Erneute von Knebel-Gala beim Oher 3:0-Erfolg über den FC Bergedorf 85

Johann von Knebel (weiß) entwickelte sich auch gegen den FC Bergedorf 85 zum Matchwinner. Foto: Zerbian

FC Voran Ohe – FC Bergedorf 85 3:0 (1:0)
Landesliga Hansa, Nachholspiel des 21. Spieltags (Di., 10.04.18, 19.30 Uhr)

Wieder einmal flog der Spielball in der Landesliga-Partie zwischen dem FC Voran Ohe und dem FC Bergedorf 85 hinter die Auswechselbänke ins Oher Gebüsch. Der jüngste Ersatzspieler des FCVO, Tim Spreer, fand das Spielgerät nach einigen Minuten und warf es zurück in Richtung Seitenlinie, wo Hanno Stengel, Ohes Sportlicher Leiter, den Ball gekonnt mit dem Fuß annahm (42.). „Bester Oher heute!“, rief Auswechselspieler Maxim Gassmann. Doch nach 90 Minuten und einem souveränen 3:0 über den FCB stand fest: Gassmann sollte Unrecht haben. Denn nach dem Dreierpack und den zwei Torvorlagen vom 5:2-Erfolg gegen den SC Condor II am vergangenen Sonntag zeigte Ohes derzeitiger Shootingstar Johann von Knebel erneut eine Galavorstellung.

Nach zwei FCB-Chancen durch Ulas Dogan (4.) und Fatih Okur (18.) und einer größtenteils dem schlechten Untergrund geschuldeten schwachen Anfangsphase spielte sich erneut der 20-jährige von Knebel in den Vordergrund. Adrian Voigt beförderte den Ball gekonnt durch die Bergedorfer Innenverteidigung, hinter der der eingelaufene von Knebel das Spielgerät per Direktabnahme mit dem linken Fuß zum 1:0 ins gegnerische Tor beförderte (35.). Sein Trainer Rainer Seibert kommentierte von außen: „Heute könnt ihr auch mal schmutzig spielen!“ Doch den „schmutzigen“ Fußball spielten die abstiegsbedrohten Bergedorfer – wie auch die Freundin von FCB-Toptransfer Arnold Lechler an der Seitenlinie wusste. „Schatz, was machst du da?!“, reagierte sie auf einen der seltenen Ballverluste des 26-Jährigen.

Seibert: „Einfach spielen, Johann!“ – Die Antwort folgte prompt

Auch während der Halbzeitpause war das vorrangige Gesprächsthema unter den Zuschauern am Amselstieg der Spielmacher von Knebel. „Der hat ja schon wieder getroffen“, sagte einer der Lob findenden Zuschauer im Gespräch mit Stengel und dem Oher Abteilungsleiter Peter Bahr. Die einzige negative Anmerkung von Trainer Seibert erhielt von Knebel für einen Annahmeversuch mit der Hacke. „Einfach spielen, Johann!“, rief Seibert in der 47. Minute. Eine sportliche Antwort lieferte von Knebel aber prompt.

Bergedorfs Fatih Okur sah die Gelb-Rote Karte. Foto: Herzog

Nach dem zwischenzeitlichen 2:0 durch ein Eigentor von FCB-Kapitän Fatih Okur (48.) ließ der 20-Jährige gleich drei Bergedorfer mit einem sehenswerten Dribbling stehen und beförderte den Ball souverän zum 3:0 ins Gehäuse – die Vorentscheidung (66.). „Wir haben uns für die erste Hälfte nicht belohnt. Das 0:2 war dann der Genickbruch. Was danach passierte, gefällt mir gar nicht!“, zeigte sich FCB-Trainer Dennis Kreutzer über das Hapern seiner Spieler untereinander und in Richtung Schiedsrichter enttäuscht. Sein Stürmer Lechler reichte es. Als seine Mitspieler zwei Minuten nach dem 0:3 nicht nachgerückt waren, machte der 26-Jährige seinem Unmut Luft. „Wollt ihr keine Tore schießen oder was? Kommt nach!“, schrie Lechler in Richtung Mitspieler. Doch die Gelb-Rote Karte von Kapitän Okur sollte die einzig erwähnenswerte Aktion eines Bergedorfers bleiben (84.). „Ich hatte meine Jungs vor Bergedorf gewarnt und wirklich gedacht, dass 85 mit diesen Neuzugängen durchmarschiert“, betonte Seibert nach der Partie.

Der Mann der Stunde will seine „perfekte Woche“ gegen Rahlstedt krönen

Von Knebel selbst zeigte sich nach der Partie sichtlich erfreut: „Irgendwann musste der Knoten jetzt mal platzen! Dass es dann aber direkt fünf Tore in zwei Spielen werden, habe ich natürlich selber nicht zu träumen gewagt. Es war schlichtweg eine perfekte Woche, die hoffentlich am Freitag gegen Rahlstedt noch veredelt wird.“ Ein Sommerwechsel zu einem anderen Verein kommt für den 20-Jährigen derzeit jedoch nicht in Frage: „Natürlich kommt öfters mal ein Spruch, aber letztendlich haben wir die vergangenen drei Spiele im Kollektiv gewonnen. Das ist es auch, was Ohe ausmacht. Außerdem ist es nahezu sicher, dass ich ab Oktober außerhalb von Hamburg studieren werde.“

Ohe: Hebbeler; Gläser, Liebermann, Kaufmann, Lang; Seibert, Dülsen; Braesen (87. Spreer), von Knebel, Woost (67. Gassmann); Voigt (75. Johnson)
FCB: Lastro; Strauß (56. Blohm), Okur, Lübcke, Nkengni; Bozic, Hoffmann; Dogan, Yazici (73. Saqib), Bugla (67. Rikspun); Lechler