Ausrufezeichen zum Saisonauftakt! SVNA besiegt SV Altengamme mit 5:2

Der SVNA gewann das Auftaktspiel der Saison 2018/19 beim SV Altengamme mit 5:2. Foto: BOLZJUNGS

SV Altengamme – SV Nettelnburg/Allermöhe 2:5 (1:3)
Landesliga Hansa, 1. Spieltag (Fr., 27.07.18, 19.30 Uhr)

Aufgeregt ging er hin und her. „Wie lange ist denn noch zu spielen?“, fragte Dustin Siegmund die Zuschauer. Der Stürmer, der zwei Tore erzielte und nach 73 Minuten den Platz verließ, konnte sich trotz der drei Tore-Führung nicht zur Ruhe setzen. „Ihr kennt uns nicht. Wir kriegen auch in fünf Minuten drei Tore“, unterstrich der Stürmer seine Sorge. Doch die Nummer neun des SV Nettelnburg/Allermöhe sollte Unrecht behalten. Nachdem die 90 regulären abgelaufen waren und die von Schiedsrichter Jonathan Spindler (TSV Glinde) angezeigten fünf Minuten Nachspielzeit ebenfalls absolviert waren, war die Partie zwischen dem SV Altengamme und dem SVNA vorbei. Die Gäste gewannen das emotionale Lokalderby mit 5:2. Die Freude bei Siegmund und seinen Mannschaftskollegen war riesengroß.

Doch bevor die Nettelnburger jubeln konnten, starteten die Gastgeber, die nach ihrer „Rekord-Saison“ und dem vierten Platz als Favorit in die Partie gingen, mit einer frühen Führung perfekt in die Begegnung (3.). Doch auch mit dem frühen 1:0 im Rücken wirkten die Altengammer gehemmt. Ungewohnt viele Fehler unterliefen dem SVA im Aufbauspiel. „Alles was wir technisch und taktisch lösen wollten, war falsch. Eine nahezu hundertprozentige Anzahl an falschen Entscheidungen, die wir getroffen haben“, resümierte Coach Jörn Geffert. Trotz seinen deutlichen Worten nach Spielende verhielt sich der Übungsleiter gewohnt zurückhaltend und ruhig an der Seitenlinie. Lautes Coaching? Fehlanzeige. Stattdessen ging Geffert nach Abpfiff mit seiner Mannschaft hart ins Gericht – aber sachlich und ruhig.

Geffert zeigt sich erschrocken – Andrade-Granados spricht von einem optimalen Saisonstart

„Ich bin einfach nur erschrocken. Das habe ich hier so noch nie gesehen. Das war eine unterirdisch, desolat schwache Leistung meiner Mannschaft und das von der ersten bis zur letzten Minute“, erklärte „Geffi“, der bereits in der ersten Hälfte zwei Wechsel vornahm. „Ich hätte auch sechs andere Spieler auswechseln können“, betonte der Coach. So traf es Marcel Mohr und Neuzugang Niko Reimers. Nach einer „guten Vorbereitung“ sei dieser Auftritt nicht zu erwarten gewesen, wie der Trainer abschließend erklärte.

Doppeltorschütze Dustin Siegmund (li.) wird bei seiner Auswechslung von Trainer Daniel Andrade-Granados geherzt. Foto: BOLZJUNGS

Ganz anders die Gäste, die eine Woche zuvor in der ersten Runde des ODDSET-Pokals am Kreisligisten TSV Reinbek scheiterten (1:2). Trotz des frühen Rückschlags setzte der SVNA die Hausherren früh unter Druck und zwang die Altengammer Hintermannschaft zu unzähligen Fehlpässen. Allein Masehullah Satari gewann in der Hälfte des SVA dreimal den Ball, den er anschließend in den Lauf der Stürmer spielte, die nur noch SVA-Keeper Golinske umkurvten und einschieben mussten. Der SVNA wusste durch zweikampfbetontes und aggressives Pressing zu überzeugen. Dass daraus auch mal ein härteres Foulspiel resultierte, führte bei den zahlreichen Sympathisanten des SVA unter den insgesamt 244 Zuschauern am Gammer Weg zu lautstarken Protesten. Besonders im zweiten Abschnitt spürte man die Atmosphäre eines Lokalderbys. Neun Gelbe Karten und einmal Gelb-Rot für Oliver Lubinski (79., Unsportlichkeit) standen am Ende auf dem Spielberichtsbogen von Referee Spindler.

Dennoch schmälerte auch die Ampelkarte für Lubinski nicht die Freude des SVNA. „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, brüllten die Spieler in ihrem Jubelkreis über den Platz. Diese Freude teilte auch ihr Coach. „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Der Sieg ist absolut verdient“, betonte Daniel Andrade-Granados freudestrahlend. „Für uns ist das trotz des Pokalaus ein optimaler Saisonstart. Zu Beginn der Vorbereitung haben wir gesagt, dass wir mit einem Sieg in die Punktspielsaison starten wollen. Dass wir uns für die harte Arbeit heute überzeugend belohnt haben, ist natürlich echt bombe“, erklärte ein zufriedener Coach, für den es die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte war und die geglückte Revanche nach dem 1:5 aus der vergangenen Saison.

Torfolge: 1:0 Philip Alpen (3.), 1:1 Dustin Siegmund (9.), 1:2 Oliver Lubinski (11.), 1:3 Dustin Siegmund (21.), 2:3 Philip Alpen (54.), 2:4 Patrick Viegas Santos (75.), 2:5 Philipp Sander (77.)

SVA: Golinske; Mohr (29. Pietsch), Scheu, Schulz; To. Czech, Bierwagen; Herzberg, Reimers (41. Böttcher), Alpen; Schraub, Heitmann (80. Obrembalska)
SVNA: Erschens; Wenk, Franz, Spiewak; Ebadi (51. Meyer), Ali; Lubinski, Satari, Viegas Santos (83. Ti. Czech); Sander; Siegmund (73. Sahin)