Dassendorf mit Nullnummer gegen Aufsteiger – Keeper Alberti hält Meiendorf Punkt fest

Meiendorfs Nummer drei Ephrahim Asante passt durch von Walsleben-Schied (l.) und Mattia Maggio hindurch. Foto: BOLZJUNGS

TuS Dassendorf – Meiendorfer SV 0:0 (0:0)
Oberliga Hamburg, 13. Spieltag (Sa., 20.10.18, 13.00 Uhr)

Lob von allen Seiten gab’s für Meiendorfs Schlussmann Briant Alberti. „Das macht der heute ganz stark“, musste auch Dassendorfs Torwarttrainer Sandro Ahrens in der Nachspielzeit an der Seitenlinie zugeben. Albertis Co-Trainer Tobias Sävke – der 34-Jährige vertrat den auf der Hochzeit seines Bruders weilenden „Chef“ Baris Saglam – frohlockte nach dem 0:0 bei Dassendorf: „Er hat uns den Punkt festgehalten!“ Und damit gleichzeitig der TuS die Chance genommen, Anschluss an die Ligaspitze zu finden.

Der Aufsteiger nimmt dank eines disziplinierten, wenn auch für neutrale Zuschauer unattraktiven Auftritts, einen Punkt beim Meister mit. Für Dassendorf ist das natürlich viel zu wenig. „Ich bin ein bisschen fassungslos über den Spielverlauf“, gab Trainer Elard Ostermann anschließend zu Protokoll. Seine Mannschaft lief vor 152 Zuschauern am Wendelweg immer wieder an. Der Gegner erwartete die Gastgeber tief in der eigenen Hälfte, „parkte den Bus“ vor dem eigenen Gehäuse. „Wir wussten, dass es heute eine Defensivschlacht wird, haben unter der Woche akribisch an dem Defensivspiel gearbeitet“, erklärte MSV-Co-Trainer Sävke. „Mit dieser großen Leidenschaft hat sich die Mannschaft in meinen Augen den Punkt verdient.“

Dassendorf wie beim Handball, der Ball will aber nicht über die Linie

Briant Alberti erwischte einen perfekten Tag. Archivbild: Herzog

Sie spielten um den Sechzehner, immer und immer wieder. Von links nach rechts, von rechts nach links. Die Lücken ergaben sich zwar, die Gelegenheiten ebenfalls. Doch entweder vergaben die Dassendorfer selbst oder scheiterten an Meiendorfs Keeper Alberti. Allen voran Mattia Maggio kam zu diversen Chancen (3., 18.). Sven Möller hätte ebenso treffen müssen (9.) wie Kristof Kurczynski per Kopfball (28.). „Wir sind selbst für die Leistung und das Ergebnis verantwortlich“, wusste auch Ostermann, den das fehlende Einschreiten des Unparteiischen nervte. „Es war schon ziemlich provokant, dass wenn ein Ball ins Aus fliegt, er erst nach drei Minuten wieder ins Spiel kommt. Das obliegt dann dem Schiedsrichter, einmal eine kurze Ansage zu machen oder eine Karte zu zeigen, sodass überhaupt ein Fußballspiel stattfindet.“

Das sollte mitnichten nicht der einzige Disput zwischen Ostermann und dem Gespann in Gelb sein. Als sich die Dassendorfer Bank über die zahlreichen Foulspiele von Meiendorfs Sechser Marcin Herzog beschwerte, Sportchef Jan Schönteich die Worte „Die Nummer vier hat schon 40 Fouls“ auf den Platz rief, entgegnete Linienrichter Nicolas Sethmacher mit den Worten „und ihr null Tore!“. Ostermann sprang aus seinem Stuhl und beschwerte sich beim Assistenten. Der TuS-Trainer später: „Es ist nicht die Aufgabe des Schiedsrichter-Assistenten, eine Mannschaft mit Äußerungen zu provozieren. Das halte ich in der Situation für unglücklich.“ Die Worte des Linienrichters waren zwar unangebracht, nach 90 Minuten inhaltlich allerdings noch immer korrekt. Nach der Nullnummer gegen den Aufsteiger muss die TuS nun zu Barmbek-Uhlenhorst und zum TSV Sasel – zwei dicke Brocken, die es auf dem Weg zurück in die Ligaspitze zu überwinden gilt.

Bitter! Amando Aust musste Länderspiel-Einladung ablehnen

Dassendorfs Kapitän Amando Aust wurde erneut für die Nationalmannschaft Gambias nominiert. Die Einladung annehmen konnte der 28-jährige Innenverteidiger aber nicht. „Für mich war das richtig enttäuschend. Ich hatte auf der Arbeit schon abgesprochen, dass ich frei bekomme. Mit der Uni wäre es eigentlich auch kein Problem gewesen. Ich musste zu dem Zeitpunkt allerdings eine Präsentation halten, die sich nicht verschieben ließ. Und die hätte ich erst in einem Jahr nachholen können“, erklärte ein geknickter Kapitän. Dennoch zieht der Kapitän das Positive daraus: „Mich hat es gefreut, dass der Trainer an mich gedacht hat! Vor allem, wenn man bedenkt, dass es zwei so wichtige Spiele (gegen Togo für die Qualifikation für den Afrika Cup, d. Red.) waren.“ Doch so steht beim Dassendorfer Kapitän die doppelte Enttäuschung über die notgedrungene Länderspiel-Absage und die Nullnummer gegen den Aufsteiger.

TuS: Gruhne; Lenz, Aust, Karikari (79. Saqib); Dettmann, Hinze (69. Carolus); Nägele, Möller, Maggio, Kurczynski (69. Suntic); von Walsleben-Schied
MSV: Alberti; Rosseburg, Heitbrock, Tatsis, Kaczenski (77. Sharifi); Sara, Hercog; Schön (69. Düzel), Varela Monteiro (84. Hoti), Asante; Zazai