AFC fügt Dassendorf zweite Saisonpleite zu – TuS-Offizielle äußern „Schiri“-Kritik

Das Oberliga-Topspiel fand auf der traditionellen Adolf-Jäger-Kampfbahn statt. Foto: BOLZJUNGS

Altona 93 – TuS Dassendorf 2:1 (1:0)
Oberliga Hamburg, 5. Spieltag (Mi., 29.08.18, 19.30 Uhr)

Aufgrund des DFB-Pokalspiels der TuS Dassendorf (0:1 gegen Zweitligist MSV Duisburg) wurde das Oberliga-Topspiel des 5. Spieltags zwischen dem Doublesieger vom Wendelweg und dem Regionalliga-Absteiger Altona 93 in die Woche gelegt. Damit deutlich besser klargekommen ist der AFC, der den Favoriten an der heimischen Adolf-Jäger-Kampfbahn mit 2:1 besiegen konnte. Für die TuS war es nach der Heimpleite gegen den TSV Sasel bereits die zweite Niederlage in der noch jungen Spielzeit – so viele hatten sie nach Spieltag 34 in der vergangenen Saison. Doch für Dassendorfs neuen Trainer Elard Ostermann ist das kein Grund zur Unruhe. „Vielleicht fehlen uns durch die Sättigung nach dem Double ein paar Prozentpunkte, bei den Gegnern wiederum kommen ein paar Prozentpunkte dazu. Wir müssen in einigen Situationen cleverer sein und unsere Chancen nutzen“, so der TuS-Trainer, der mit seinem Team nun sechs Punkte hinter dem verlustpunktfreien TSV Sasel steht. Auch ein Grund für die Niederlage war aus Dassendorfer Sicht die Schiedsrichterleistung von Murat Yilmaz (FC Türkiye). Schon während der Partie hagelte es von der Seitenlinie immer wieder Kritik für fragwürdige Entscheidungen. „Ein Handspiel und eine Ringeinlage“ will Coach Ostermann gesehen haben.

Doch die kämpferische und läuferische Leistung der Altonaer darf bei dieser Betrachtungsweise keinesfalls geschmälert werden. Mit einer robusten Dreierkette wurden die sonst kaum zu bändigen TuS-Offensivleute vom Tor weggehalten – auch dank des Ex-Dassendorfers Lennart Müller. Am Wendelweg noch als Stürmer aufgelaufen, geht’s für den 24-Jährigen beim AFC zurück in die Abwehrreihe. „Ich habe dort schon in meiner Vergangenheit bei Erzgebirge Aue, Hannover und dem HSV gespielt. Ich spiele da, wo der Trainer mich braucht und ich habe Spaß daran, erfolgreich zu sein. Das ist mir wichtiger als meine Position“, betonte Müller. Die AFC-Offensive bedrängte Dassendorfs ungewohnt unsichere Defensive durch schnelles und konsequentes Anlaufen. Dieser Matchplan sollte am Ende aufgehen – ganz zur Freude Müllers: „Es ist ein besonderes Spiel, weil Dassendorf die beste Mannschaft Hamburgs ist. Es war eine tolle Zeit mit den ganzen Menschen dort. Das war hier heute sicherlich unser bestes Saisonspiel.“

Frühe AFC-Führung – und auf den Ausgleich gibt’s die direkte Antwort

Die geknickte TuS-Führungsebene kurz vor Ende. Foto: BOLZJUNGS

Auf dem Rasenplatz, der in einem schlechten Zustand war, kamen die Gäste durch Marcel von Walsleben-Schied (9.) und Sven Möller per direktem Freistoß (10.) zu ihren ersten Torannäherungen. Erstmals erfolgreich waren aber die Gastgeber. Eine Ecke von Joshua Gebissa verlängerte Marco Schultz mit dem Kopf auf den frei stehenden Abdullah Yilmaz, der aus einem Meter nur noch einzuschieben brauchte – die überraschende Führung (13.). Fortan agierten die Altonaer lustvoller und dynamischer als die teils leb- und ideenlosen Gäste. Die 875 Zuschauer an der AJK bekamen ein interessantes, intensives aber chancenarmes Oberliga-Spiel zu sehen. Die hitzigste Phase begann nach einer Stunde mit dem Ausgleichstreffer. Ausgerechnet der kurz zuvor eingewechselte Mark Hinze, der erst in diesem Sommer aus Altona an den Wendelweg gewechselt war, leitete das Tor mit einer Flanke ein. Mattia Maggio legte den Ball per Kopf quer auf von Walsleben-Schied, der das Spielgerät einschob (61.).

Doch schon im Gegenzug hatte der AFC die Antwort. Einen eigentlich schwach getretenen Freistoß von Luis Hacker schätzten zwei TuS-Defensivspieler ob des Untergrunds falsch ein, sodass dieser in Schultz seinen Abnehmer fand. Der AFC-Kapitän guckte Dassendorfs Keeper Christian Gruhne aus und überspielte ihn erfolgreich zur 2:1-Führung (62.). „Die erneute Führung kam uns sehr gelegen“, wusste auch Altonas Trainer Berkan Algan.

Die letzte hitzige Aktion des Spiels folgte in Minute 90, als ein Dassendorfer Treffer wegen eines angeblichen Foulspiels nicht gegeben worden war. Das setzte der Empörung über die Leistung des Unparteiischen aus Sicht der Gäste natürlich noch einmal die Krone auf. AFC-Trainer Algan ist da anderer Ansicht. „Ich glaube, der Schiedsrichter hat diese schwierige Partie richtig gut geführt. Es gab auf beiden Seiten strittige Szenen“, so Algan, der sich trotz der ganzen Diskussionen letztlich zu Recht über den dritten Sieg im fünften Spiel freuen durfte. Damit hat der AFC nun ebenso viele Punkte auf dem Konto wie die Dassendorfer.

Altona: Grubba; Müller, Yilmaz, S. Atug; Demianovskyi, Schultz, Hacker (87. Schwaebe), Silva Monteiro; Metidji (83. Siebert), Gebissa; Kunter (90.+2 Akoteng-Bonsrah)
TuS: Gruhne; Warmbier (56. Hinze), Lenz, Carolus; Dettmann (77. Suntic), Aust; Dittrich, Möller, Maggio, Büchler (71. Nägele); von Walsleben-Schied