Ein Hoch auf die Jugendarbeit! Part 2: Das Nachwuchs-Team des JFV HH-Oststeinbek

Der JFV HH-Oststeinbek ist norddeutscher Futsalmeister. Oben v.l.n.r. Stefan Salewski (Betreuer), Krister Finnern, Isaac Hoffmann, Marvin Schalitz, Joel Wagner, Fynn Spors, Jannik Krienke. Unten v.l.n.r. Carsten Hoffmann (Co-Trainer), Ketil Krüger, Simon Henningsen, Niklas Hoffmann, Masud Hashimi, Marc Langer, Phil Brocks, Andreas Krienke (Trainer). Foto: Privat

Ob Bergedorf, Schwarzenbek, Geesthacht, Lauenburg, Glinde oder die Vierlanden: Im Amateurfußball in Hamburgs Osten kennt jeder jeden! Oftmals stehen sich Akteure, die im Jugendbereich noch in demselben Dress aufliefen, nun im Herren-Ligabetrieb gegenüber. Wir haben uns in der BOLZJUNGS-Reihe „Ein Hoch auf die Jugendarbeit!“ ehemalige Jugend-Mannschaften der Jahrgänge 1996/1997 der vergangenen Jahre herausgepickt und diese mal etwas genauer unter die Lupe genommen. In welchen Ligen die Teams früher gespielt haben, wie deren Jugendtrainer die Kicker in Erinnerung behielten und für welche Klubs die Akteure heute ihre Fußballschuhe schnüren, erfahrt ihr ab sofort hier!

Part 2: Als Torsten Henke die falschen Spieler beobachtete: Die Jugend-Truppe des JFV HH-Oststeinbek (2012 bis 2015) unter Andreas Krienke

Der Beginn einer turbulenten Zeit

Jannik Krienke vom SV Börnsen. Foto: Herzog

Gerade einmal sechs Jahre alt waren Niklas Hoffmann, Jannik Krienke und Co., als sie beim SV Havighorst erstmals gemeinsam die Fußballschuhe schnürten. „Unsere Anfänge waren auf dem Grandplatz in Havighorst. Wir sind vom Dorfanger Boberg über das Feld gelaufen“, erinnert sich Andreas Krienke, Vater von Jannik und damaliger Trainer der F-Jugend. Die Jugendabteilung lief damals unter dem Namen „Havighorster Füchse“ auf. Es war der Beginn für eine turbulente Zeit dieser Mannschaft. Gleich mehrere Vereinsnamen-Wechsel, zahlreiche Ausfahrten, eine norddeutsche Meisterschaft und ein Derby gegen die Jugendmannschaft des SV Nettelnburg/Allermöhe, das noch immer vielen Beteiligten in Erinnerung ist.

Doppelte Vereinsumstrukturierung, doch das Team blieb zusammen

Havighorst ist ein Ortsteil der Gemeinde Oststeinbek. Im Laufe der Zeit wurde die Havighorster Fußballabteilung in den Oststeinbeker SV integriert. „Wir hatten dadurch das Anrecht, auf dem Rasen und dem Kunstrasen zu spielen“, erinnert sich Trainer Krienke, der weiter erläutert: „Irgendwann hat mich dann Stefan Kohfahl (damals JFV HH-Oststeinbek, d. Red.) gefragt, ob ich mit der Mannschaft in den Jugendförderverein möchte. Dem haben wir zugestimmt und waren somit fortan Teil des JFV HH-Oststeinbek.“

Die Saison 13/14: Top-Neuzugänge, spannendes Derby & die norddeutsche Meisterschaft

Marvin Schalitz spielt heute beim SVCN. Foto: Herzog

„Der SVNA war immer die Nummer eins“, erinnert sich Trainer Andreas Krienke an die Zeit zurück. Doch von diesem Primus zog es im Sommer 2013 zwei Akteure zum JFV: Phil Brocks und Mark Brudler. Von der U17 FC St. Pauli stieß Innenverteidiger Marvin Schalitz dazu. Letzterer und Brudler sind heute Stammspieler beim Oberligisten SV Curslack-Neuengamme. Der Dritte im Bunde, der aus der Jugendmannschaft des JFV heute beim SVCN spielt, ist JFV-Eigengewächs Niklas Hoffmann. Außerdem mit dabei: Torwart Krister Finnern (heute Barsbütteler SV, Bezirksliga), Isaac Hoffmann (heute FC Bergedorf 85, Landesliga) oder auch der mittlerweile nicht mehr aktive Timur Yagli. „Timur kam vom HSV-Nachwuchs zu uns und hat nach dem Training immer HSV-Sachen angehabt“, erinnert sich Mitspieler Niklas Hoffmann.

Am 17. Spieltag kam es dann zu einem Derby mit dem SV Nettelnburg/Allermöhe, an das sich heute noch einige Akteure des JFV erinnern. Der Tabellenelfte Oststeinbek reiste zum Ligaprimus. „Wir brauchten in unserer Situation jeden Punkt, um irgendwie auf Rang sieben zu kommen und die Klasse zu halten“, erinnert sich JFV-Trainer Krienke. Die Chancen, etwas Zählbares mit nach Hause zu nehmen, waren gering. Doch neben dem 1:1 aus dem Hinspiel machte auch der Neuzugang von Mittelfeldspieler Fynn Spors vom Gegner SVNA Mut. „Ich war mit meinem damaligen Trainer aneinander geraten und suchte daher etwas Neues“, erklärt Spors, der heute beim Bezirksligisten SV Börnsen spielt, seine Wechselabsichten.

Niklas Hoffmann. Foto: Herzog

Das Duell verlief dann allerdings eindeutig zugunsten des JFV. Bereits zur Halbzeit führten die Oststeinbeker mit 5:0 (!). Mark Brudler per Doppelpack (7., 18.), Joel Wagner (32.), Marvin Schalitz (40.) und erneut Wagner (42.) waren erfolgreich. Der heutige Dassendorfer Maximilian Dittrich konnte in Abschnitt zwei nur noch den Treffer zum 1:5-Endstand erzielen. „Damals guckte Curslacks Oberligatrainer Torsten Henke zu und beobachtete einige Spieler vom SVNA“, erinnert sich JFV-Coach Andreas Krienke. Nach der Saison wechselten dann auch mit Mike Beldzik, Javad Gurbanian, Edon Durguti und Stjepan Radic vier Akteure zum SVCN. Heute spielen vom damaligen SVNA „nur“ noch Beldzik und Radic bei den Vierländern. Vom damaligen JFV laufen mit Marvin Schalitz, Niklas Hoffmann und Mark Brudler hingegen gleich drei Spieler für den Oberligisten SVCN auf. „Da beobachtete Torsten Henke wohl die falsche Mannschaft“, sagt Krienke mit einem breiten Lächeln.

Eine Woche nach dem starken Sieg gegen den SVNA reiste der JFV zur norddeutschen Futsalmeisterschaft. Bei den Hamburger Meisterschaften landeten die Oststeinbeker auf Rang zwei. Im Halbfinale der „Norddeutschen“ schlug Krienkes Team den Hamburger Meister SVNA. „Zu der Zeit waren wir wohl Nettelnburgs Angstgegner“, scherzt Spieler Jannik Krienke. Im Finale schlug man dann den Oldenburger SV mit einem klaren 7:1.

Vor der Trennung noch gemeinsam den Abstieg verhindert

Traf im letzten Spiel zweifach: Der heutige Börnsener Fynn Spors. Foto: Herzog

Während der Saison wurde klar, dass es die letzte Spielzeit in dieser Konstellation wird. Die Spieler waren alt genug für den Herrenbereich und auch der Trainer Andreas Krienke hörte auf. Erst sollte aber noch der Abstieg verhindert werden. Doch dieses Unterfangen zog sich bis zum letzten Spieltag, als der JFV beim bereits abgestiegenen Holsatia im EMTV antreten musste. Und dieses Spiel hätte aus Sicht der Oststeinbeker nicht schlimmer beginnen können: Schon nach zwei Minuten gingen sie in Rückstand. Aufgeben? Fehlanzeige! Als geschlossenes Team begann die Aufholjagd. Und schon zehn Minuten später glich der JFV durch Fynn Spors aus, ehe erneut Spors die Gäste sogar in Führung schoss (28.). Der heutige Curslacker Niklas Hoffmann machte nach gut einer Stunde mit seinem 3:1 den Deckel drauf.

Die eigene Arbeit wurde zwar erledigt, doch noch reichte dies nicht. Nach dem Abpfiff saßen die JFV-Spieler und -Trainer nervös im Kreis und warteten auf das Ergebnis vom Spiel zwischen Alstertal/Langenhorn und Germania Schnelsen. „Schnelsen hat zwar gewonnen und war damit punktgleich mit uns, doch wir standen dank eines besseren Torverhältnisses über dem Strich“, erinnert sich Trainer Krienke. Sein Sohn Jannik ergänzt: „Die Freude und Erleichterung waren riesig!“

Es war das letzte Spiel in dieser Konstellation. Eine schöne Erinnerung an die gemeinsame Zeit hatte Trainer Krienke dann aber noch für seine Jungs: „Jeder Spieler hat von mir ein Bild aus seiner Oststeinbeker Zeit bekommen.“ Und dieses werden mit Sicherheit noch zahlreiche Akteure in ihren Zimmer hängen haben und sich bei dem Anblick an die turbulente Zeit zurück erinnern.