Ein Hoch auf die Jugendarbeit! Part 1: Das Nachwuchs-Team des SVCN

Marvin Behr (li.), Jonas Buck (mi.) und Niklas Hoffmann. Fotos: Herzog

Ob Bergedorf, Schwarzenbek, Geesthacht, Lauenburg, Glinde oder die Vierlanden: Im Amateurfußball in Hamburgs Osten kennt jeder jeden! Oftmals stehen sich Akteure, die im Jugendbereich noch in demselben Dress aufliefen, nun im Herren-Ligabetrieb gegenüber. Wir haben uns in der BOLZJUNGS-Reihe „Ein Hoch auf die Jugendarbeit!“ ehemalige Jugend-Mannschaften der Jahrgänge 1996/1997 der vergangenen Jahre herausgepickt und diese mal etwas genauer unter die Lupe genommen. In welchen Ligen die Teams früher gespielt haben, wie deren Jugendtrainer die Kicker in Erinnerung behielten und für welche Klubs die Akteure heute ihre Fußballschuhe schnüren, erfahrt ihr ab sofort hier!

Part 1: Alle mit dem gleichen Namen? Die Jugend-Truppe des SV Curslack-Neuengamme (2012 bis 2015) unter Rene Witmütz

Die Anfänge

Niko Reimers spielt heute beim SV Curslack-Neuengamme II. Foto: Herzog

Damals, im Sommer 2012, fand sich beim SV Curslack-Neuengamme ein Großteil der Jungs zusammen, die fortan bis in die A-Jugend des SVCN zusammenbleiben sollten. Das Team von Trainer Rene Witmütz kam aus der alten C- in die junge B-Jugend (U16) und lief dort in der Landesliga (zweithöchste Spielklasse Hamburgs) auf. Zu Namen wie Till Witmütz (heute SV Curslack-Neuengamme, Oberliga) oder Kapitän Marvin Behr (heute SV Altengamme, Landesliga) gesellten sich vier Akteure des Escheburger SV sowie einer des TuS Aumühle-Wohltorf: Jannis Reinhardt und Jonas Buck (heute ebenfalls SVA), Niko Reimers (heute SVCN II, Bezirksliga) sowie Liam Schardt (heute SV Börnsen, Bezirksliga). Aus Aumühle stieß Moritz Kühn, der heute gemeinsam mit Schardt beim SVB spielt, zu den Deichkickern. „Wir haben damals aus verschiedensten Charakteren eine Mannschaft geformt. Das war mein Wunsch. Den Erfolg, den wir hatten, hatten wir als Mannschaft“, betont der damalige Trainer Rene Witmütz. Sein Leitspruch: „Jugend fördern und fordern“. Am Ende stand in der Landesliga ein guter sechster Rang, der allerdings nicht zum Aufstieg (Platz eins bis fünf) genügte.

Dank Nachrücker-Regel und Erzfeind eine Liga höher

Die SVCN-Kicker feiern nach ihrem 8:1 gegen Altona 93 ihren Aufstieg in die Landesliga.  Foto: Privat

Durch den Rückzug von Ligaprimus und Erzfeind FC Bergedorf 85 sowie dem Nachrücken einiger Teams auf den Plätzen vor den Curslackern stieg der SVCN in der Saison 2012/13 trotz Platz sechs doch noch in die Verbandsliga der alten B-Jugend (U17) auf. Nach dem 8:1-Erfolg gegen Altona 93 am drittletzten Spieltag konnte gejubelt werden. „Das Spiel wird mir immer in Erinnerung bleiben“, sagt der damalige SVCN-Spieler und heutige Ligaobmann des SV Altengamme Philipp Mohr.

In der Sommerpause verließ Spielmacher Till Witmütz die Curslacker und wechselte zum damaligen B-Bundesligisten WTSV Concordia Hamburg. Der scheidende Trainersohn beobachtete die Entwicklung der „Familie SVCN“ auch nach seinem Abschied weiter: „Dass die Mannschaft nach meinem Weggang zu Concordia nochmal einen Sprung gemacht hat, hat mich richtig stolz gemacht.“ Der restliche Kader der vorherigen Spielzeit blieb zusammen. Ein Neuzugang war unter anderem Torwart Jan Tofern (bis Sommer bei Oberligist SVCN), der vom SC Vier- und Marschlande kam. Im Winter wechselten dann auch Marvin Sibbers (heute SC Schwarzenbek, Bezirksliga) und Keeper Nick Kiesling (heute SCVM, Bezirksliga) an den Gramkowweg. Der Nachrücker konnte sich dank der mittlerweile eingespielten und qualitativ hochwertigen Mannschaft in der Verbandsliga halten. Dass der Abstand auf die Nichtabstiegsplätze am Ende nur einen Punkt betrug, war dabei völlig nebensächlich.

Im Internet gleich, im Pass verschieden

Eine Idee, die den Jungspunden damals kam, war es, sich im sozialen Netzwerk Facebook denselben Nachnamen zu machen. Und welcher käme da besser in Frage, als der des Kapitäns Marvin Behr. So kam es, dass bei Facebook kurzerhand statt Jonas Buck oder Philipp Mohr ab sofort Jonas Behr oder Philipp Behr zu finden waren. „Das war schon eine sehr witzige und spaßige Zeit“, erinnert sich Spieler Till Witmütz zurück. Im Spielerpass blieben die Namen aber dann doch die Richtigen.

Trotz Altersrückstand: Etablierung in Hamburgs Beletage

Altengammes Ligaobmann Philipp Mohr. Foto: Herzog

Endlich ging es in die A-Jugend (Saison 14/15). Doch als jüngerer Jahrgang waren die Aussichten eigentlich düster. Eigentlich. Denn zum SVCN wechselten mit Isaac Hoffmann (heute FC Bergedorf 85, Landesliga), Timo Ludwig (heute SVA, Landesliga) und vor allem dem vom JFV HH-Oststeinbek kommenden Angreifer Niklas Hoffmann (heute SVCN, Oberliga) unter anderem drei Akteure zu den Deichkickern, die erheblichen Anteil an dem Erfolg in der ersten A-Jugend-Hinrunde hatten. Letzterer wurde mit seinen 19 Treffern drittbester Torschütze der Liga. Sein erstes Tor markierte der Linksfuß gleich im ersten Ligaspiel beim Hetlinger MTV. „Die Fahrt dorthin war eine Tortur. Extrem weit und kochend heiß“, erinnert sich Moritz Kühn an die 62 Kilometer lange Strecke. Doch am Ende es ging mit einem verdienten 6:2-Erfolg zurück in die heimischen Vierlanden. Was auf den Auftaktsieg folgte, war eine bärenstarke Hinrunde, die mit 28 von 39 möglichen Punkten auf dem zweiten Platz abgeschlossen werden konnte.

Der Bruch und die beinahe vollständige Auflösung

Doch Mitten in der Hochphase kam es dann zu internen Problemen. Daraufhin trat Trainer Witmütz nach dem 8:2-Auswärtserfolg beim Eimsbütteler TV am 12. Spieltag kurzerhand ab. „Ich hätte mir von Vereins- und Mannschaftsseite mehr Rückendeckung gewünscht“, sagt Witmütz, der enttäuscht war, da er seine „Jugendmannschaft gerne in die Herren geführt hätte“. Denn zu diesem Zeitpunkt trainierte Witmütz auch die zweite Herren des SVCN. Neben dem Trainer verließen auch vereinzelte Spieler das Team. Die Nachfolge trat interimsweise Maximilian Franke an, ehe Axel Nack das Team übernahm und zum Klassenerhalt auf einem guten fünften Platz führen konnte. Nach der Spielzeit kehrten dann weitere Akteure dem SVCN den Rücken. Mit den nicht verwandten Namensvettern Niklas und Isaac Hoffmann versuchten sich zudem zwei Spieler in der Oberliga-Mannschaft der Curslacker Herren.

Fakt ist: Trotz des holprigen Endes war die Zeit der Jugend-Truppe eine sehr erfolgreiche — und es entstanden zahlreiche gut ausgebildete Herrenspieler.„Ich finde es beeindruckend, wie viele Spieler aus unserer Jugendmannschaft sich im ambitionierten Herrenbereich durchgesetzt haben“, betont SVA-Ligaobmann Mohr. Nicht nur durch die SVCN-Rückkehr von Buck und den zahlreichen Akteuren, die dem Verein bis heute treu geblieben sind, macht sich die Verbindung zur damaligen Zeit und dem Klub bemerkbar. Viele Freundschaften aus Curslacker Jugendzeiten halten bis heute an! Nur die Namen auf Facebook wurden mittlerweile wieder in die Richtigen geändert.