„Eisenbahner“ hinken Saisonziel hinterher – gibt die Rückserie mit 13 Heimspielen Aufwind?

Muss nach den Resultaten aus der Hinrunde erst einmal kräftig durchatmen: ETSV-Trainer Christopher Leitlof. Foto: Herzog

Normalerweise ist eine Mannschaft, die in der Auswärtstabelle Rang zwei belegt, eines der Top-Teams der Liga. Der ETSV Hamburg hat diesen Platz zwar inne, dabei aber doppelt so viele Partien wie die Konkurrenz auf dem Buckel. Wegen der umfangreichen Umbauarbeiten an der Sportanlage Mittlerer Landweg liefen die „Eisenbahner“ bislang nur auswärts auf, holten dort in zwölf Partien zwölf Punkte – und sind vom vor der Saison gesteckten Ziel, in der Top fünf zu landen, derzeit weiter entfernt, als ihnen lieb ist. Liegt das nur an den fehlenden Heimspielen oder steckt mehr dahinter? Wir sprachen mit ETSV-Trainer Christopher Leitlof über die Hinrunde, die mangelhaften Trainingsbedingungen und den möglichen Weg zu einer Heimmacht in der Rückserie.

BOLZJUNGS: Zwölf Punkte aus zwölf Partien, die drittschwächste Offensive und Defensive der Liga, Rang elf. Müsst ihr Euer vor der Serie gestecktes Saisonziel, die Top fünf, revidieren?
Leitlof: Nein, eigentlich nicht. Wir hätten auswärts gerne mehr Punkte geholt, insgesamt waren natürlich auch deutliche Niederlagen dabei (0:8 in Oststeinbek, 0:7 bei ASV Hamburg, d. Red.). Danach haben wir uns wieder ganz gut gefangen, von den Ergebnissen her passen unsere Resultate zu denen der anderen Teams, aber leider haben wir vermeintlich leichtere Punkte liegen gelassen. Wir hoffen, dass wir die Punkte zuhause zurückholen.

BOLZJUNGS: Ist die bislang magere Punkteausbeute nur in den fehlenden Heimspielen zu begründen?
Leitlof: Das ist ein Hauptgrund, natürlich. Der Kunstrasen sieht schon soweit fertig aus, das Flutlicht fehlt allerdings noch und daher liegen noch Sandwege für die Arbeiten daran auf dem Platz. Vorher wird der Platz logischerweise auch nicht freigegeben. Im Anschluss werden dann auch erst die Tore angeliefert. Wir lassen das Ganze auf uns zukommen, hatten aber damit gerechnet, dass wir früher auf den Platz können.  Der Termin zur Fertigstellung musste leider immer wieder nach hinten geschoben werden.

BOLZJUNGS: Woran liegt es noch?
Leitlof: Im Moment sind die Trainingsbedingungen bei uns einfach katastrophal. Der Rasenplatz ist von den Trainingseinheiten mittlerweile sehr mitgenommen. Ein vernünftiges Training ist nur noch unter schwersten Bedingungen möglich. Direktes Passspiel ist gar nicht möglich auf dem Rasen. Das zerrt sicherlich ein wenig am Selbstbewusstsein der Spieler. Ich setzte darauf, dass es auf dem Kunstrasen dann deutlich besser wird. Zwischenzeitlich haben wir auf einem Kunstrasen trainiert, da sah das schon deutlich besser aus. Außerdem waren in der Vorbereitung viele Spieler nicht da, die daher die Grundlagen nicht mitgenommen haben. Das mussten wir in der laufenden Saison nachholen.

BOLZJUNGS: Rufen die teils namhaften Neuzugänge derzeit das ab, was ihr euch erhofft hattet?
Leitlof: Mit den Neuzugängen sind wir eigentlich zufrieden. Wir haben allerdings ein wenig Pech mit Verletzungen. Dennis Utecht hat sich vor vier Wochen einen Innenbandriss zugezogen, Lasse Ohmsen ist am Knöchel verletzt. Glücklicherweise ist Yannic Reichenbach mittlerweile wieder fit, er tut der Mannschaft gut. Yannic nimmt auf dem Platz eine wichtige Rolle ein und kann eine Mannschaft führen.

Überzeugte in der Hinrunde mit sechs Treffern: Jesper Garbers (hi.: Arthur Weigel). Foto: Herzog

BOLZJUNGS: Erst einmal wurden Eure Heimpartien bis zur Fertigstellung auf dem Kunstrasen an der Krusestraße ausgetragen. Werdet ihr, wenn Eure Spielstätte bespielbar ist, zur Heimmacht?
Leitlof: Heimmacht klingt ein wenig übertrieben. Wir sind dann durch die zahlreichen aufeinander folgenden Heimspiele in einem Rhythmus. Du musst dich nicht mehr groß um die Organisation um die Auswärtsspiele herum kümmern. Ob wir eine Heimmacht werden, wird sich zeigen. Die neue Anlage bietet sicherlich die Möglichkeit, etwas Neues zu starten. Die Jungs kommen auf das Gelände und freuen sich, dort bald spielen zu dürfen. Da wir durch neue Beachvolleyballfelder und ähnliches dann polysportiv trainieren können, bietet uns das neue Möglichkeiten. Darauf freuen wir uns!

BOLZJUNGS: Macht dir vor allem Euer Toptorschütze Jesper Garbers Hoffnung für die Rückserie?
Leitlof: Die Hoffnung ist, dass endlich mal alle auf dem Platz stehen. Klar, Jesper hat eine tolle Entwicklung genommen. Er bringt viele tolle Dinge wie Schnelligkeit oder Torgefahr mit. Vier von sechs Toren hat er allerdings an den ersten Spieltagen gemacht. Er ist mit Sicherheit einer der Spieler, dem man eine gute Zukunft zutraut.

BOLZJUNGS: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die Rückrunde!