Der Titelverteidiger schlägt wieder zu: Oststeinbeker SV gewinnt erneut den E-Werk-Cup in Reinbek

Der Oststeinbeker SV verteidigt seinen Titel und gewinnt wie im vergangenen Jahr den E-Werk-Cup in Reinbek. Foto: Zerbian

Bevor das erste Halbfinale des E-Werk-Cups in Reinbek angepfiffen wurde, griff Dennis Tesch in die Trickkiste. Der Trainer des SV Börnsen fragte bei der Turnierleitung nach, ob er ein grünes Leibchen bekommen könnte – für den Fall, seinen Torwart rausnehmen zu müssen und dafür einen fünften Feldspieler aufs Hallenparkett schicken zu können. Dieser Wunsch wurde Tesch erfüllt. Mit dem Leibchen in der Hand marschierte der SVB-Coach Richtung eigener Ersatzbank. Doch dass Tesch zu diesem taktischen Zug kommen würde, war schon nach zwei gespielten Minuten sehr unwahrscheinlich. Bereits nach 120 Sekunden führte der favorisierte Oststeinbeker SV mit 2:0. Das Leibchen hielt Tesch aber die gesamte Spielzeit fest und gab es nach der deutlichen 1:7-Niederlage gegen den Titelverteidiger wieder bei der Turnierleitung ab. Nichts hat das grüne Stoffstück gebracht.




War mit neun Treffern der beste Torschütze des Turniers: Maximilian Kochsiek (li.) (hier mit Jens Wischnewski). Foto: Zerbian

So stand dem OSV nur noch der SV Nettelnburg/Allermöhe zur Titelverteidigung im Weg. Und dass das Finale kein einfaches für die Oststeinbeker werden würde, war schnell zu sehen. Die ansonsten durch Offensivpower überzeugende Mannschaft vom Meessen hatte nur wenige Torchancen. Erst zwei Minuten vor Schluss erzielte Maximilian Grünberg das 1:0, ehe Adrian Voigt wenige Sekunden später den Doppelschlag zum 2:0 perfekt machte. Der SVNA kam in der Schlussminute durch Edon Durguti noch zum 1:2. Doch wenig später war das Finale in der Uwe-Plog-Halle in Reinbek beendet. Wie im vergangenen Jahr sicherte sich der Bezirksligist Oststeinbeker SV den Sieg bei diesem traditionellen Hallenturnier. Einen gehörigen Anteil daran hatte auch Maximilian Kochsiek, der mit neun erzielten Treffern als Torschützenkönig des Turniers ausgezeichnet wurde. „Wenn man sich den Turnierverlauf anschaut, ist es ein verdienter Sieg“, bilanzierte Michael Baaß, der als Teambetreuer beide Tage in der Halle anwesend war und in ständigem Kontakt mit dem abwesenden Trainer Simon Gottschling stand. „Simon freut sich wie ein Schneekönig über den Turniersieg“, erzählte Baaß, der am Rande des Turniers den Abgang von Mittelfeldmotor Marcel Meyer bestätigte. „Wir haben uns in beiderseitigem Einvernehmen getrennt.“

TSV Reinbek schlägt den FC Voran Ohe mit 4:1 – „Ein Sieg für die Ewigkeit“

Bester Torwart des Turniers: Der Reinbeker Keeper Kjell Kudszus (hier mit Jens Wischnewski). Foto: Zerbian

Neben dem Oststeinbeker SV, dem SV Börnsen und dem SVNA stand auch die TSV Reinbek im Halbfinale. Der Gastgeber, der bereits eine Woche zuvor beim Hallenturnier in Schwarzenbek überzeugte und bis ins Finale vormarschierte, war die Überraschung des Turniers. Nachdem die Reinbeker den ersten Turniertag mit einem Sieg aus zwei Partien abgeschlossen hatten, folgten am zweiten Tag zwei Siege in der Gruppe A – darunter ein überraschender wie deutlicher 4:1-Sieg gegen den Nachbarn vom FC Voran Ohe (Landesliga). Dieser Sieg wurde lautstark von den Reinbeker Fans – vor allem die eigene zweite Herren sorgte auf der gut besuchten Tribüne mit insgesamt 193 Zuschauern für beste Atmosphäre – gefeiert. „Ein Sieg für die Ewigkeit“, freute sich Jens Wischnewski über den „Derbysieg“, der den eigentlichen Turnierorganisator Peter Nikolaus, der krankheitsbedingt fehlte, vertrat. So zog das Team von Trainer Rüdiger Neuhaus mit neun Punkten als Tabellenzweiter der Gruppe A ins Halbfinale ein. In diesem ging der SVNA zwar bereits nach einigen Sekunden durch Dustin Siegmund in Führung, doch die TSV hielt gegen den Landesligisten gut mit und vergab beste Chancen zum Ausgleich. Dass das Spiel bis zum Schluss offen war, lag neben dem Reinbeker Chancenwucher auch an ihrem Schlussmann Kiell Kudszus, der wie schon am ersten Tag eine überragende Leistung zeigte und zu Recht zum Torhüter des Turniers gewählt wurde. „Mega Reflexe auf der Linie, bärenstark! Wir wissen, was wir an ihm haben“, war auch sein Coach Rüdiger Neuhaus mit seinem Schlussmann sehr zufrieden. Dass Kudszus in den letzten zwei Minuten noch zweimal hinter sich greifen musste und der SVNA dieses Halbfinale mit 3:0 gewann, trübte die Reinbeker Stimmung nur bedingt. Ebenso wenig, dass die TSV das Spiel um Platz 3 mit 2:4 gegen den SV Börnsen verlor.

„Das war ein schönes Turnier, wie in jedem Jahr. Keine verletzten Spieler, alles total fair und viele Tore“, bilanzierte TSV-Trainer Neuhaus, um anschließend die Leistung seiner Schützlinge zu kommentieren. „Mit meinen Typen bin ich ganz zufrieden. Die haben sich hier wacker gegen die höherklassigen Truppen geschlagen und mit Platz vier bin ich völlig zufrieden. Als Fazit kann ich sagen: 2018 haken wir mit einem positiven Ergebnis ab“, bilanzierte Neuhaus. Und was sagt man als Trainer, wenn man den Nachbarn und zwei Klassen höher spielenden FC Voran Ohe mit 4:1 aus der eigenen Halle schießt, Herr Neuhaus? „Damit rechnet keiner, auch wir nicht. Ich hatte auf einen Punkt gehofft. Im Spielverlauf haben die Jungs sich in einen Rausch gespielt und schöne Tore erzielt“, resümierte der Übungsleiter.

Der FC Voran Ohe wird nur Siebter – Zweiter Winter-Neuzugang ist fix

Sorgten an beiden Tagen für eine tolle Stimmung in der Halle: Die Anhänger der TSV Reinbek. Foto: Zerbian

Hinter den ersten vier Mannschaften reihte sich der TSV Glinde, der an beiden Tagen von seinen mitgereisten Anhängern lautstark unterstützt wurde und mit Muhammed Özalp (eigene A-Jugend) seinen ersten Neuzugang für die kommende Saison fest gemacht hat, auf Platz fünf ein. Der SC Vier- und Marschlande, der in seinem ersten Spiel am zweiten Tag in der letzten Sekunde gegen den TuS Aumühle-Wohltorf den 1:1-Ausgleichstreffer durch TuS-Keeper Leo Schobeß hinnehmen musste, belegte den sechsten Rang. Auf einem enttäuschenden siebten Platz landete der FC Voran Ohe, der von vier Gruppenspielen lediglich eins gewinnen konnte. Doch der FCVO konnte auch eine erfreuliche Nachricht verkünden: Marcel Leon Damaschke wechselt von der zweiten Herren des HEBC aus der Bezirksliga Süd an den Amselstieg und ist damit nach Justin Lösche der zweite Winter-Neuzugang. „Er hat mit 18 Jahren als Linksverteidiger fünf Tore in der Hinrunde erzielt. Und das in seinem ersten Herrenjahr“, freut sich FCVO-Teammanager Daniel Schmitt über seinen Neuzugang, der ab dem 01. Januar 2019 spielberechtigt ist.

Hinter Voran Ohe landete der Barsbütteler SV auf Platz acht und damit vor dem SC Wentorf und dem letztplatzierten TuS Aumühle-Wohltorf. Nach dem Turnier verbrachten einige Spieler und Trainer aus verschiedenen Mannschaften noch einige Zeit zusammen in „Tommy’s Clubhaus“. Einer von ihnen war auch der Organisator Jens Wischnewski, der für Peter Nikolaus kurzfristig eingesprungen war. „Ich bin sehr begeistert. Ich hatte bei diesem Turnier lange nicht mehr so viel Spaß, wie in diesem Jahr“, bilanzierte der Referent des Vorstandes der TSV Reinbek. Besonders die Atmosphäre hat es Wischnewski angetan. „Es war alles sehr fair und es gab wenig Gelaber auf dem Feld. Hinzu kommt der tolle Support von der Tribüne. Einfach toll“, resümierte ein sichtlich zufriedener Jens Wischnewski.

Die Platzierungen:
1. Platz: Oststeinbeker SV
2. Platz: SV Nettelnburg/Allermöhe
3. Platz: SV Börnsen
4. Platz: TSV Reinbek
5. Platz: TSV Glinde
6. Platz: SC Vier- und Marschlande
7. Platz: Voran Ohe
8. Platz: Barsbütteler SV
9. Platz: SC Wentorf
10. Platz: TuS Aumühle-Wohltorf

Eine Bildergalerie von Wilfried Zerbian: