FC Lauenburg erkämpft sich Punkt bei Glinde II – Kocaman: „Wir wollen nochmal angreifen!“

Lauenburgs Ismail-Melih Genc schirmt den Ball vor dem Gegenspieler ab. Foto: BOLZJUNGS

TSV Glinde II – FC Lauenburg 3:3 (3:1)
Kreisliga 3, 18. Spieltag (So., 25.11.18, 12.00 Uhr)

Der Kreisligist TSV Glinde II wollte auf Nummer sicher gehen. Für das Rückspiel gegen den FC Lauenburg bestellte der Gastgeber einen Vertreter des Hamburger Fußball-Verbands, der das Spielgeschehen vor Ort verfolgen sollte. Der Grund: Im Hinspiel kam es in der Pause im Kabinentrakt zu Tumulten, das Duell wurde abgebrochen, der FCL zu einer 1000€-Geldstrafe verurteilt. Die Glinder erhielten die Punkte, Lauenburg wurden drei Zähler abgezogen. Doch bis auf ein härteres Einsteigen von FCL-Offensivspieler Furkan Kocaman an Glindes Innenverteidiger Benjamin Gryzinski (25.), für das Kocaman Gelb sah, blieb es ruhig – das Schlusslicht aus der Elbestadt konzentrierte sich vor allem im zweiten Abschnitt auf das Fußballspielen und glich in der Nachspielzeit per direktem Freistoß vom eingewechselten Fayiz Akgün zum 3:3-Unentschieden aus (90.+3).

Lauenburgs 48-jähriger Schlussmann Aslan „an beiden Gegentreffern schuldig“

Dass der FCL etwas Zählbares aus Glinde mit nachhause nimmt, danach sah es in der ersten Hälfte keinesfalls aus. Für den FCL stand mit dem 48-jährigen Olcay Aslan ein reaktivierter Freund von Trainer Senol Kocaman zwischen den Pfosten. „Wir haben von Anfang an gut gespielt, hatten mit meinem Freund allerdings einen Torwart drin, der an den beiden ersten Gegentreffern schuldig war. Glinde hat dann aus allen Lagen geschossen. Bei mir haben vier Torhüter gefehlt, die alle keine Lust hatten, weil wir immer so viele Gegentore kriegen“, erklärte Kocaman nach Spielende. Sein Gegenüber Wolfgang Spethmann war da logischerweise angefressen, dass in Halbzeit eins für seine Mannschaft „nur“ drei Tore entstanden. „Die hatten ja keinen Torwart drin, da haben wir es versäumt, ein paar Tore mehr zu machen und waren echt ein bisschen überheblich“, sagte Glindes Übungsleiter.

Auf das 1:0 durch Glindes Sebastian Fuchs, der aus 16 Metern abschloss (5.) folgte prompt der Ausgleich. TSV-Verteidiger Shawn Scheele foulte Furkan Kocaman im Strafraum, der Gefoulte verwandelte den Strafstoß selbst (8.). Das Torfestival ging weiter, Alexander Rarrek stellte mit seinem Fernschuss die Führung wieder her (11.). Als dann auch noch Hendrik Gerloff per Foulelfmeter – Ahmed Kocaman hatte Thomas Steeg zu Fall gebracht – zum 3:1 traf (14.), gingen alle Anwesenden von einem Kantersieg aus.

Glindes Reserve verspielt 3:1-Pausenführung – Ausgleich bahnte sich an

Doch die Lauenburger sorgten mit einem cleveren Schachzug für Spannung im zweiten Durchgang. Der rotgefährdete Offensivspieler Furkan Kocaman ging zur Pause ins Tor – und mit dem sichereren Rückhalt wurden die Gäste immer stärker. Einzig der Torerfolg sollte erst einmal ausbleiben. Volkan Yilmaz (51.), Fayiz Akgün (55.) und Ahmet Ulug (62.) scheiterten. In der 75. Minute traf Volkan Yilmaz dann aber doch zum 2:3-Anschluss. In der Folge bahnte sich der Lauenburger Ausgleich immer mehr an. Muhammet Alhas (81.) und Torschütze Volkan Yilmaz (90.+1) blieben jedoch erfolglos.

Mit der letzten Aktion sorgte der eingewechselte Fayiz Akgün mit einem Freistoß aus 20 Metern unter die Latte dann für das späte 3:3 und pure Freude beim FCL. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt zwar weiterhin zehn Punkte, doch aufgeben ist für die Elbestädter keine Option. „Der Abstand ist zwar sehr groß, aber in der Rückserie kommen einige Spieler dazu. Wir wollen nochmal angreifen!“, stellte Trainer Kocaman abschließend klar. Auf BOLZJUNGS-Nachfrage verkündete der FCL-Übungsleiter, dass sich Taner Göktürk (Lauenburger SV) ab Winter dem Klub anschließt. Der langzeitverletzte Keeper Hakan Yilmaz steigt ebenfalls zur Wintervorbereitung wieder ein.

Glindes Trainer Wolfgang Spethmann zieht positives Resümee

„Jetzt haben wir halt nur 3:3 gespielt. Insgesamt gesehen waren es schwere 31 Punkte, die wir bislang geholt haben und bis zum Winter haben wollten. Jetzt haben wir genauso viele Punkte wie vergangene Saison nach allen Partien. Es wird Zeit, dass die Winterpause kommt. Man sieht, dass wir echt am Limit sind“, resümierte Spethmann, ehe er das Positive aus den bisherigen Partien hervorhob: „Wir müssen zusehen, dass wir das letzte Spiel vor der Pause dann noch ordentlich gestalten. Bislang ist das alles nicht schlecht gelaufen. Wir sind Fünfter, das hätte uns vorher auch keiner zugetraut.“

TSV: Dora; Scheele, Gryzinski, Bilen, Steeg; Gläser (46. Wasilewski), H. Gerloff (76. Özalp); M. Meyer, Fuchs, Rarrek; R. Meyer (79. Patzwald)
FCL: O. Aslan (46. Akgün); Genc, Ahmed Kocaman, Yalcin, Bulucu; Ulug, B. Aslan, V. Yilmaz, F. Kocaman, Adem Kocaman; Alhas