Dank eines Treffers in der Nachspielzeit: TuS Hamburg punktet gegen Düneberg

Das Duell zwischen TuS Hamburg und dem Düneberger SV endete 1:1. Foto: BOLZJUNGS

TuS Hamburg – Düneberger SV  1:1 (0:1)
Bezirksliga Ost, Nachholspiel des 21. Spieltags (Mi., 02.05.18, 19.00 Uhr)

Es lief bereits die dritte Minute der Nachspielzeit in der Bezirksliga-Partie zwischen dem TuS Hamburg und dem Spitzenreiter Düneberger SV. Nach einem Foulspiel von Dünebergs David Özcerkes an Arne Ross entschied Schiedsrichter Niko Lahajnar (TuS Borstel Hamburg) auf Freistoß für die Gastgeber. „Entweder der geht jetzt rein oder wir kassieren einen Gegentreffer“, kommentierte TuS-Trainer Hasan Akgün vor der Ausführung. Der Coach sollte mit dem ersten Teil seiner Aussage Recht behalten. Den fälligen Standard beförderte Mathias Wrede an den zweiten Pfosten, wo Jan-Henrik Dreyer die Kugel per Kopf auf den hereinlaufenden Mateo Naucke ablegte, der das Spielgerät zum umjubelten 1:1-Ausgleich einnickte. Nach dem Treffer jubelte der TuS-Trainer frenetisch. „Da ist das Ding. Ich habe es euch doch vorhergesagt“, scherzte Akgün.

Zu Scherzen aufgelegt war der Trainer auch im ersten Durchgang. Die Hausherren dominierten die erste Hälfte der Partie. Bereits in den ersten zehn Minuten bekamen die Zuschauer, unter denen sich auch Mo Wadhwa, Trainer des kommenden Düneberger Gegners ASV Hamburg befand, drei gute Möglichkeiten des Tabellenfünften zu sehen. Doch weder Jamal Umoru und Arne Ross noch Andreas Jerchel konnten ihre Chancen verwerten (6., 8., 10.). Die Gäste kamen in der 21 Minute durch eine Kontergelegenheit zu ihrer ersten Chance. Doch Dominik Schindlers Vorlage konnte der auffällige Nasser El Osman nicht im gegnerischen Gehäuse unterbringen. DSV-Trainer Dennis Tornieporth zeigte sich wenig begeistert vom Auftritt seiner Mannschaft. „Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was wir morgen im Training machen“, brüllte der Coach über den Platz (35.).

Jeremias trifft zur Halbzeitführung – Tornieporth: „Da ist gar kein Wille zu sehen.“

Diese „Drohung“ schien bei seinen Spielern dann Wirkung zu erzielen. Vier Minuten nach der lautstarken Aussage des Coaches setzte Eren Bektas den Ball aus halblinker Position an den linken Pfosten (39.). Kurz vor der Pause kamen die Gäste dann sogar noch zur Führung. Nach einer geblockten Flanke von Schindler beförderte Leon Ullmann den zweiten Ball erneut in die Gefahrenzone, wo Marcel Jeremias das Spielgerät aus kurzer Distanz ins rechte untere Eck des Kastens unterbringen konnte (45.+1).

Lautstark an der Seitenlinie aktiv: TuS Hamburg-Trainer Hasan Akgün. Foto BOLZJUNGS

Vier Minuten nach dem Wiederanpfiff kamen die Hausherren durch Ali Ildir zur ersten Gelegenheit. Doch der 42-jährige Außenverteidiger zielte den Ball knapp am linken Pfosten vorbei. In der Folge riss der DSV das Spielgeschehen an sich. Schindler und El Osman vergaben dabei zwei Tormöglichkeiten (62., 66.). Dem TuS merkte man an, dass er etwas aus dem Konzept kam. Das erkannte auch ihr Coach an der Seitenlinie. „Wieso lasst ihr eure Köpfe hängen? Kommt hinten raus und spielt Fußball“, bemängelte Akgün das mangelnde Pressing in der Schlussphase. Doch auch sein Gegenüber zeigte sich trotz der verbesserten Leistung im zweiten Durchgang nicht zufrieden. „Wie langsam wir hier heute spielen. Da ist gar kein Wille zu sehen“, meckerte Tornieporth (84.). Nach dem beschriebenen Treffer der Hausherren in der Nachspielzeit war Schluss.

Tornieporth: „Es würde uns besser stehen, wenn wir noch weiterhin in der Bezirksliga bleiben würden.“

„Mir fehlen ein bisschen die Worte. Wenn du erst in der 93. Minute das 1:1 bekommst und du mit solchen taktischen Fehlern da so drum bettelst, ist es alles andere als unverdient“, ärgerte sich der Düneberger Übungsleiter. „Bei uns fühlen sich viele zu sicher und machen nur das Nötigste. Von der Form aus der Hinrunde sind wir momentan so weit entfernt, wie der HSV von der Champions-League“, ließ „Tornie“ seinem Frust freien Lauf. „Wir können glücklich sein, dass die Saison bald zu Ende ist und dass alle anderen Teams zu blöd waren. Wir haben in 2018 ganze drei Siege geholt und sind trotzdem noch auf Platz eins. Das ist ja der absolute Wahnsinn. Keiner von uns braucht von der Landesliga träumen. Wenn wir dort so auftreten, sind wir im Winter von einem Nicht-Abstiegsplatz meilenweit entfernt. Von daher würde es uns besser stehen, wenn wir noch weiterhin in der Bezirksliga bleiben würden“, erklärte ein sichtlich verärgerter DSV-Trainer abschließend.

Die Stimmungslage bei seinem Gegenüber war eine ganz andere. „Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, in der wir uns gute Chancen erarbeitet haben. Ab der 60. Minute haben wir aber ein bisschen nachgelassen. Düneberg hatte ab diesem Zeitpunkt mehr Spielanteile. Trotzdem nehmen wir diesen Punkt gerne mit. Ein Treffer in der Nachspielzeit passiert uns auch nicht so oft“, sprach ein zufriedener TuS-Coach Hasan Akgün, der noch ein Ziel für die restlichen drei Partien ausgab. „Wir wollen so gut wie es geht abschneiden und unter die ersten Drei kommen“, blickte der Trainer voraus.

Um das angestrebte Ziel zu erreichen, muss der TuS Hamburg im Auswärtsspiel beim ETSV Hamburg drei Punkte einfahren (Sonntag, 11 Uhr, Katendeich). Bei einem Sieg gegen den ASV Hamburg am Sonnabend (15 Uhr, Snitgerreihe) kann der Düneberger SV, vorausgesetzt der Ahrensburger TSV gewinnt am Freitagabend nicht gegen den Barsbütteler SV, schon frühzeitig die Meisterschaft und den Landesliga-Aufstieg perfekt machen.

TuS: Felst Guinea; Wrede, Dreyer, Lilje (74. Nernheim), Ildir; Ross, Umoru (57. Naucke), Graske, Lips (66. Nikolaides); Jerchel, Schwager
DSV: Richter; Blöh, Jeremias, Özcerkes, Faqiri (83. Funk); El Osman, Bektas (41. Redzepagic); Ullmann, Behrens, Suratman (76. Elghrari)