Ausrufezeichen im Abstiegskampf? Landesligist Düneberger SV holt Bannenberg und Utecht

Dennis Utecht (hier im Trikot des ETSV Hamburg) zieht es zum abstiegsbedrohten Landesligisten Düneberger SV. Foto: Herzog

Der Aufstieg im Sommer aus der Bezirks- in die Landesliga kam zum optimalen Zeitpunkt. Der Düneberger SV brillierte in der Ost-Staffel, sicherte sich als souveräner Meister den Gang in Hamburgs zweithöchste Spielklasse – und das alles zum 100-jährigen Vereinsjubiläum. Der Aufwind am Silberberg war deutlich zu spüren. Trainer Dennis Tornieporth und Ligaobmann Andreas Kreutzer holten für die Mission Klassenerhalt in der Landesliga in Tarik Cosgun (u.a. TuS Dassendorf), der für den DSV allerdings in keinem Spiel zum Einsatz kam, und Aron Pauels (Halstenbek-Rellingen) höherklassig erfahrene Akteure. Der Kader gewann insgesamt noch einmal an Qualität. Doch dann ging der Saisonstart in der Landesliga mächtig daneben! An den ersten sechs Spieltagen holte das Team vom Silberberg nur einen Punkt. Diesen besorgte auch noch Ausleihstürmer und Tornieporth-Freund Eric Agyemang mit zwei Treffern gegen den Buxtehuder SV. Am siebten Spieltag dann der erste Saisonsieg beim Rahlstedter SC – und das erste Aufatmen. In der Folge sammelte der DSV allerdings nur noch magere sechs Zähler (2:1 gegen Berne, 2:1 gegen Buxtehude). So stehen die Düneberger zum Jahreswechsel auf dem vorletzten Rang – mit sieben Punkten Rückstand auf das rettende Ufer. Eine heikle Situation, die die Offiziellen mit personellem Zuwachs angehen wollen. Die ersten zwei Neuverpflichtungen sind fix!

Marcel Bannenberg: In der Bezirksliga triumphiert, in der Oberliga gescheitert

DSV-Neuzugang Marcel Bannenberg im Trikot des BSV. Archivfoto: Foto Deal

Vom Oberligisten SC Concordia Hamburg zieht es Marcel Bannenberg an den Silberberg. Einen großen Anteil daran hatte unter anderem DSV-Sechser Esad Redzepagic. Die beiden Fußballer sind Arbeitskollegen, machen ihre Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann gemeinsam bei der Firma Wesemeyer. „Esad ist mittlerweile auch ein ziemlich guter Freund von mir. Er hat mich immer wieder bequatscht und sagte mir, dass ich spielen muss. Die Chance dazu habe ich bei ‚Cordi‘ leider nicht bekommen. Deswegen bin ich im Endeffekt zu dem Entschluss gekommen, zu Düneberg zu wechseln“, erklärt Bannenberg auf BOLZJUNGS-Nachfrage. Im Oktober hatte Trainer Tornieporth den 23-Jährigen dann kontaktiert und um ein Gespräch gebeten. „Dem habe ich dann eingewilligt und das Gespräch war sehr gut. Dann kam meine Entscheidung, zu wechseln, sehr schnell. Mehr Spielanteile zu bekommen, war da natürlich die große Intention“, so der vielseitig einsetzbare Mittelfeldspieler. Auch die andere Gesprächsseite ist froh über das Zustandekommen des Wechsels. „‚Banne‘ (Marcel Bannenberg, d. Red.) wollte ich schon im vergangenen Sommer haben, nachdem er bei Barsbüttel ein überragendes Jahr gespielt hatte. Er hat sich dann für Cordi entschieden, was auch völlig legitim ist. Er hat einfach eine riesige Qualität und wird uns durch sein Auftreten, seine Schnelligkeit und Griffigkeit enorm nach vorne bringen. Ein absoluter Wunschspieler, der schon voll im Team drin ist“, frohlockt Coach Tornieporth über seinen Neuen, der bereits auf der Weihnachtsfeier anwesend war und bei jedem Hallenturnier des DSV mit auf dem Parkett stand.

Der DSV ist Bannenberg aus seiner Zeit beim Barsbütteler SV, als sein neuer Verein noch in der Bezirksliga beheimatet war, bestens bekannt: „Da haben sie richtig guten Fußball gespielt. Auch wenn es der Tabellenplatz momentan nicht widerspiegelt, glaube ich, dass sie diesen in der zweiten Hälfte wieder zeigen können – wenn sie mal wieder ein bisschen Selbstvertrauen tanken. Man hat in Düneberg eine richtige Aufgabe, spielt gegen den Abstieg und kann wieder richtig was reißen. Da spielt man nicht um die bekannte Goldene Ananas!“




Dennis Utecht: Am Silberberg ausgebildet – „Es ist wie nach Hause kommen!“

Der zweite Neuzugang ist den alteingesessenen Vereinsangehörigen noch bestens bekannt. Außenspieler Dennis Utecht durchlief bis auf ein Jahr beim FSV Geesthacht die gesamte Jugendabteilung des DSV. Auch sein erstes Herrenjahr verbrachte er am Silberberg, ehe es ihn 2015 zum Kreisligisten SV Hamwarde zog. Dort avancierte Utecht zur Lebensversicherung – und empfahl sich so für höherklassigere Aufgaben. Im Januar 2018 wagte der flinke Außen dann den Schritt zum damaligen Landesligisten FC Bergedorf 85, bei dem er allerdings in Bezug auf die Spieleinsätze unter seinen Ansprüchen blieb. „In meiner bisherigen Laufbahn gibt es aber keinen Schritt, den ich bereut habe, da ich mir aus allen Erfahrungen immer nur das Positive ziehe. In Bergedorf hatten wir eine Riesen-Qualität im Kader. Ich wurde allein von Training zu Training zu einem besseren Fußballer“, so Utecht, den es dann im vergangenen Sommer zum ETSV Hamburg zog. Bei dem Bezirksligisten blieb er aber ohne Treffer unter den Erwartungen. „Es hat am Ende einfach nicht gepasst. Dennoch kann ich über den ETSV kein schlechtes Wort verlieren. Es ist eine super Truppe, der ich für die Zukunft alles Gute wünsche“, erklärt der 22-Jährige. Nun also Abstiegskampf in Düneberg – ganz zur Freude seines neuen Übungsleiters. „Er ist ein alter Düneberger, der bei Hamwarde gezeigt hat, was in ihm steckt. Wie er sich entwickelt hat, ist einfach klasse. Jetzt ist es an der Zeit, dass er den nächsten Schritt macht – und da hat er bei seinem Heimatverein und bei mir die Gelegenheit dazu. Er ist genau der Spielertyp, der uns da vorne gefehlt hat. Mit ‚Banne‘ gemeinsam wird er uns einen riesigen Schritt nach vorne bringen“, freut sich Trainer Tornieporth auch über seinen zweiten Neuzugang.

Utecht (v.) gegen den SV Börnsen. Foto: Herzog

Dass Utecht diesen Weg gewählt hat, ist kein Zufall. Sein Bruder stand für die Düneberger Jugend jahrelang im Tor, sein Vater hatte das Amt des Jugendleiters inne und läuft heute für die Senioren des Vereins auf. „Der Kontakt zum DSV ist seit meinem Wechsel zu Hamwarde nie abgerissen. Einige Spieler kenne ich noch sehr gut und da man sich immer mal wieder über den Weg läuft, kam es zu Gesprächen mit Tornie (Trainer Tornieporth, d. Red.), die sehr gut verlaufen sind“, erklärt Utecht gegenüber BOLZJUNGS und führt im Anschluss weiter aus: „Wenn ich den Silberberg betrete, ist es immer ein Stück weit wie nach Hause kommen!“ Für sein neues sportliches Kapitel hat der 22-Jährige derzeit nur ein logisches Ziel. Utecht: „Langfristig erhoffe ich mir, viele Erfahrungen in der Landesliga sammeln zu können und mich sowohl fußballerisch als auch persönlich weiterzuentwickeln. Die oberste Priorität hat aber derzeit natürlich der Klassenerhalt.“ Und der dürfte für den Düneberger SV mit diesen zwei Neuzugängen ein Stückchen näher rücken. Ist dies das erste Ausrufezeichen im Abstiegskampf?