Dezimierte Dassendorfer schlagen Sasels Jungspunde – Titelverteidiger im Viertelfinale

Dassendorfs Marcel Lenz blickt nach seinem Pass in Richtung Offensive. Foto: BOLZJUNGS

TuS Dassendorf – TSV Sasel 2:0 (1:0)
ODDSET-Pokal, Achtelfinale (Sa., 08.12.18, 13.00 Uhr)

Schon vor dem Anpfiff wurde offensichtlich, dass dieses Aufeinandertreffen zwischen der TuS Dassendorf und dem TSV Sasel einen Beigeschmack hatte. Jan Schönteich, Sportchef der TuS, beklagte sich nach dem klaren 3:0-Auswärtserfolg seiner Mannschaft im Ligaspiel bei Sasel Ende Oktober, dass TSV-Trainer Danny Zankl den Dassendorfern nicht zum Sieg gratuliert hatte. Beim heutigen Achtelfinalspiel des Oddset-Pokals begrüßte Zankl kurz vor dem Anstoß die Offiziellen der TuS per Handschlag – „Dasses“ Co-Trainer Mirko Petersen verweigerte mit den Worten „ne, lass gut sein“. Nach den 90 Minuten bei Dezember-Regen am Wendelweg konnten wie schon im Liga-Rückspiel erneut die Dassendorfer das Feld mit einem Lächeln verlassen. Der Titelverteidiger zog vor 210 Zuschauern mit einem 2:0-Erfolg gegen die Saseler verdient ins Viertelfinale ein.



Frühes Tor gibt der dezimierten TuS Sicherheit – Sasel nur durch Standards gefährlich

Dassendorfs Chefcoach Elard Ostermann musste in dem Topspiel der Achtelfinalrunde auf gleich acht (Stamm)spieler verzichten – Jeremy Karikari, Muizz Saqib, Maximilian Dittrich, Danijel Suntic, Samuel Louca sowie die Langzeitverletzten Joe Warmbier und Finn Thomas fehlten allesamt. Auch Rinik Carolus fiel nach dem Aufwärmen kurzfristig aus. Für ihn rutschte Pascal Nägele in die Startelf. Doch in der Anfangsphase stand einer auf Seiten der Dassendorfer im Blickpunkt, der fit war – und wie fit. Nach zwei Minuten stand Marcel von Walsleben-Schied bei seinem Tor noch im Abseits, eine Minute später nutzte der Stürmer-Routinier dann einen von Sasels Verteidiger Edin Tanovic abgefälschten Ball und schob zur frühen 1:0-Führung für die Dassendorfer ein. Die TuS machte weiter Druck, Linksaußen Mattia Maggio beförderte das Spielgerät nach einer schönen Kombination über Sven Möller und Kristof Kurczynski von links mit dem Außenrist in die Mitte, wo der unglücklich aussehende Tanovic den Ball mit dem Fuß unfreiwillig an die eigene Latte schoss (15.).

Die junge Gästemannschaft wurde derweil lediglich über die Standards von Kapitän Nico Zankl gefährlich. Doch beide Male verpassten seine Mitspieler den Ball in der Mitte um Haaresbreite (27., 41.). So gingen die Dassendorfer Titelverteidiger dank des frühen Führungstreffers mit einem 1:0 im Rücken in die Kabinen.

Dassendorf mit nur sechs Feldspielern unter der Woche beim Training

Kurz nach dem Wiederanpfiff versuchten die Gastgeber, für die Vorentscheidung zu sorgen. Doch Möllers Freistoß aus 35 Metern konnte der klein gewachsene TSV-Keeper Todd Tuffour über die Latte lenken (47.), bei der anschließenden Ecke von Möller setzte von Walsleben-Schied zum Kopfball an, den Tolga Celikten allerdings auf der Linie klären konnte (48.). Wenige Minuten später überquerte der Ball dann aber doch zum zweiten Mal die Torlinie. Möller eröffnete mit einem sehenswerten Pass auf Maggio, der auf den kurz vor der Partie in die Startelf berufenen Nägele quer legte. Der 28-Jährige brauchte nur noch zum 2:0 einzuschieben (56.). Maggios Schuss ans Außennetz sollte im Anschluss die einzige nennenswerte Torchance des Spiels bleiben (62.). Kurios wurde es dann in der Schlussphase allerdings doch noch einmal, und zwar abseits des Spielgeschehens. Ohne einen einzigen Ton von sich gegeben zu haben, wurde TuS-Trainer Elard Ostermann von Schiedsrichter Kevin Rosin (SV Lieth) auf Anweisung seines Assistenten Andre Rosin der Trainerbank verwiesen (82.). Sei’s drum, der angehende Fußballlehrer konnte dennoch den Einzug ins Oddset-Pokal-Viertelfinale feiern.

„Für uns ist das ein super Jahresabschluss. Wir haben ein super Spiel hingelegt für diese ganzen Widrigkeiten, die wir hatten. Selbst unter den Spielern, die aufgelaufen sind, waren mit Pascal Nägele und Henrik Dettmann Akteure dabei, die unter der Woche nicht trainiert haben“, erklärte Ostermann nach Spielende. „Alle haben sich da irgendwie durchgequält und das herausragend gemacht.“ Warum der Chefcoach des Feldes verwiesen worden war, wusste er selbst nicht, konnte sich das Lachen auch nicht verkneifen: „Ich weiß nicht, wie das zustande gekommen ist. Ich glaube, das war ein Missverständnis. Aber das wollen wir dem heute mal zugestehen.“

Einen kleinen Seitenhieb in Richtung Gästetrainer Zankl konnte sich Ostermann nicht verkneifen und setzte zum Schlussakkord an: „Wenn ich so an das Spiel gegen Sasel denke, wo der Kollege gesagt hatte, dass wenn seine Mannschaft Normalform gehabt hätte, es anders ausgegangen wäre. Wir haben jetzt unter der Woche nur mit sechs Mann trainiert und trotzdem hat es gereicht. Dankeschön.“

TSV-Trainer Zankl gratuliert der TuS zum Sieg: „Jetzt dürfen sie das Ding auch gewinnen!“

Den Einzug ins Viertelfinale hätte sein Gegenüber Danny Zankl sich zwar gewünscht, stellte aber auch klar: „Wir sind nicht verpflichtet, hier zu gewinnen. Ich weiß, dass uns das viele gerne anmaßen wollen und ich weiß auch, dass wir schon oft genug gezeigt haben, dass wir es können. Aber wir lassen uns nicht an solchen Highlights messen. Das 0:1 war nach einem dummen Standard, dennoch war es bis zum 2:0 ein offenes Spiel.“ Besonders in der Altersstruktur der beiden Teams – Sasels junge Truppe stand den vielen höherklassig erfahrenen Dassendorfern gegenüber – begründete Zankl die Niederlage: „Gegen diese 120 Prozent von Dassendorf müssen wir andere Geschütze in Zukunft aufziehen. Sie sind nunmal das Nonplusultra der Liga. Das war vor diesem Spiel so und das ist auch nach diesem Spiel so. Wir haken das Ding jetzt ab. Glückwunsch an Dassendorf, sie sind verdient weitergekommen und jetzt dürfen sie das Ding auch gerne gewinnen!“

TuS: Gruhne; Lenz, Aust, Büchler; Dettmann; Nägele (88. Koops), Möller, Hinze (90. Rokita), Maggio; Kurczynski, v. Walsleben-Schied
TSV: Tuffour; Tiedemann, Steddin, Tanovic; Celikten, Nadjem, Zankl, Lichy; Gerken (72. Nrecaj), Winkel (62. Take), Oguz (62. Büge)