„Die bitterste Niederlage der Saison“ – Voran Ohe verliert 1:2 gegen Dersimspor

Der FC Voran Ohe musste sich gegen Dersimspor Hamburg mit 1:2 geschlagen geben. Foto: Zerbian

FC Voran Ohe – Dersimspor 1:2 (1:2)
Landesliga Hansa, Nachholspiel des 19. Spieltags (Di., 01.05.18, 15.00 Uhr)

Die Landesliga-Partie zwischen dem FC Voran Ohe und Dersimspor Hamburg lief bereits seit 25 Minuten. Die Gäste führten zu diesem Zeitpunkt durch einen Treffer von Roberto D’urso mit 1:0 (16.). Von den Gastgebern war ähnlich wie beim 2:2 gegen den Rahlstedter SC in den ersten 25 Minuten überhaupt nichts zu sehen und auch nichts zu hören – das sollte sich dann aber prompt ändern. Torwart Leo Hebbeler, Kapitän Daniel Walek und Mittelfeldantreiber Rene Seibert starteten ein lautstarkes Anfeuern. Es schien fast so, als ob die drei ein internes Wettschreien ausgemacht hätten.

Sätze wie „Macht mal Stimmung hier. Wir sind viel zu ruhig“ (Re. Seibert) oder „Wir müssen jetzt wach werden“ (Walek) waren immer wieder zu hören. Und die Ansagen ihrer Mannschaftskameraden schienen den Rest des Teams zu erreichen. Nachdem Marco Braesen die erste Oher Tormöglichkeit hatte (26.), scheiterte Adrian Voigt an Dersimspor-Schlussmann Maximilian Hentrich (32.). Nun spielten die Gastgeber immer weiter nach vorne und dominierten das Spielgeschehen. Die Folge war der Treffer zum 1:1-Ausgleich durch Robin Woost in der 36. Minute. Eine Flanke von Maxim Gassmann konnte die Hintermannschaft von Dersimspor klären, doch der Ball landete bei Woost, der die Kugel aus zehn Metern unter die Latte beförderte.

Zu diesem Zeitpunkt war von den Gästen nicht mehr viel zu sehen. Alles deutete auf ein Unentschieden zur Halbzeit hin. Doch mit dem Pausenpfiff spielte Dersimspor einen Angriff über die rechte Seite. Ein Hereingabe von David Janaszek drückte der auffällige Stürmer Marco Löffke über die Linie zum umjubelten 2:1. Ein Tor aus dem Nichts. „Es ist nichts passiert, Männer“, rief Ohe-Trainer Rainer Seibert von der Seitenlinie seiner Mannschaft zu, ehe Schiedsrichter Björn Lassen (Barsbütteler SV) zur Pause pfiff.

Der zweite Abschnitt begann mit zwei Chancen für die Gäste. Erst lief Marco Löffke alleine auf Hebbeler zu, der den Abschluss parieren konnte (52.). Kurz danach konnte der Keeper einen Distanzschuss, erneut von Löffke, mit einer sehenswerten Parade halten (54.). Für den FCVO war ein Kopfball von Daniel Walek die erste Gelegenheit im zweiten Durchgang (57.).

Adrian Voigt und Christopher Mahrt verschießen Strafstöße

In der Folge ergaben sich dann zwei große Gelegenheiten, jeweils eine auf jeder Seite. Erst foulte Dersimspor-Kapitän Prince Boateng Styhn den quirligen Maxim Gassmann. Den fälligen Strafstoß konnte Adrian Voigt nicht im Kasten unterbringen. Hentrich hielt den Schuss sogar fest (62.). Damit vergaben die Oher die Riesenchance zu Ausgleich. Fünf Zeigerumdrehungen später zeigte Referee Lassen erneut auf den Punkt. Dieses Mal für die Gäste. FCVO-Keeper Hebbeler soll Rabat Waseq getroffen haben. „Ich habe ihn definitiv nicht berührt. Der hebt schon vorher ab“, erklärte der Keeper nach Spielende. Doch auch Christopher Mahrt schaffte es nicht, den Ball aus 11 Metern im Tor unterzubringen. Hebbeler parierte den Schuss in die untere linke Ecke stark.

So blieb es beim 1:2 aus Sicht der Gastgeber. Dieses Ergebnis änderte sich in den letzten 20 Minuten auch nicht mehr. Auch nicht, als Torwart Leo Hebbeler in der Nachspielzeit bei einer Ecke für seine Farben zum Abschluss kam. Doch der Schuss war nicht platziert genug. „Den habe ich schon drin gesehen“, scherzte Hebbeler anschließend.

Rainer Seibert: „Mit Abstand die bitterste Niederlage der Saison.“  – Walek bleibt, Johnsen geht

Für den FCVO war es erst die zweite Niederlage (1:3 gegen Bergstedt am ersten Spieltag) am heimischen Amselstieg. Damit dürfte der anvisierte zweite Platz in weite Ferne rücken. Bei nun noch vier Spielen beträgt der Abstand auf den aktuellen zweitplatzierten Bramfelder SV sechs Punkte. „Den zweiten Rang werden wir wohl nicht mehr erreichen. Dennoch spielen wir ja momentan über unseren Erwartungen und das macht derzeit richtig Spaß“, erklärte Schlussmann Hebbeler trotz der Niederlage mit einem kleinen Grinsen im Gesicht.

Den begehrten zweiten Platz hat Trainer Rainer Seibert hingegen noch nicht abgeschrieben. „Solange es rechnerisch noch möglich ist, glaube ich daran. Wenn der ein oder andere da oben nochmal patzt und wir unsere Spiele gewinnen, ist es noch möglich. Aber wenn wir so spielen, wie heute, wird es schwer“, erklärt der Coach, für den die Niederlage einen ganz faden Beigeschmack hatte. „Das ist mit Abstand die bitterste Niederlage der Saison. Von Dersimspor bin ich enttäuscht. Wir waren die klar bessere Mannschaften und hätten das Spiel gewinnen müssen“, zeigte sich der Übungsleiter enttäuscht.

Am Rande der Partie gaben die Oher zwei weitere Personalentscheidungen bekannt. Kapitän Daniel Walek bleibt auch über die Saison hinaus an Bord. Der Innenverteidiger hat beim FCVO für die kommende Saison zugesagt und wird nicht zum Oberligisten SV Curslack-Neuengamme wechseln, mit dem er in der Vergangenheit immer wieder in Verbindung gebracht wurde. Die Oher hingegen verlassen wird Max Johnsen, den es zurück zum TSV Trittau zieht, von dem er im Juli 2014 an den Amselstieg gewechselt war. „Er möchte etwas kürzer treten und das akzeptieren wir auch so“, erklärte Hanno Stengel, Sportlicher Leiter des Landesligisten.

FCVO: Hebbeler; Schenkenberg, Kaufmann, Walek, Gläser; Re. Seibert, Dülsen; Gassmann, Woost (83. Karakas), Braesen (70. Pflug); Voigt
Dersimspor: Hentrich; Barlak, Styhn, Topuzovic, Yildiz; Janaszek (72. Sekac), D’urso, Waseq, Mahrt (90.+4 Hoti); Metidji (69. Derouiche), Löffke

Bilder zum Spiel von Wilfried Zerbian: