Drei Dassendorfer Ausrufezeichen: Maximilian Dittrich führt die TuS zum 3:0-Sieg gegen den TSV Sasel

Zielstrebig und entschlossen läuft Dassendorfs Maximilian Dittrich (blau) auf Sasels Tobias Steddin zu. Foto: Bode

TSV Sasel – TuS Dassendorf 0:3 (0:1)
Oberliga Hamburg, vorgezogener 20. Spieltag (Mi., 31.10.18, 14.00 Uhr)

In den vergangenen Wochen wurde über keinen Spieler der TuS Dassendorf mehr gesprochen oder geschrieben, als über Maximilian Dittrich. Der Flügelflitzer, der vergangene Saison mit 21 Treffern zum Überflieger avancierte, steht in dieser Spielzeit und unter dem neuen Trainer Elard Ostermann noch nicht so im Fokus, wie es im vergangenen Jahr der Fall war. „Es kann sein, dass wir ein bisschen aneinander vorbei geredet haben. Wir hatten ein intensives Gespräch am vergangenen Freitag und die Sachen sind komplett geklärt. Wir haben, denke ich, einen guten Mittelweg gefunden, dass wir das in Zukunft beide besser machen“, sagte Dittrich bereits am vergangenen Sonntag nach dem 4:0-Sieg beim HSV Barmbek-Uhlenhorst, zu dem er einen Treffer beisteuern konnte und über die vollen 90 Minuten auf dem Platz stand. Zuvor musste der 22-Jährige einige Partien über die komplette Spielzeit auf der Bank sitzen. Ein ungewohntes Gefühl für den Ex-Spieler von Arminia Bielefeld.

Doch Dittrich scheint nach dem klärenden Gespräch mit seinem Trainer wieder auf dem richtigen Weg zu sein. „Er hat das Fußballspielen ja nicht verlernt und irgendwann musste da mal einer reinrutschen. Es ist auch unsere Aufgabe, Maxi bei seinem Weg aus der kleinen Krise zu helfen“, betonte TuS-Trainer Ostermann vergangenen Sonntag beim Sieg gegen BU. Und nun scheint diese Krise allmählich beendet zu sein. Im Oberliga-Spitzenspiel gegen den TSV Sasel spielte Dittrich vor 484 Zuschauern am Saseler Parkweg die vollen 90 Minuten, zeigte von der ersten Minute an eine überragende Leistung und war an allen drei Treffern beteiligt. „Das war ein gutes zweites Spiel. Die Aussprache mit dem Trainer tat, glaube ich, ganz gut und es hat mir Selbstvertrauen gegeben, dass ich im letzten Spiel getroffen habe“, gab der Spieler des Spiels freudestrahlend zu Protokoll. „Heute war war es eine super Teamleistung. Wir haben uns alle gegenseitig ins Spiel gebracht und können mit den drei Punkten zufrieden sein“, betonte Dittrich.

Dassendorfer sprühen vor Einsatz und Wille, der in den vergangenen Partien gefehlt hat

Diese Dassendorfer Zufriedenheit entwickelte sich schon früh zu Beginn der Partie. Bereits in der sechsten Minute gingen die Gäste durch einen Kopfballtreffer von Mattia Maggio in Führung. Nachdem Sasel-Keeper Todd Tuffour einen Schuss von Kristof Kurczynski zur Seite abwehren konnte, eroberte sich Dittrich an der linken Außenbahn den Ball und flankte das Spielgerät mustergültig vor das Tor, wo Maggio zum 1:0 einnickte. „Das erste Tor legt er sensationell vor“, kommentierte Coach Ostermann. In der Folge spielten die Gäste, die von Anfang an mit starker Körpersprache und viel Wille zu überzeugen wussten, auf das zweite Tor. „Gerade heute kamen wir viel über Motivation und Wille. Wir haben uns gegenseitig gepusht, waren positiv auf dem Platz und sind als Einheit aufgetreten. Das sind die Prozente, die uns in den vergangenen Wochen gefehlt haben“, unterstrich Dittrich. Von den Gastgebern war im ersten Durchgang nicht viel zu sehen. Bis auf eine Chance durch Stefan Winkel in der letzten Minute der ersten Halbzeit hatte das Team von Trainer Danny Zankl keinerlei Offensivszenen. Das änderte sich zwar zu Beginn des zweiten Abschnitts, doch so richtig gefährlich wurden die Hausherren vor dem Gehäuse von TuS-Keeper Christian Gruhne nicht.

Viel mehr setzte sich am Ende die Dassendorfer Effektivität und die individuelle Qualität der Spieler – an diesem Tag von Maximilian Dittrich – durch. Kurz nachdem der eingewechselte Marcel von Walsleben-Schied nach einem Pass von Mark Hinze im Eins-gegen-Eins am bereits am Boden liegenden Todd Tuffour scheiterte (89.), zirkelte Dittrich eine Flanke vor das Tor, die von Maggio auf von Walsleben-Schied quer gelegt wurde, sodass der Stürmer nur noch einschieben musste (90.). Ausgelassener Jubel war die Folge. Und dieser sollte noch einmal gesteigert werden. Wieder beförderte Dittrich, dieses Mal von der rechten Seite, den Ball vor das Tor, wo Marcel von Walsleben-Schied zum 3:0-Endstand einköpfte (90. +4). Zweites Tor für von Walsleben-Schied und zweite Torvorlage für Dittrich! Danach war Schluss. Die TuS Dassendorf konnte durch den 3:0-Erfolg am Tabellenzweiten vorbeiziehen und steht nun hinter Tabellenführer Teutonia 05 (35 Punkte) auf dem zweiten Rang (31 Punkte). Der TSV Sasel rutschte durch die Niederlage und den 4:0-Erfolg von Altona 93 gegen den SC Victoria Hamburg auf den vierten Platz ab.

TuS-Trainer Elard Ostermann: „Da braucht er nur fragen, ob er links oder rechts vorbei kann.“

„Der Trainer hat uns vor dem Spiel auch gut heiß gemacht und wir hatten was gut zu machen gegen Sasel. Das letzte Spiel war ja echt eklig gegen die. Und es wurde mal wieder Zeit, dass wir zeigen, wer wir sind“, sagte Maximilian Dittrich nach der Partie, um nochmal zu betonen, was sein Trainer ihm in der Aussprache genau gesagt hatte. „Er hat mir nochmal komplett erklärt, wo ich zu stehen habe und wo nicht und was meine Laufwege sind. Da haben wir die Probleme aus der Welt geschafft“, betonte Dittrich, ehe er abschließend zu Protokoll gab: „Das waren wichtige drei Punkte. Wir wollen und gehören auch, wie ich finde, an die Spitze.“

Und was sagt der Trainer selbst zur Leistung seines Schützlings? „Wir haben regelmäßig gesprochen. Jetzt war da oben im Kopf vielleicht ein Wiederhaken, wo auch mal etwas hängen geblieben ist und darüber sind wir sehr glücklich. Er hat heute eine herausragende Leistung gezeigt und das von der ersten Minute an. Er hatte den Drive, wie man ihn kennt. Das war wichtig für uns und es freut mich für ihn, dass er da wieder in die Spur gefunden hat. Und für uns ist es enorm wichtig, dass wir auf den Außenbahnen dieses Tempo haben“, fand Elard Ostermann lobende Worte für Maximilian Dittrich. Anschließend betonte der Coach auf der Pressekonferenz, was er von Dittrich verlangt. „Für mich ist wichtig, dass er die Außenpositionen besetzt und nicht irgendwo auf Höhe des Zehners steht, sondern dass wir da in der Breite spielen. Das kommt ihm auch zugute. Und Spieler davon zu überzeugen, Dinge zu tun, die einem selbst und dem Spiel gut tun, das ist manchmal nicht so ganz einfach. Das hat er heute sehr gut gemacht und er hat die Räume so genutzt, dass er mit Tempo auf die Spieler zu laufen kann und dann hält ihn keiner auf. Da braucht er nur fragen, ob er links oder rechts vorbei kann. Diese Wege will ich einfach nur sehen. Mehr war es gar nicht“, erklärte der Trainer.

Sasel-Coach Danny Zankl vermisst die Präsenz in der Anfangsphase

Während Ostermann sowohl mit Dittrich als auch der gesamten Mannschaftsleistung und den drei Punkten zufrieden war, ließ sein Gegenüber seiner Enttäuschung freien Lauf. „Ich bin enttäuscht und sauer. Ich sehe das nicht so, dass wir das Spiel verlieren müssen. Es hätte eine gute Leistung gereicht, um ein knapperes Ergebnis zu erzielen oder etwas Zählbares zu holen“, betonte Danny Zankl. Für den Saseler Coach lag der Knackpunkt in der Anfangsphase. „Hätten wir mehrere Spieler auf Hundertprozent und eine bessere Präsenz von Anfang an, dann wird das hier ein richtig enges Spiel. So letztendlich bin ich ein bisschen enttäuscht und das muss ich heute Abend erstmal verarbeiten, damit wir uns morgen auf das Spiel am Freitag vorbereiten können. Wir hatten heute nicht unseren besten Tag“, ärgerte sich TSV-Coach Danny Zankl. Und Dittrich? Der verließ die Anlage am Saseler Parkweg mit einem breiten Grinsen im Gesicht, um den Abend entspannt mit Freunden ausklingen zu lassen.

TSV: Tuffour; Steddin, Kaetow (90. Tiedemann), Tanovic; Adomat, Nadjem; Celikten, Zankl, Lichy (73. Oguz); Kourkis, Winkel (84. Gerken)
TuS: Gruhne; Carolus, Aust, Lenz; Dettmann, Louca (71. Hinze); Büchler, Möller (90.+ 2 Suntic), Dittrich; Maggio, Kurczynski (64. von Walsleben-Schied)