Arlovic-Dreierpack beim mentalen Comeback des VfL Lohbrügge

Rene Seibert (FC Voran Ohe, weiß) läuft mit dem Ball an Lohbrügges Kapitän Anto Zivkovic vorbei. Foto: Herzog

FC Voran Ohe – VfL Lohbrügge : (:)
Landesliga Hansa, 28. Spieltag (Fr., 04.05.18, 19.30 Uhr)

Mato Mitrovic wollte gar nicht aufhören. „Es sind noch 20 Minuten zu spielen, Jungs!“, rief der Trainer des VfL Lohbrügge in der 86. Spielminute der Landesliga-Partie beim FC Voran Ohe mit einem Lächeln im Gesicht auf das Spielfeld. Eben solches Lächeln gab es bei dem 49-jährigen Übungsleiter an der Seitenlinie während eines Spiels seines VfL schon lange nicht mehr zu sehen. Denn nach der starken Hinrunde, die auf Platz zwei abgeschlossen werden konnte, gewann das Team vom Binnenfeldredder im Kalenderjahr 2018 in neun Partien lediglich einmal (4:3 beim Schlusslicht SC Condor II). Doch Mitrovic‘ positive Gemütslage im Spiel gegen die Oher war berechtigt. Denn dem VfL Lohbrügge ist bei dem souveränen 4:0-Auswärtserfolg auch mental das Comeback gelungen.

Die lautstarken VfL-Akteure dominieren das Spielgeschehen

Schon in der Anfangsphase ließ sich schnell erahnen, welche Mannschaft in dieser Partie den Ton angeben wird. Nach vier Minuten vergab Lohbrügges Pascal Bäker noch eine gute Gelegenheit, um nur zwei Zeigerumdrehungen später nach einer schönen Kombination durch das Mittelfeld seinem Mitspieler Duro Arlovic den Ball vorzulegen. Der kroatische Rechtsaußen versenkte zur 1:0-Führung. Erst dieser Rückstand ließ Gastgeber Ohe erwachen. Adrian Voigt kam zu einer guten Möglichkeit per Kopf, setzte den Ball aber knapp am linken Pfosten vorbei (8.). Nach einer ruhigeren Spielphase war es erneut Voigt, der eine Chance liegen ließ. Der Voran-Mittelstürmer sowie sein Torwart Leo Hebbeler wurden mit dem Spielverlauf immer lautstarker und ließen ihrem Frust freien Lauf. „Immer sind wir eine Sekunde zu spät!“, hallte es aus Keeper Hebbeler (29.). Diese Sekunde schneller als sein Gegenspieler war auch Lohbrügges Arlovic, der eine Vorlage von Robert Pallasch aus zehn Metern zum 2:0 verwertete (34.). „Wir haben selbst Schuld“, murmelte Ohes Rene Seibert nach dem 0:2 im Mittelkreis stehend.

Der Gastgeber kam in den ersten Minuten nach dem Wiederanpfiff besser aus der Kabine. Doch einmal mehr machte Duro Arlovic den Ohern einen Strich durch die Rechnung. In der 52. Minute gelang dem Kroaten bereits sein drittes Tor an diesem Abend. „Da haben wir sie schön ausgekontert!“, rief Trainer Mato Mitrovic über das Feld. Stürmer Antonio Kobas machte mit seinem 4:0 dann schnell alles klar (58.). „Wir sind derzeit vielleicht ein wenig überspielt. Das soll keine Ausrede sein, aber man hat doch gesehen, dass einigen von uns die letzte Kraft fehlte. Natürlich ist auch ein bisschen die Luft raus nach den Pleiten gegen Dersimspor und Bramfeld. Wir werden die Saison, die ja durchaus eine gute war, jetzt sauber zu Ende bringen“, betonte FCVO-Kapitän Daniel Walek nach dem 0:4.

In der 62. Spielminute ließ sich Rechtsverteidiger Robert Pallasch noch zu einer Tätlichkeit gegen Ohes Philipp Lang hinreißen und kassierte dafür von Schiedsrichter Tim Kossek (SC Wentorf) folgerichtig die Rote Karte. „Das darf natürlich nicht sein“, wusste auch sein Trainer Mitrovic, für den diese Aktion die einzig Negative an diesem Abend bleiben sollte.

Mato Mitrovic und der VfL einigen sich auf weitere Zusammenarbeit

Bleibt dem VfL erhalten: Mato Mitrovic. Foto: Herzog

Am Rande des 4:0-Erfolgs gab der derzeitige Trainer Mitrovic bekannt, dass er sich mit der Vereinsführung auf eine Zusammenarbeit über den Sommer hinaus geeinigt hat. „Donnerstag Abend saß ich mit dem Vorstand und den neuen Trainern Sven Schneppel und Elvic Nikolic in einer Sitzung und habe ihnen mein Konzept vorgestellt“, berichtete Mitrovic über die viereinhalbstündige Sitzung im Lohbrügger Vereinsheim, ehe der 49-Jährige die Zusammenarbeit über die aktuelle Saison hinaus bestätigte: „Ein paar Stunden vor dem heutigen Spiel rief mich der Vorstand an, dass mein Konzept abgesegnet worden ist.“ Mitrovic übernimmt zur neuen Saison das Amt des Ligamanagers.

Der Mannschaft präsentierte Mitrovic das Ergebnis unmittelbar vor der Partie in Ohe. „Bis heute war unklar, ob ich hier weitermache. Aber ich wollte die Jungs nicht hängen lassen und das ganze Projekt nach wenigen Monaten wieder aufgeben. Einige Spieler meinten zu mir, dass wenn ich gehe, sie in Lohbrügge keine Zukunft mehr sehen“, gab Mitrovic zu Protokoll, ehe der Kroate noch eine Personalie klar stellen wollte: „Unser Torwart Björn Garvs (soll es zum ASV Bergedorf 85 ziehen, d. Red.) ist aktuell Spieler des VfL Lohbrügge. Wir haben noch Zeit, ihn von einem Verbleib zu überzeugen!“

Ohe: Hebbeler; Schenkenberg, Walek, Gläser, Lang (69. Sulinski); Dülsen, Re. Seibert (55. Johnsen); Gassmann, Kaufmann, Braesen (57. Woost); Voigt
VfL: Garvs; Pallasch, Erkan, Holz (69. Fisekovic), Santelmann; Loesche (75. Gurbanian), Zivkovic; Arlovic (83. Betzin), Reimers, Bäker; Kobas

Bilder zum Spiel von Maurice Herzog: