Dank einer taktischen Umstellung: ASV Hamburg besiegt ASV Bergedorf 85 5:2

Im Duell ASV gegen ASV siegte der ASV Hamburg mit 5:2 gegen den ASV Bergedorf 85. Foto: BOLZJUNGS

ASV Hamburg – ASV Bergedorf 85 5:2 (0:2)
ODDSET-Pokal, 1. Runde (So., 22.07.18, 12.30 Uhr)

Er war zum Handeln gezwungen. Gleich fünf Innenverteidiger fehlten Mohet Wadhwa in der Pokalpartie seines ASV Hamburg gegen den Staffelkonkurrenten ASV Bergedorf 85. Neben Humawez Walizadah, den Wadhwa aus der alten Herren des ASV Hamburg mit in den Kader nahm und direkt in die Startelf packte, stellte er auch Abdul-Nafe Farahi in die Verteidigung. Eigentlich ist Farahi Offensivspieler. „Abdul ist unser Allrounder, der kann jede Position spielen – auch die des Torhüters. Deswegen habe ich ihn dort aufgestellt“, erklärte der Coach. Doch dieses Vorhaben ging nach hinten los. Zur Halbzeit lag der ASV Hamburg gegen den Bezirksliga-Aufsteiger mit 0:2 hinten. Von den Gastgebern war im ersten Durchgang nichts zu sehen.

ASV Hamburg-Trainer Mohet Wadhwa (li.) unterhielt sich während der Partie mit SCVM-Coach Olaf Poschmann. Foto: BOLZJUNGS

Ganz im Gegenteil der Gast. Die Bergedorfer wussten durch einfachen und kombinationsfreudigen Fußball zu überzeugen. Immer wieder kamen sie gefährlich vor das gegnerische Gehäuse – und das wurde belohnt. Christian Kautz per Kopf und Mirco Dell nach Vorarbeit von Stephan Funk erzielten die 2:0-Pausenführung (29., 38.). „Mit der ersten Halbzeit sind wir absolut zufrieden. Da haben wir es so umgesetzt, wie wir wollten und darauf lässt sich aufbauen“, resümierte Trainer Patrick Paap den ersten Abschnitt. Anerkennung gab es für die Leistung auch vom gegnerischen Coach. „In der ersten Halbzeit haben sie uns vorgeführt. Das kann man nicht anders sagen“, fand Wadhwa lobende Worte für den ASV Bergedorf 85.

Doch das Bild änderte sich im zweiten Abschnitt vollständig. Dafür verantwortlich war der Coach. „In der Halbzeit habe ich Abdul aus der Innenverteidigung in den Sturm gestellt. Er ist einfach unser offensiver Schlüsselspieler, den man in jeder Situation anspielen kann“, erklärte der Übungsleiter, ehe er einen Fehler in der Aufstellung einräumte. „Es war ein taktischer Fehler von mir, Abdul nicht von Anfang an in den Sturm zu stellen“, gestand Wadhwa ein. Und welche Qualität Farahi besitzt, zeigte er den Zuschauern, unter denen sich auch SCVM-Trainer Olaf Poschmann befand, in den zweiten 45 Minuten.

Abdul-Nafe Farahi (Nummer 10) erzielte drei Treffer für den ASV Hamburg. Foto: BOLZJUNGS

Innerhalb von 120 Sekunden glich der ASV Hamburg aus. Einmal Farahi und der ehemalige Spieler des SC Vier- und Marschlande, Timo Aschenbrenner, erzielten die Tore (46., 48.).  Nun waren die Gastgeber im Vorteil. Immer wieder pushten sich die Spieler gegenseitig und feuerten sich positiv an. Die Gäste zeigten sich sichtlich geschockt und kamen im gesamten zweiten Durchgang nur noch zu zwei Torchancen (64., 75.). Ganz anders die Hausherren, die sich ihre Chancen beinahe im Minutentakt erarbeiteten. So war es erneut der alles überragende Abdul Fahari, der die 3:2-Führung erzielte (70.). Zehn Minuten später machte der Spieler mit der Nummer 10 seinen Hattrick perfekt und erhöhte auf 4:2 (80.). Der Schlusspunkt gehörte aber Abdul Lundin, der nach Vorlage von Aschenbrenner den 5:2-Endstand besorgte (90.+3).

„Früher hätten wir uns nach einem 0:2-Rückstand noch abschießen lassen, doch heute waren wir sehr positiv und es war überhaupt nicht hitzig oder unruhig“, erklärte Wadhwa. „Personell sind wir auf dem Zahnfleisch gegangen. Deswegen habe ich heute ein sehr enges Spiel erwartet. Sogar auf eine eventuelle Verlängerung und ein Elfmeterschießen haben wir uns vorbereitet“, beschrieb der Coach, der sich nun einen höherklassigeren Gegner wünscht. „Ich wünsche mir einen Oberligisten, denn ein höherklassiger Gegner steht uns besser als ein Bezirksligist“, meinte der Coach.

ASV HH: Graeber; Appiah, Farahi, Walizadah, Gyasi; Arguelho; Ludin, Aschenbrenner, Cayir, Al Radi; Zargaran (46. Szymborski)
ASV 85: Stradins; Schenke (79. Holthöfer), Kautz, Herrmann, Krahn; Asante-Sefa, Schwenke; Föhres, Balik (57. Gauger), Dell; Funk