DSV II vergibt doppelte Führung

Foto: Herzog
Düneberger SV II — FSV Geesthacht 2:2 (0:0)
Kreisliga 3, 18. Spieltag (So., 26.11.17, 12 Uhr)
 
Artur Ketschojan legt sich den Ball vor, um ihn anschließend mit seinem starken linken Fuß in die Mitte zu flanken. Doch die Hereingabe des Kapitäns vom Düneberger SV II im Kreisliga-Derby mit dem FSV Geesthacht findet keinen Abnehmer. Da erinnert sich Ketschojan an die letzten Wochen, als mit Andreas Wölfel (11 Tore) in vorderster Front ein abgeklärter und erfahrener Stürmer stand. „Andy (Andreas Wölfel, d. Red.) hätte den gemacht“, rief Ketschojan in Richtung Trainerbank. Doch Goalgetter „Wölfi“ lief tags zuvor in der ersten Mannschaft des DSV (Bezirksliga Ost) auf — und sorgte beim 5:0-Erfolg über Croatia Hamburg mit drei Treffern für Aufsehen!
 
Für Wölfel stießen aus der Ligamannschaft mit Eugen Schmidgal, Michel Siepelt, Joscha Behrens und Esad Redzepagic gleich vier Akteure zur Reserve. „Die Liga wollte ‚Wölfi’ als Stürmer haben. Das war alles so abgesprochen“, erklärte Dünebergs Co-Trainer Fabian Heidmann. Doch in der Anfangsphase kamen die Gastgeber einfach nicht auf Temperatur. Ganz anders sah es derweil beim FSV aus: viel Ballbesitz, gepaart mit der guten Technik der Geesthachter Spieler. Lediglich der 1:0-Führungstreffer blieb aus. Tolga Cosgun (10.) und Harun Gök (12.) scheiterten. In der Folge plätscherte das Derby, welches im ersten Abschnitt keines war, dann so vor sich hin. Erst in Abschnitt zwei kam Dampf ins Spiel.
 
Für das 1:0 aus Sicht des DSV II sorgte indes Innenverteidiger Enrico Scholz mit einem sehenswerten direkt verwandelten Freistoß aus gut 20 Metern. Doch das Glücksgefühl wurde nur 15 Minuten später wieder zunichte gemacht. Nach einer tollen Einzelaktion von Tolga Cosgun sorgte Ömür Topcu für den 1:1-Ausgleich (69.). Erst sorgte DSV-Ligaleihgabe Joscha Behrens mit einem gekonnten Fernschuss unter die Latte für die erneute Führung (81.). Die drei Punkte rückten immer näher. Doch der FSV drückte. Am Ende konnten sich die Gäste sogar noch belohnen. Der eingewechselte Ünal Sahin traf zwei Minuten vor dem Abpfiff zum umjubelten 2:2. Während die DSV-Spieler noch lautstark bemängelten, dass der FSV doch bitte den Ball ins aus spielen soll, da Behrens verletzt auf dem Boden liegen geblieben war, lief Sahin auf Dünebergs Torwart Matthias Risch und platzierte den Ball im unteren rechten Eck.
 
„Es ist verdammt schade, dass wir die Führung nicht über die Zeit gebracht haben. Mit etwas Glück hätten wir gewonnen“, sagte Heidmann nach der Partie. Sein Gegenüber haderte mit der Anfangsphase. „Hätten wir früh das 1:0 gemacht, wäre es unser Spiel geworden. Dann hätte Düneberg rausrücken müssen und wir hätten Raum gehabt“, analysierte Idris Gümüsdere, der zum Thema Aufstieg derzeit nur eine Antwort weiß: „Wir müssen einfach am Ball bleiben und unbedingt wieder eine Siegesserie starten.“
 
DSV: Risch; Siepelt, Schmidgal, Scholz, Faqiri; Behrens, Horn; Haut (89. Schkolnik), Tuncer (40. Rombs), Ketschojan; Redzepagic (67. Licina)
FSV: Ergün; Koukoulis, Krauel, E. Gök, Wagner (77. Karahan); H. Gök, Topcu, Osterhof (37. Körpinar), Simsek; Cosgun, M. Sahin (77. Ü. Sahin)