs gegen die TSV Reinbek den Meistertitel gesichert. Bei einem ausstehenden Spiel hat der OSV vier Punkte Vorsprung auf den ASV.

Und dass sie in Oststeinbek den Meistertitel geholt haben, da sind sie besonders stolz drauf. „Ich bin einfach nur überglücklich und stolz auf die Jungs, dass wir es jetzt endlich geschafft haben“, erklärte ein strahlender Oststeinbeker Trainer, Simon Gottschling. Zu diesem Zeitpunkt stand der Coach dank zahlreicher Bierduschen seiner Schützlinge klitschnass auf dem Kunstrasenplatz. Die startenden Feierlichkeiten mit seinen Jungs genoss der Übungsleiter sichtlich. Dass diese Feierlichkeiten starten werden, daran hatte schon vor der Nachholpartie gegen die bereits gesicherten Reinbeker niemand mehr Zweifel. 50 Liter Freibier wurden bereits vor Anpfiff angekündigt.

2:0-Halbzeitführung für den OSV – Reinbeks Ebrahim scheitert am Pfosten

Und als die Partie begann, legten die Gastgeber direkt los: Bereits nach sieben Minute bekamen die 312 Zuschauer am Meessen den ersten Treffer zu sehen. Einen Eckball von Maximilian Kochsiek schädelte Innenverteidiger Revin Köksal zur frühen Führung in die Maschen. Als Fotis Andreou in der 35. Minute von TSV-Schlussmann Kjell Kudszus gefoult wurde und Schiedsrichter Christoph Moll auf den Punkt zeigte, erhöhte Kochsiek durch den sicher verwandelten Strafstoß auf 2:0. Die Gäste kamen durch den sehr auffälligen Dennis Ebrahim zu ihrer größten Chance. Doch der Mittelfeldspieler scheiterte mit seinem direkt getretenen Freistoß am rechten Pfosten des OSV-Gehäuse (24.).

Die Meister-Shirts des Oststeinbeker SV. Foto: Zerbian

Der zweite Durchgang startete mit einem erneuten Foulelfmeter für die Hausherren. Erneut war es ein Reinbeker Keeper, Nik Elsholz kam für Kudszus in die Partie, der den Elfmeter verursachte. Elsholz störte Nicklas Frers regelwidrig. Erneut war es Kochsiek der mit seinem zweiten Treffer auf 3:0 erhöhte (53.). Von der Reinbeker Trainerbank kamen lautstarke Proteste in Richtung Schiedsrichtergespann. „Zwei glasklare Fehlentscheidungen waren das“, meckerte TSV-Trainer Rüdiger Neuhaus. In Folge ließen die Gastgeber die Kugel laufen und erhöhten durch die eingewechselten Daniel Otremba (70.) und Mike Meyer (89., 90.) auf 6:0. Auf Gästeseite vergab der ebenfalls eingewechselte Luca Bazzali die beste Möglichkeit in der zweiten Halbzeit (81.). Bereits in der 75. Minute kamen die Meister-Shirts des OSV an der Trainerbank zum Vorschein. Der Rest war dann der Beginn der feuchtfröhlichen Meisterfeier.

Gottschling: „Steck mal eine Oberligamannschaft in die Kreisliga.“

„Das Jahr, welches sich wie zweieinhalb Jahre angefühlt hat, geht nun langsam zu Ende und wir haben unser erstes Ziel erreicht. Jetzt kommt der nächste Schritt und das ist die Bezirksliga, wo endlich Fußball gespielt wird“, freut sich Gottschling über das Erreichen der Meisterschaft. „Gegen uns standen alle Gegner sehr tief, da ist es nicht einfach das durchzuspielen. Wir mussten uns immer wieder neu motivieren. Dennoch haben es in den meisten Partien fußballerisch sehr überzeugend gemacht“, analysierte der Coach, der einen Vergleich parat hatte. „Die Kreisliga ist ja nicht schlecht. Aber hier zählen andere Komponenten als Fußball. Hier kommt es auf das Körperliche an mit Ellenbogen, kratzen und beißen. Steck mal eine Oberligamannschaft in die Kreisliga, das wird auch für die was anderes sein. Für die Gegner die gegen uns gespielt haben, war das ja meistens ein Pokalspiel, die waren alle sehr motiviert gegen uns“, erklärt Gottschling seine Erkenntnisse, die er über die Saison in der Kreisliga gesammelt hat.

Das hat gesessen: Trainer Simon Gottschling bekam von Mathias Merk (re.) eine saftige Bierdusche. Foto: Zerbian

„Wie wir unsere Spiele gespielt haben, haben wir uns diese Meisterschaft absolut verdient. Die Partien haben wir fast alle dominiert“, betonte der OSV-Trainer abschließend zur Kreisliga-Meisterschaft. Nun steht für Gottschling und seine Mannschaft das nächste Kapitel an: die Bezirksliga. „Es steht und hängt alles von der Vorbereitung ab und wie die Spieler das neue Ziel annehmen und wie sie sich motivieren. Wenn sie gewillt sind, den nächsten Schritt zu gehen, ist alles machbar. Für die Bezirksliga mache ich mir aber keinen Stress, den Stress hatten wir diese Saison. Nächstes Jahr können wir endlich befreit aufspielen“, blickt der Coach auf die anstehende Bezirksliga-Saison.

Oststeinbeker Kaderplanung: Alle bleiben an Bord

Und dass der OSV in der Bezirksliga keine unwichtige Rolle spielen wird, dafür tun die Verantwortlichen um Ligaobmann Michael Baaß alles. Torwart Thorben Joost, der den Verein nun doch nicht in Richtung MSV Hamburg verlässt, war das letzte Fragezeichen im OSV-Kader. Auch die begehrten Leistungsträger wie Maximilian Kochsiek, Maximilian Grünberg oder Marcel Meyer, die mit höherklassigen Vereinen wie SV Curslack-Neuengamme oder Altona 93 in Verbindung gebracht werden, sollen am Meessen gehalten werden. „Lediglich auf der Torhüter-Position schauen wir nach einem adäquaten Ersatz und einen weiteren Linksfuß suchen wir. Ansonsten ist diese Mannschaft, wie sie dieses Saison aufgestellt war, durchaus in der Lage auch in der Bezirksliga oben mit zuspielen. Deshalb haben wir keinen großen Bedarf an externen Neuzugängen“, gibt der Ligaobmann Einblicke in die Kaderplanung.

OSV: Joost; Grünberg, Krupowicz, Köksal, Kahyaoglu; Fehlandt (58. Reinecke), Qasem (68. Mi. Meyer), Ma. Meyer; Kochsiek, Andreou (58. Otremba), Frers
TSV: Kudszus (46. Elsholz); Rasho, Dittler, Matthes, Lewandowsky; Perz, Wiedner; Alkhalil, Ebrahim, Winter (68. Lazar); Karsten (68. Bazzali)

Bilder zum Spiel und zur Meisterfeier von Wilfried Zerbian: