Duell auf Augenhöhe: Der ETSV mit dem „ersten Schritt aus der Ergebniskrise“

Bergedorfs Pascal Asante-Sefa behauptet den Ball gegen Jesper Garbers (ETSV). Foto: Herzog

ASV Bergedorf 85 – ETSV Hamburg 1:1 (0:1)
Bezirksliga Ost, 6. Spieltag (So., 02.09.18, 14 Uhr)

Mit 75 Punkten und einem Torverhältnis von 119:46 aus 30 Partien qualifizierte sich der ASV Bergedorf 85 vergangene Saison in der Kreisliga souverän für den Bezirksliga-Aufstieg. Für das Bezirksliga-Duell an Spieltag fünf – der ASV empfing den zuletzt doppelt untergegangenen ETSV Hamburg (0:7 gegen ASV Hamburg, 0:8 gegen Oststeinbek) – holte Bergedorfs Trainer Patrick Paap noch einmal sein Aufsteiger-T-Shirt aus dem Schrank. Doch wie ein Aufsteiger schlug sich „85“, das in den ersten vier Partien sechs Punkte holte und damit in der neuen Liga angekommen ist, auch gegen den ETSV nicht. Es war ein Duell auf Augenhöhe, das letztlich mit einem gerechten 1:1-Unentschieden endete.

Nachdenkliche Posen bei den ASV-Trainern Patrick und Jürgen Paap sowie Manager Jörg Franke (v. l. n. r.). Foto: Herzog

Doch zu Beginn sah es nicht danach aus, dass der ETSV von den Sander Tannen etwas Zählbares mitnehmen kann. Denn für den ASV hätte es schon nach fünf Minuten den ersten Schritt in Richtung einer ruhigen Heimpartie geben können – hätte. Stürmer Stephan Funk lief nach einem langen und hohen Pass von dem starken Pascal Asante-Sefa alleine auf ETSV-Keeper Maximilian Richter zu. Der 23-jährige Schlussmann parierte aber stark und schmiss sich auch in den Nachschuss von Bergedorfs zweitem Top-Torschützen Benjamin Vermehren. Das Vater-Sohn-Trainerduo Patrick und Jürgen Paap sowie „85“-Manager Jörg Franke konnten es an der Seitenlinie nicht fassen. So mussten die Gastgeber fortan den Kampf gegen robuste „Eisenbahner“ ohne eigene Führung annehmen und wurden dann Mitte der ersten Hälfte für den Chancenwucher auch noch bitter bestraft.

Der ETSV geht per Elfmeter in Führung – ASV gleicht kurz nach Wiederanpfiff aus

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase bestraften sich die Bergedorfer selbst. ETSV-Außenspieler Dennis Utecht zog von links mit dem Ball in den Strafraum, wollte das Spielgerät an Gegenspieler Gregor Krahn vorbei legen. Doch dieser berührte im Grätschen den Ball mit der Hand und Referee Michel Ghazouani entschied folgerichtig auf Strafstoß. Richard Grönsel verwandelte souverän in die linke Ecke zur 1:0-Führung (25.).

Zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff – also wieder kurz nach Beginn – kamen die Gastgeber zu einer guten Chance. Zwar vergab Justin Gauger diese. Doch der 22-Jährige durfte schon drei Minuten später mit seinen Mitspielern jubeln. Die Gastgeber kontern, Vermehren legte quer auf seinen Sturmpartner Funk, der den Ball behauptete und trocken abschloss – 1:1 (50.). Funk (77.), Felix Rehr (79.), und erneut Funk per Abseitstor (80.) kamen für die am Ende noch einmal erstarkten Gastgeber zu Chancen, doch ein Treffer sollte nicht mehr fallen. So war es am Ende eine gerechte Punkteteilung zweier ausgeglichener Teams, die den „Eisenbahnern“ sicher mehr helfen wird. „Der ETSV ist ein Team, mit dem wir uns messen müssen. Bezirksligisten bestrafen unseren Chancenwucher mehr, als die Kreisligisten“, betonte ASV-Aufstiegstrainer Patrick Paap. Sein Gegenüber Christopher Leitlof war froh, dass sich sein Team nach dem 0:7 gegen ASV Hamburg und dem 0:8 gegen Oststeinbek zurückgekämpft hat. „Das war ein gutes Spiel, um nach den insgesamt vier Niederlagen zurückzukommen. Die Einstellung und der Wille haben gestimmt. Für uns war es der erste kleine Schritt von vielen raus aus der Ergebniskrise“, sagte Leitlof abschließend.

ASV: Stradins; Krahn, Herrmann (42. Kautz), Asante-Sefa, Bannasch; Rehr, Schwenke (46. Föhres, 66. Ehmke); Karakas, Gauger; Funk, Vermehren
ETSV: Richter; Becker, Ohmsen, Schlufter; Witthoeft (80. Graske), Zwiewka; Uebachs, Göde, Grönsel, Utecht (64. Paetzold); Garbers

Galerie von Maurice Herzog zur Partie: