FC Voran Ohe: Mit halber Luft zum siebten Sieg in Serie

Der FC Voran Ohe feierte mit dem 5:0 gegen die TuS Berne seinen siebten Sieg in Serie. Foto: Maibach

FC Voran Ohe – Tus Berne 5:0 (1:0)
Landesliga Hansa, 11. Spieltag (Fr., 05.10.18, 19.30 Uhr)

Die Landesliga-Partie zwischen dem FC Voran Ohe und der TuS Berne war schon einige Minuten alt. „Könnt ihr mal die Bälle aufpumpen“, war vom Spielfeld in Richtung der Oher Auswechselbank zu hören. In Folge des ersten Durchgangs häuften sich die Beschwerden der Akteure, dass das Spielgerät nicht entsprechend aufgepumpt war. Doch geändert wurde erst einmal nichts. Dass der Zustand des Balls nicht den Wünschen der Spieler entsprach, spiegelte sich auch in der ersten Halbzeit wieder. Die Gäste, die auf dem vorletzten Tabellenplatz stehen, legten ihren Fokus darauf, kompakt zu stehen. Das gelang dem Team von Trainer Frank Neben auch erst einmal. Bis auf einige Standards von Robin Woost, die für Gefahr sorgten, kam nichts von den Hausherren. In der ersten Halbzeit wirkte das Spiel des FCVO ähnlich wie der Ball: nur mit wenig Power – oder Luft – ging es nach vorne.

Zwar war der Ball in der 17. Minute zum ersten Mal im Tor des TuS Berne. Doch Schiedsrichter Devin Wengorz (TuS Hamburg) ließ den Treffer nicht zählen, da er ein vermeintliches Foulspiel von Patrick Gordon gesehen haben will. Eine fragwürdige Entscheidung. Doch auch die Proteste des FCVO nutzten nichts. Mit 0:0 ging es weiter. Mit diesem Spielstand rechneten die 143 Zuschauer am Amselstieg auch zur Halbzeit. Doch TuS-Verteidiger Kevin Asante unterlief im Spielaufbau ein folgenschwerer Fehlpass, sodass Robin Woost an den Ball kam und nur noch auf Marco Braesen quer legen musste, der 60 Sekunden vor der Pause zur 1:0-Führung einschob (44.). „Eine Minute vor der Halbzeit spielen wir da hinten rum und schlagen den Ball nicht raus“, brüllte Berne-Coach Neben über den Rasenplatz.

Ohe macht im zweiten Durchgang mit vier Treffern in 17 Minuten alles klar

Mit dieser Führung und dem psychologischen Vorteil für die Gastgeber ging es in die Kabine. Und dieser Vorteil sollte sich in der zweiten Halbzeit noch ausbauen. Vier Minuten nach Wiederanpfiff beförderte der beste Mann auf dem Platz, Ohes Robin Woost, eine Ecke auf den ersten Pfosten, wo Innenverteidiger Oskar Sulinski hochstieg und den Ball zum 2:0 einnickte (49.). Und es kam noch besser für den Tabellendritten. Nach einer Ecke der Gäste und einem Ballgewinn am eigenen Strafraum konterte die Mannschaft von Trainer Rainer Seibert. Über Patrick Gordon, Yannik Andersson und Philip Lang kam der Ball zu Marco Braesen, der mit seinem zweiten Treffer das 3:0 erzielte (53.). Nun schienen die Gäste, die auf zahlreiche verletzte Spieler verzichten mussten und sogar drei Spieler aus der zweiten Herren dabei hatten, völlig überfordert zu sein. Die Oher spielten sich in einen Rausch und erhöhten in Person von Phillip Lang nach Vorlage von Robin Woost – seine dritte in der Partie – auf 4:0 (57.). „Marco Pflug und ich sind für die Standards zuständig und heute habe ich sie mir genommen. Es lief ganz gut und momentan sind die Standards eine brutale Waffe“, betonte Robin Woost. Und eine weitere Torbeteiligung sollte noch folgen.

Wie beim Treffer zum 2:0 schlug Woost eine Ecke von links auf den ersten Pfosten, wo dieses Mal Andersson hochstieg und das Spielgerät auf Braesen verlängerte, der den Ball zum 5:0 über die Linie drückte (66.). Es war zugleich sein dritter Treffer. „Das war heute eine geschlossene Mannschaftsleistung und ich stand heute dreimal goldrichtig bei meinen drei Toren. Und alles andere was hier momentan passiert, ist halt Voran Ohe“, schwärmt Braesen, der nach seiner Achillessehnen-Verletzung im vergangenen Jahr wieder zur Topform aufgeblüht ist und aktuell mit acht Treffern der zweite der Torschützenliste ist. Bei den Gästen war der Frust nach vier Gegentreffern innerhalb von 17 Minuten zu spüren. Alierdem Yildirim sah nach einem überharten Einsteigen gegen den dreifachen Torschützen Braesen von Referee Wengorz die Rote Karte (68.). Doch in Unterzahl fing sich der Gast keinen weiteren Treffer mehr. Sie kamen stattdessen zu ihrer einzigen nennenswerten Torchance. Anton Hein kam völlig frei im Strafraum zum Abschluss. Doch FCVO-Keeper Paul Malik, der für den angeschlagenen Michel Thomä im Kasten stand, hielt den Ball glänzend (80.). So blieb es beim 5:0-Erfolg für die Oher, die dank einer starken zweiten Halbzeit ihren siebten Sieg in Serie einfuhren. Die optimale Grundlage also für das traditionelle Haxenessen der kompletten Mannschaft heute bei Trainer Seibert zu Hause.

Rainer Seibert hat die Qual der Wahl – Frank Neben gehen die Spieler aus

„So lange ich hier Trainer bin – egal ob im Jugend- oder Herrenbereich – gab es keine sieben Siege in Serie. Daran kann ich mich nicht erinnern. Das ist schon sehr gut“, schwärmte Ohe-Coach Rainer Seibert. „Ich bin absolut zufrieden. Wir haben spekuliert, dass Berne tief stehen wird und wir das Spiel machen müssen, was nicht immer unsere Stärke ist. Trotzdem haben wir sie ständig unter Druck gesetzt und hinten selber nichts zugelassen. Es war eine Frage der Zeit, bis das Tor fällt. Meiner Meinung nach ist dieser Sieg, auch in dieser Höhe, völlig verdient“, resümierte Seibert, der mal wieder die Qual der Wahl hatte. „Wer da noch alles draußen auf der Bank saß oder gar nicht erst im Kader war, das ist schon krank. Das ist schon Wahnsinn. Ich habe mir schon nach dem Treffer zum 5:0 Gedanken gemacht, wie wir nächste Woche in Bergstadt spielen“, sagte der Trainer.

Von Qual der Wahl kann sein Gegenüber momentan nicht sprechen. „Wir haben einfach in der Tat zu viele Verletzte. Das kann man nicht anders sagen und das können wir momentan nicht kompensieren. Und wenn jetzt nicht schnellstmöglich irgendwelche Leute zurückkommen, sehe ich schwarz. Das muss ich so auch deutlich sagen. Aber die Hoffnung stirb zuletzt. Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen“, haderte Berne-Trainer Frank Neben mit der aktuellen Personalsituation. „Wir haben sie mit unserem Fehler zum 0:1 eingeladen. Allgemein machen wir momentan zu viele Fehler. Der Sieg für Ohe geht in Ordnung“, bilanzierte Neben. Und die Bälle? „Die wurden in der Halbzeitpause aufgepumpt. Danach gab es vier Tore“, sagte Hanno Stengel, Sportlicher Leiter des FCVO, mit einem Grinsen im Gesicht.

FCVO: Malik; Schenkenberg, Walek, Sulinski, Lang (66. I. Gassmann); Pflug, Saqib; Gordon (77. Ohl), Woost (69. M. Gassmann), Andersson; Braesen
TuS: Latendorf; Essel (77. Sauerbrey), von Karger, Asante; Batbayli, Yildirim, Scheffel, Krützelmann (77. Idziak); Hein, von Borstel (77. Dwelk), Honig