Dassendorf siegt 3:1 beim SVCN: Kristof Kurczynski mit Doppelpack gegen Ex-Klub

SV Curslack-Neuengamme – TuS Dassendorf 1:3 (0:0)
Oberliga Hamburg, 32. Spieltag (Sa., 05.05.18, 13.30 Uhr)

Das Trikot von Marvin Schalitz, Innenverteidiger des Oberligisten SV Curslack-Neuengamme, war vor dem Spielbeginn gegen die TuS Dassendorf einfach nicht aufzufinden. „Herr Schiedsrichter, kann unser Spieler erst einmal mit einem anderen Trikot auflaufen?“, fragte SVCN-Manager Oliver Schubert unmittelbar vor dem Einlaufen. Doch dann hatten die Curslacker Offiziellen noch eine andere Idee. Sie kreierten aus dem Trikot mit der Nummer acht kurzerhand mithilfe eines Klebestreifens das Jersey mit Schalitz‘ richtiger Nummer 18. Was dann im Anschluss in Abschnitt eins des Derbys des bereits gesicherten SVCN und den als Meister feststehenden Dassendorfern folgte, ist schnell erzählt.

Die Gastgeber begannen ansehnlich, spielten sich das eine oder andere Mal bis kurz vor den gegnerischen Strafraum. Doch gefährlich wurde es bis auf einen vergebenen Schuss von SVCN-Stürmer Adrian Sousa auf beiden Seiten nicht. „Wir haben in der ersten Halbzeit wenig zugelassen und das hervorragend gemacht! Da wäre durchaus mehr drin gewesen für uns“, zeigte sich Curslacks Cheftrainer Torsten Henke zufrieden mit dem Auftreten seiner Jungs. Nach der Fußballtennis-Halbzeiteinlage der SVCN-Auswechselspieler Leon Giese, Tom Bober, Niklas Driebel und Muharem Velija wurde es nach dem Wiederanpfiff dann prompt hektisch.

Kristof Kurczynski mit Doppelpack gegen Ex-Klub – Dassendorf überreicht scheidendem SVCN-Coach Henke Abschiedsgeschenk

Kristof Kurczynski markierte einen Doppelpack. Foto: Herzog

Es waren gerade einmal drei Minuten gespielt, als Dassendorfs Andre Ladendorf zum 20 Meter vom Tor entfernten Freistoß antrat. „Jungs, bleibt in der Mauer zusammen!“, rief SVCN-Coach Henke lautstark über den Platz. Doch seine Spieler machten es anders und Ladendorf nutzte die Lücke. Curslacks Keeper Fabian Lucassen konnte den Ball zwar an den Pfosten lenken, doch von da fiel das Spielgerät Jeremy Karikari vor die Füße, der aus einem Meter nur noch einzuschieben brauchte und die 1:0-Führung erzielte (48.). Curslacks Innenverteidiger Schalitz beschwerte sich dabei lautstark bei dem Schiedsrichterassistenten, da der 22-Jährige eine Abseitsstellung des Torschützen gesehen haben will. Doch die motivierten Gastgeber kamen schon drei Zeigerumdrehungen später zurück – und das ausgerechnet durch Schalitz. Nach einer Ecke von Vitali Wilhelm konnte TuS-Torwart Christian Gruhne den Kopfball von Sebastian Spiewak nur noch nach vorne abwehren, wo Schalitz per Abstauber zum Ausgleich einnetzte. „Na Schalitz, war das Abseits?!“, riefen einige Zuschauer im Anschluss aus Spaß auf das Spielfeld.

Dieser Gegentreffer ließ die Gäste nun allerdings richtig aufdrehen – vor allem den ehemaligen Curslacker Kristof Kurczynski. Nach einer Ecke von Sven Möller verwandelte Dassendorfs Nummer 10 per Kopf ins lange Eck zur erneuten Führung (75.). Kurz vor Ende traf dann wieder Kurczynski zum 3:1-Endstand – erneut per Kopf.

Auf der Pressekonferenz im Curslacker Vereinsheim stellte TuS-Trainer Peter Martens, der mit Thomas Hoffmann das gleichberechtigte Trainerduo bildet, dann klar, dass man trotz der bereits feststehenden Meisterschaft weiterhin in jeder Partie alles geben werde. „Man hat gesehen, dass dies ein Derby unter besonderen Vorzeichen war. Für beide Seiten ging es nicht mehr um so viel. Dennoch haben wir am Ende verdient gewonnen. Unsere Mentalität ist nach wie vor da. Stand jetzt sind zum Pokalfinale alle fit“, erklärte Martens.

Eine tolle Geste des Meisters aus Dassendorf gab es dann nach der Beendigung der Pressekonferenz. „Wir werden dich sehr vermissen, Torsten (SVCN-Coach Torsten Henke, der im Sommer sein Traineramt niederlegen wird, d. Red.).  Von all denen, die jetzt aufhören, bist du mir der Liebste!“, fand TuS-Sportchef Jan Schönteich emotionale Worte, ehe er Henke als eine nette Geste eine Eintrittskarte für das Dassendorfer ODDSET-Pokalfinale gegen Niendorf übergab.

SVCN: Lucassen; Brudler, Spiewak, Schalitz, Wilhelm; Yücel (82. Driebel), Beldzik (88. Reimers); Lenz, Radic, Klein; Sousa (72. Velija)
TuS: Gruhne; Lenz, Karikari, Carolus; Möller, Ladendorf (62. Warmbier); Thomas (82. Koops), Nägele, Kurczynski, Dittrich (46. Dettmann); Müller