Der eingewechselte Al Tamemy schießt Teutonia zum Sieg am Wendelweg

Der FC Teutonia 05 siegt 1:0 in Dassendorf und entführt alle drei Punkte vom Wendelweg. Foto: BOLZJUNGS

TuS Dassendorf – FC Teutonia 05 0:1 (0:0)
Oberliga Hamburg, 11. Spieltag (Sa., 06.10.18, 13.00 Uhr)

Das Topspiel in der Oberliga zwischen der TuS Dassendorf und dem FC Teutonia 05 bot schon vor dem Anpfiff von Schiedsrichter Martin Ghafury (HSV Barmbek-Uhlenhorst) genügend Anreiz für die beiden Mannschaften. Der Sieger dieser Partie würde zumindest bis Sonntagnachmittag an die Tabellenspitze springen. Doch die 303 Zuschauer am Wendelweg bekamen bei bestem Wetter kein hochklassiges Spitzenspiel zu sehen. Ganz im Gegenteil. Torchancen waren, vor allem im ersten Durchgang, Mangelware. Doch die Möglichkeit war da. Zumindest für die Dassendorfer, die früh in Führung hätten gehen können. Nach einem Foulspiel von Dino Fazlic an Sven Möller an der eigenen Strafraumkante gab es Freistoß für die Gastgeber. Möller legte sich den Ball aus bester Position hin. „Das ist das 1:0“ oder „Den macht er jetzt rein“ prophezeiten einige Anhänger der TuS im weiten Rund. Doch die Zuschauer wurden nicht bestätigt. Möller setzte den Ball deutlich über das Tor (8.).

In der Folge wurden die Gäste immer präsenter und ließen der Mannschaft von Trainer Elard Ostermann kaum Freiräume. Viele Zweikämpfe prägten das Bild. Es schien so, als ob die Mannschaften auf gegenseitige Fehler warten würden. Und dieser Fehler kam. Dassendorfs Linus Büchler vertändelte den Ball an der Mittellinie, sodass der auffällige Andre Müller frei auf TuS-Keeper Christian Gruhne zulaufen konnte. Doch Amando Aust störte Müller noch entscheidend, sodass der Offensivspieler nur einen harmlosen Schuss abfeuern konnte. Gruhne hielt den Ball fest (29.). Doch mehr bekam Gruhne erst einmal nicht zu tun. Auch sein Gegenüber Semir Svraka konnte sich nicht über zu viel Arbeit beschweren. Als es dann doch mal in Richtung T05-Gehäuse ging, wurde aber nicht viel Gefahr entwickelt. Nach einem langen Einwurf von der linken Seite von Pascal Nägele köpfte Maximilian Dittrich rechts neben das Tor (39.). Mehr wurde im ersten Durchgang nicht geboten.

Teutonia drückt auf den Führungstreffer – Dassendorf nur nach Einwürfen gefährlich

Im zweiten Abschnitt wurden die Gäste aktiver und kamen neun Minuten nach Wiederanpfiff zur bis dahin größten Chance. Müller lief auf Gruhne zu und umkurvte den Keeper, doch seine Hereingabe vor das Tor, wo Nick Gutmann einschussbereit stand, wurde von Marcel Lenz kurz vor der Linie geklärt (55.). In der Folge versuchte die Mannschaft von Trainer Sören Titze über die rechte Seite mit dem starken Andre Müller Gefahr zu entwickeln. Aytac Erman schickte Müller die rechte Außenbahn runter, doch der Schuss der Nummer 14 prallte an den rechten Außenpfosten (60.). Nun war Teutonia 05 die klar bessere Mannschaft, doch ein Tor wollte nicht fallen – noch nicht. Die Hausherren entwickelten ausschließlich durch lange Einwürfe von Nägele einen Hauch von Torgefahr. So traf Muizz Saqib den Ball, den Aust verlängerte, nicht richtig (69.).

In der 74. Minute brachte T05-Coach Titze dann Noor Al Tamemy in die Partie. Und das sollte sich auszahlen. Nach einen Foul von Amando Aust an Davidson Eden entschied der Referee auf Vorteil. So spielte Andre Müller den Ball in den Lauf zu Nick Gutmann, der das Spielgerät in den Rückraum bugsierte. Dort kam der kurz zuvor eingewechselte Al Tamemy angerauscht und beförderte die Kugel zum umjubelten 1:0 ins Netz (75.). Georgios Cholevas sprang vor Freude beinahe TuS-Trainer Elard Ostermann um. Doch auch nach dem Gegentreffer kam von den Gastgebern nichts mehr. Außer ein Einwurf von Nägele, der aber vor dem Tor geklärt wurde, kamen die Dassendorfer zu keiner Ausgleichschance. So passte es auch ins Bild, dass Sven Möller einen Freistoß in der dritten Minute der Nachspielzeit harmlos vor das Tor brachte. Der Ball wurde per Kopf geklärt. Danach war Schluss. Die Titze-Equipe springt durch den Dreier am Wendelweg bis zum Spiel von Altona 93, das am morgigen Sonntag um 14 Uhr den Wedeler TSV empfangen und bei einem Sieg die Tabellenführung zurück erobern kann, auf Platz eins.

Al Tamemy: „Unser Ziel war es von an Anfang an, die Meisterschaft zu holen“

„Ich war mir ziemlich sicher, dass ich den Ball reinmachen werde. Aber dass der Ball so perfekt auf meinen Fuß kommt, habe ich nicht gedacht. Das war klasse gemacht von Nick. Wir haben als Mannschaft zusammen gekämpft und verdient gewonnen“, sagte der Held des Tages, Noor Al Tamemy. „Wir haben beim Aufwärmen mit den Jungs gequatscht. Wenn du rein kommst, mach einfach ein Tor und entscheide das Spiel, sagten sie mir. Und jetzt bin ich sehr glücklich“, sagte der Torschütze mit einem Strahlen im Gesicht, um anschließend zu betonen, wo die Reise beim FC Teutonia 05 hingehen soll. „Unser Ziel war es von an Anfang an, die Meisterschaft zu holen. Das müssen wir nicht verschweigen. Und jetzt wollen wir weiterhin oben bleiben. Wir wissen, dass hinter uns eine Menge Qualität kommt“, betonte Al Tamemy.

Sein Trainer schlug in die selbe Kerbe. „Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir wieder oben angreifen wollen. Und das ist unser klares Ziel. Mit dem aktuellen Saisonverlauf bin ich bisher natürlich sehr zufrieden“, betonte Sören Titze, um anschließend lobende Worte für die Leistung seiner Mannschaft zu finden. „Ich kann meiner Mannschaft heute ein großes Kompliment machen. Die ersten 60 bis 65 Minuten haben wir das überragend gemacht. Defensiv haben wir gut gestanden und wenig zugelassen. Das einzige, wobei wir Probleme hatten, waren die Einwürfe. Aus dem Spiel heraus haben wir uns die ein oder andere gute Chance herausgearbeitet. Am Ende des Tages würde ich aufgrund der ersten 65 Minuten sagen, in denen wir die Nuance besser waren, dass wir das Spiel verdient gewonnen haben“, analysierte Sören Titze.

Sein Gegenüber sah es ähnlich und hatte einen Erklärungsversuch parat. „Ich glaube auch, dass das über die 90 Minuten ein verdienter Sieg für Teutonia war. Wir hatten uns viel vorgenommen und wollten das Spiel für uns entscheiden. Dafür hätten wir aber ein bisschen mehr investieren müssen. Ich habe den Eindruck, wenn wir unter der Woche ein Pokalspiel haben, dass wir dann am Wochenende schwer in Tritt kommen. Das war jetzt das dritte Pokalspiel und das dritte Mal patzen wir im Anschluss“, erklärte TuS-Trainer Elard Ostermann. „Zum Glück sind die nächsten Pokalspiele am Wochenende angesetzt“, sagte Ostermann und bewies, dass er trotz der Niederlage seinen Humor nicht verloren hatte. „Heute fehlte die letzte Konzentration im Abschluss und im Passspiel. Ein Sieg wäre heute nicht verdient gewesen“, betonte Ostermann abschließend.

TuS: Gruhne; Lenz, Aust, Büchler (46. Carolus); Dettmann, Hinze (64. Saqib); Nägele, Möller, Dittrich (78. Kurczynski); Maggio, von Walsleben-Schied
T05: Svraka; Cholevas (74. Al Tamemy), Mallwitz, Holz, Lahmann-Lammert; Müller (83. Aydin), Eden, Fazlic, Gutmann; Pressel, Erman (88. Gillich)