Dreifacher Polzin ist für Bergedorf einer zu viel 

Foto: Herzog
Bramfelder SV – FC Bergedorf 85 3:2 (2:1)
Landesliga Hansa, 15. Spieltag (Fr. 03.11.17, 19.00 Uhr)
 

Es lief die 69. Minute in der Landesliga-Partie zwischen dem Bramfelder SV und dem FC Bergedorf 85 beim Stand von 2:1 für die Gastgeber. Bergedorfs Georges Nkengni holte sich den Ball nach einem Fehlpass durch einen starken Zweikampf in der eigenen Hälfte wieder, legte ihn auf auf die rechte Außenbahn zu Vasileios Raptis, lief in Richtung gegnerischen Strafraum, wo der den Ball wieder bekam und ihn zum 2:2 in die Maschen beförderte. Kollektiver Jubel beim FCB. Doch das Schiedsrichtergespann um Andre Rosin entschied auf Abseits. FCB-Coach Hakan Karadiken konnte sich nicht mehr zurückhalten. Er lief zum Assistenten und beschwerte sich lautstark: „Das war niemals Abseits. Niemals!“

Diese Szene war sinnbildlich für die 2:3-Niederlage der Bergdorfer. Sie waren ganz knapp dran, doch am Ende reichte es nicht. „Es tut mir so leid für die Jungs. Das war eine ganz tolle Leistung. Ich bin sehr stolz“, trauerte Karadiken nach Spielende.

Von Beginn an war es ein offenes und unterhaltsames Spiel mit viel Tempo. Die Gastgeber gingen durch Robin Polzin mit 1:0 in Führung (14.). Doch von dem frühen Schock erholten sich die Gäste schnell. Als BSV-Innenverteidiger Robert Pietruschka zwei Minuten später den Ball am eigenen Strafraum vertändelte, hatte Marco Bugla leichtes Spiel und glich zum 1:1 aus. In Folge gab es Chancen auf beiden Seiten. Als alles aber auf ein Unentschieden zur Pause hindeutete, war es erneut Robin Polzin, der das 2:1 für die Hausherren markierte (39.).

Angetrieben vom starken Georges Nkengni, drängten die Bergedorfer im zweiten Abschnitt auf den Ausgleich. Doch nachdem ihnen der Treffer zum 2:2 in der besagten 69. Minute verwehrt blieb, erhöhten die Gäste im Gegenzug durch Polzins dritten Treffer auf 3:1 (70.). Der Dreifachtorschütze wurde nach jedem Treffer vom Stadionsprecher an der gut besuchten Ellernreihe als „Bomber“ gefeiert.

Nach dem erneuten Nackenschlag rannten die Gäste weiter an. Angefeuert von ihrem Übungsleiter an der Seitenlinie: „Das sieht gut aus, Jungs. Weiter so.“ Fünf Minuten vor dem Ende verkürzten sie durch Samet Yazici auf 2:3, der nach einem langen Ball in die Spitze, das Spielgerät sehenswert aus der Distanz in den rechten Winkel bugsierte. Kurz vor Schluss hatte der FCB noch Glück, als Bramfelds Marko Sumic mit zwei direkt getretenen Freistößen jeweils einmal die Latte und den Pfosten traf.

„Ich habe keinen Unterschied zwischen beiden Mannschaften gesehen. Ein Punkt wäre verdient gewesen“, resümierte Karadiken. Sein Gegenüber musste nach dem knappen Erfolg erst einmal tief durchatmen. „Wir haben heute sehr verkrampft gespielt und viele falsche Entscheidungen getroffen. Wir waren zwar spielbestimmend, dabei sind aber zu wenig Chancen rausgesprungen. Deswegen mussten wir am Ende zittern“, kommentierte BSV-Coach Carsten Henning sichtlich erleichtert.

BSV: Möller; Hoff, Remark, Pietruschka, Bahn; Westphal, Sadownik (78. Muslija); Müller, Perz, Lüth (63. Sumic); Polzin (87. Ismailovic)
FCB: Fischer; Strauß, Boateng, Saqib, Sedique; Nkengi; Bugla, Baramashvili (58. Pinto Ferro), Raptis, Altun (84. Baack); Yazici.