Dassendorf verpasst die Sensation – Möller: „Das hat Lust auf mehr gemacht!“

Das ist bitter für die TuS Dassendorf! Nur mit einer knappen 0:1-Niederlage muss sich der Oberliga-Serienmeister in der ersten Hauptrunde im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten MSV Duisburg geschlagen geben. Vor 3500 Zuschauer im ausverkauften Stadion an den Sander Tannen in Bergedorf verkaufte sich die TuS sehr teuer. Doch den Treffer von Boris Tashchy aus der 24. Minute konnten die Männer von Trainer Elard Ostermann nicht ausgleichen. Damit ist das Abenteuer DFB-Pokal für die „Wendelwegler“ nach der ersten Runde schon wieder beendet. Die „Zebras“ ziehen in die zweite Runde ein. Wie Spieler, Trainer und Offizielle diesen denkwürdigen Tag sahen, lest ihr hier in der Stimmen-Übersicht.

Elard Ostermann (Trainer TuS Dassendorf):
„Ich bin sehr zufrieden, wie die ganze Organisation gelaufen ist. Vielen Dank dafür! Es war familiär, die Duisburger haben sich wohl gefühlt und fahren mit einem Sieg nach Hause. Das haben wir uns natürlich anders vorgestellt. Sportlich waren wir auf den Gegner gut eingestellt und haben, bis auf die Anfangsphase, wenig zugelassen. Wenn man zwei, drei Möglichkeiten der Proficlubs übersteht, denkt man, dass dieses Spielglück für einen Sieg reicht. Die Zuschauer haben uns immer wieder nach vorne gepeitscht, wodurch ich den Eindruck hatte, dass die meisten Spieler körperlich an ihre hundert Prozent gegangen sind. Taktisch hat man natürlich immer mal einen Unterschied gesehen, aber das ist bei drei Klassen Unterschied natürlich normal.“

Ilia Gruev (Trainer MSV Duisburg):
„Nach unserem klassischen Fehlstart und vielen taktischen Diskussionen haben wir es heute geschafft, ein Spiel zu gewinnen, zu Null zu gewinnen und ein Stürmertor zu erzielen. Ich denke, wir sind absolut verdient in die zweite Runde eingezogen. Meiner Mannschaft muss ich ein Kompliment machen, denn sie haben den Gegner nicht unterschätzt. Kompliment an Dassendorf und deine Arbeit, Elard, denn auch ihr habt sehr diszipliniert gespielt.“

Jan Schönteich (Sportchef TuS Dassendorf):
„Sportlich ist es manchmal besser, wenn du 4:1 verlierst. Dann musst du nicht so viel nachdenken. Denn so denkst du nochmal mehr nach, gerade wenn du drei Halbchancen und eine echte Chance hattest. Insgesamt sind stolz, wie das Ganze hier gelaufen ist. Vielen Dank an unsere Organisatoren, dieser Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Somit bin ich letztlich froh, dass das Ganze hier vorbei ist. Das belastet über Monate einen kleinen Amateurverein. Das ist nicht mal eben so gemacht. Natürlich sind wir auch traurig, dass das große Highlight jetzt vorbei ist, aber ich freue mich jetzt auf den Alltag und wir wollen die Titeljagd nun beginnen!“

Robert Mirmbachi (Kaufmännischer Leiter TuS Dassendorf):
„Ich ziehe heute ein positives Fazit. Wir haben viel gearbeitet, viele Lehren aus dem HSV-Testspiel gezogen. Alles in allem sind wir was die Abläufe angeht sehr zufrieden. Unsere Sorgenkinder hinten im Duisburger Block haben natürlich kräftig gezündelt, so dass man in solchen Momenten natürlich nochmal kurz Bauchschmerzen bekommt. Aber die Ordner haben funktioniert, auch die Abläufe im VIP-Bereich. Die Zuschauer waren glücklich, es gab genug zu trinken bei dem heißen Wetter. Alles in allem war es eine tolle Veranstaltung, es hat Spaß gemacht und wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!“

Amando Aust (Kapitän TuS Dassendorf):
„Primär bin ich jetzt so kurz danach enttäuscht. Dass wir guten Fußball gespielt haben, hat man über Phasen gesehen. Aber dann letztlich doch zu selten, am Ende vielleicht ein wenig mutlos. Ich war eben beim Schlusspfiff überrascht, dass schon Schluss war. Ich hatte das Gefühl, dass wir noch ein paar Reserven hatten. Das Spiel war, wie wir uns das vorgestellt haben. Die erste Druckphase haben wir gut überstanden, Duisburg hat viele lange Bälle gespielt. Dann haben wir uns gedacht, dass wir auch mal am Spiel teilnehmen. Als dann das Gegentor rein ging, wurde es schwierig. Denn die hundertprozentige Chance hatten wir auch nicht. Mit ein bisschen Zeit und Abstand können wir dennoch stolz sein auf diese Leistung gegen einen Zweitligisten.“

Sven Möller (Mittelfeldspieler TuS Dassendorf):
„Man ist definitiv enttäuscht aber auch mega stolz auf die Truppe. Denn was wir hier auf die Beine gestellt haben und wie wir uns im Spiel verkauft haben, war stark. Ein 0:1 ist natürlich sehr knapp. Wir hatten gute Chancen, hatten keine Angst, nur Respekt. Mit ein Quäntchen Glück machen wir das 1:1. Das hat Lust auf mehr gemacht, dafür müssen wir aber unsere Hausaufgaben im ODDSET-Pokal machen. Es wäre schön, so etwas hier jedes Jahr zu erleben. Egal wer hierher kommt, es ist ein mega Event!“

Richard Sukuta Pasu (Stürmer MSV Duisburg):
„Generell ist es für mich persönlich immer schön, nach Hamburg zurückzukommen und hier die Luft zu atmen. Ich muss durchaus sagen, dass Dassendorf das heute gut gemacht hat. Wir alle haben trotz der Niederlage eine gute gegnerische Mannschaft gesehen. Man kann dem Team und dem Trainer nur ein Kompliment machen. Und diese zahlreichen Meisterschaften von Dassendorf kommen ja nicht von irgendwo her. Mich hat es gefreut, dass auch viele Zuschauer aus Duisburg mitgekommen sind. Es war eine super Kulisse hier.“

Lukas Fröde (Mittelfeldspieler MSV Duisburg):
„Wir hatten es selbst in der Hand, hatten in der 2. Minute die erste Eins-gegen-Eins-Situation und auch im Anschluss noch weitere gegen den Torwart. Und dann ist klar, dass wenn du die nicht machst, sie dabei sind und bis zum Ende alles versuchen. Das haben wir zugelassen und deswegen mussten wir das dann auch bis zum Schluss ausbaden. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Wir hatten genug Möglichkeiten, den Sack zuzumachen.“