Düneberger „Arbeitsverweigerung“ bei überraschendem SCW-Erfolg

Das Erfolgsrezept des SCW: Der gute Zusammenhalt der 1. und 2. Herren ist auch nach dem Spiel im Siegerkreis offensichtlich.

SC Wentorf – Düneberger SV 4:2 (1:1)
Bezirksliga Ost, 23. Spieltag (Fr., 23.03.18, 19.30 Uhr)

Während die Spieler des Bezirksligisten Düneberger SV möglichst schnell sehr enttäuscht in die Kabine verschwinden wollten, bildete der SC Wentorf nach dem überraschenden 4:2-Erfolg gegen den Tabellenersten einen XXL-Mannschaftskreis auf dem Spielfeld, um den Sieg zu feiern. Zu der ersten Herren des SCW gesellte sich auch die „Zweite“, die während der Partie trommelte und anfeuerte, dazu. „Die Jungs aus der zweiten Herren haben uns über die gesamte Spielzeit mitgerissen“, nannte SCW-Trainer Slavec Rogowski einen der Erfolgsfaktoren.

Wie der Außenseiter auf heimischem Geläuf die „grandiosen Fußballer“ (Rogowski, d. Red.) des DSV bezwingen wollte? „Die taktische Idee war, ein Mittelfeldpressing zu spielen. Wir wollten im Zentrum Überzahl schaffen und Düneberg nach Außen drängen“, erklärte Rogowski. Bereits nach 13 Spielminuten klingelte es das erste Mal im Netz des Spitzenreiters. Der starke Phil Krieter sprintete über die rechte Außenbahn, flankte in die Mitte zu Kapitän Marc Mauersberger, der gekonnt ins linke Eck einschob (13.). Doch nur fünf Minuten später egalisierte der Ligaprimus DSV. Nasser El Osman brachte einen Freistoß in den Strafraum, Marcel Jeremias legte quer auf Benjamin Cordes, der aus fünf Metern zum 1:1 traf. Der Ausgleich war zu diesem Zeitpunkt etwas unverdient, da die Hausherren besser im Spiel waren. Nach dem frühen Wechsel des DSV – Tjark Schuhhardt kam für Esad Redzepagic, da der Sechser Trainer Dennis Tornieporth „nicht gefallen“ hatte – kam der eingewechselte Schuhhardt nach einer Ecke per Kopfball sogar zur Führungschance (40.). Es blieb aber beim 1:1 zur Pause.

Anschließend kam Gastgeber Wentorf besser aus der Kabine, erzielte bereits nach zehn Minuten den verdienten Treffer zum 2:1. Der schnelle Marius Suck überlief Dünebergs Abwehr im Alleingang und brachte den Ball gekonnt ins gegnerische Tor unter. Krieter hätte in der 61. Minute den Deckel drauf machen können, traf aber nur den Pfosten. Die vergebene Chance wurde zehn Minuten später bestraft, als Lennart Suratman nach Vorarbeit von Leon Ullmann ausglich (71.). Doch in dieser Partie wurde das härter arbeitende Team am Ende belohnt. Der SCW setzte durch Simon Barz per Kopfball (81.) und Krieter nach einem Konter (82.) einen Doppelschlag und kam so zum verdienten 4:2-Erfolg. „Wir haben 90 Minuten lang alles rausgehauen, mitgespielt und eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt“, gab SCW-Coach Rogowski, der zugab, in der Halbzeitpause auf seinem Smartphone nach dem Zwischenstand des ebenfalls im Abstiegskampf stehenden TSV Glinde geschaut zu haben, zu Protokoll. Sein Gegenüber Tornieporth wollte nach dem Mannschaftskreis derweil nur noch schnell vom Feld. „Das war heute Arbeitsverweigerung von meiner Mannschaft. Wir können froh sein, dass wir vorher schon so viele Punkte geholt haben“, stellte DSV-Trainer Tornieporth klar.

Düneberger Personalsorgen

Im Spiel beim SC Wentorf mussten die Düneberger auf ihre Stammkräfte Ruven Scharnberg (krank) und Joscha Behrens (weilt im Urlaub) verzichten. Danyal Aktas gehört, ebenso wie Tayfun Cosgun, währenddessen nicht mehr zum DSV-Kader. „Tayfun war die Mannschaft zu stark, er wollte den Konkurrenzkampf nicht mehr annehmen“, erklärte Dünebergs Trainer Tornieporth nach der Partie.

SCW: Runge; Heitmann, Ziems, Floredo, Barz; Fröck, Henckell-Rosas; Renner, Mauersberger, Suck (83. Dehn); Krieter
DSV: Kikillus; Wöhl (69. Blöh), Jeremias, Özcerkes, Faqiri; Cordes (46. Rüger), El Osman, Redzepagic (31. Schuchhardt), Bektas, Ullmann; Suratman