Der Absturz der Lauenburger SV: Auf den Gang in die Kreisklasse folgt der Zwangsabstieg!

Der Absturz der Fußball-Herren des Lauenburger SV geschah radikal. Von links: Tom Clarke, Dennis Lohmeier und Fayiz Akgün. Foto: Herzog

Erst am letzten Spieltag der vergangenen Saison stand fest, dass die Kreisliga-Kicker der Lauenburger SV den schweren Gang in die Kreisklasse antreten müssen. Nach dem 0:4 beim zu dem Zeitpunkt bereits abgestiegenen VfL Lohbrügge II war der Abstieg aus der Kreisliga 3 besiegelt. Schon in dem so wichtigen Spiel damals sagten gleich mehrere LSV-Akteure kurz vor dem Treffpunkt ab. Der damalige Trainer Helmut Kiehn übergab im Sommer an seinen „Co“ Marcus Stechbarth, die Personalprobleme hielten aber auch unter dem neuen Übungsleiter und in der neuen Liga, der Kreisklasse 2, weiter an – und damit die sportlichen Sorgen ebenfalls.

Tom Clarke will sich unter seinem Jersey verstecken. Foto: Herzog

Der Absturz der Lauenburger SV. In der Saison 2015/16 spielte die erste Herren der Elbestädter noch in der Bezirksliga. Drei Spielzeiten später nun der vorzeitige Zwangsabstieg aus der Kreisklasse 2 in die Kreisklasse B – die LSV steht schon jetzt als erster Absteiger fest! Der Grund: An den ersten zwölf Spieltagen bekam Trainer Marcus Stechbarth, trotz der Zusammenlegung der ersten und zweiten Herren im Sommer, gleich dreimal (!) keine Mannschaft zusammen. Wie schon am 3. Spieltag (bei Vorwärts-Wacker Billstedt II) und vergangene Woche bei Lohbrügge II musste auch das Duell mit der „Zweiten“ des SV Nettelnburg/Allermöhe abgesagt werden. „Viele Leute sind nicht zum Training erschienen, haben Absprachen nicht eingehalten. Das ist eine große menschliche Enttäuschung von einigen Spielern. Sie haben sich keine Gedanken gemacht, was Mannschaftssport bedeutet“, zeigt sich Stechbarth auf BOLZJUNGS-Nachfrage enttäuscht.

In den neun Spielen, in denen die LSV in dieser Saison angetreten war, sammelte das Schlusslicht magere vier Punkte. Nur sieben eigene Treffer standen 50 Gegentoren gegenüber. Erschreckend: Teilweise trat das Team dezimiert an, spielte nur mit acht Mann. Am vergangenen Donnerstag zogen die Verantwortlichen dann die Reißleine, meldeten das Team vom Spielbetrieb ab. „Irgendwann muss man eine Entscheidung treffen. Unter diesen Voraussetzungen war es nicht mehr machbar. Ich habe am Donnerstag gefragt, wer am Wochenende dabei ist. Ich habe nur von sechs Spielern eine Antwort bekommen“, erklärt Stechbarth. Der Trainer weiter: „Das ist ein Prozess, der sich von Saisonbeginn an so entwickelt hat. Auch in der Rückrunde zuvor hatten wir schon personelle Probleme.“ Nicht nur im Verein selbst ist man enttäuscht über das Aus. Mit Timo Lenz, der heute für den Oberligisten SV Curslack-Neuengamme auf Torejagd geht, zeigt auch ein Ex-Lauenburger Mitgefühl. Der 24-jährige Stürmer: „Ich beobachte die LSV noch. Da haben einige Kumpels von mir gespielt. Das alles ist sehr traurig. Da wurde zu viel falsch gemacht vom Verein.“

Wie es mit dem Verein aus der Elbestadt nun weiter geht, ist noch völlig offen. Immer wieder steht ein Zusammenschluss mit dem Nachbarverein FC Lauenburg im Raum. Einige Verantwortliche sollen sich gegen dieses Vorhaben aber wehren. „Wir setzen uns mit unserem Vorstand zusammen und schauen, was noch machbar ist. Ich persönlich habe schon Lust, im Fußball zu bleiben. Im Moment überwiegt aber die Enttäuschung“, sagt das LSV-Urgestein Stechbarth.