FCVO: Dülsen geht, neuer Teammanager kommt und Liebermanns Zukunft offen

Kevin Dülsen wechselt zur neuen Saison zum Oberliga-Absteiger SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt. Foto: Herzog

Verkehrte Welt beim FC Voran Ohe: In den vergangenen Wochen steuerte der Landesligist auf eine überaus erfolgreiche Saison zu und befand sich in Schlagdistanz zum zweiten Platz. Das erfolgreiche Abschneiden (Rang sechs) aus der vergangenen Saison schien übertrumpft werden zu können. Doch nach vier Niederlagen aus den letzten sechs Partien ist nicht nur der Abstand auf den begehrten zweiten Rang auf neun Punkte gestiegen und damit der Traum von der Oberliga geplatzt. Nun haben die Oher auch noch mit unerwarteten Abgängen eingeplanter Leistungsträger zu kämpfen.

„Die Situation ist momentan sehr unbefriedigend“, erklärt ein sichtlich angeschlagener Hanno Stengel, Sportlicher Leiter des FCVO. Neben den feststehenden Abgängen der Stammspieler Leo Hebbeler, Rene Seibert, Johann von Knebel und Max Johnsen hat am vergangen Dienstag vor der Partie gegen Juventude do Minho auch Vizekapitän Kevin Dülsen die Oher Verantwortlichen darüber unterrichtet, dass er zur kommenden Spielzeit zum Oberliga-Absteiger SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt wechseln wird. Besonders bitter: Der 27-Jährige hatte laut Aussage der Oher Verantwortlichen als einer der Ersten seine feste Zusage für die nächste Saison gegeben. Auf BOLZJUNGS-Nachfrage dementierte Dülsen dies allerdings. Mehr wollte der Mittelfeldspieler zu diesem Zeitpunkt nicht sagen.

Auch Kim Liebermann steht vor dem Absprung

Kim Liebermann steht Gerüchten zu Folge ebenfalls auf dem Sprung zu Vorwärts-Wacker. Foto: Herzog

In den Planungen von Trainer Rainer Seibert und Stengel spielte Dülsen eine wichtige Rolle. „Um Kevin wollten wir die Mannschaft für die kommende Saison aufbauen. Er war fest eingeplant“, sagt Stengel enttäuscht. Neben Dülsen sollte auch Kim Liebermann eine tragende Säule in der neuen Spielzeit werden. Doch der Abwehrspieler steht, trotz fester Zusage beim FCVO, Gerüchten zu Folge ebenfalls auf dem Sprung zu Vorwärts-Wacker. Eigentlich sollte sich der Defensivspieler gestern Abend beim Training der Mannschaft erklären, doch das fiel wegen mangelnder Beteiligung aus. Auf BOLZJUNGS-Nachfrage bestätige Liebermann sein Vorhaben, dass er die Mannschaft informieren wollte. Besonders ein Artikel im Hamburger Abendblatt („Ohe schlägt Elazig, Liebermann und Dülsen vor Wechsel“) sorgte beim FCVO und auch bei Liebermann persönlich für Verwunderung. Derzeit scheint die Zukunft Liebermanns offen. Fortsetzung folgt.

Von Dassendorf nach Ohe: Daniel Schmitt wird neuer Teammanager

Daniel Schmitt Foto: TuS

Durch die mehreren Abgänge stehen sie am Amselstieg nun unter Zugzwang. Bisher sind mit Fabian Stritzke und Torwart Lars Stephan erst zwei Zugänge fest. Um die Spielersuche voran treiben zu können, haben die Verantwortlichen ihr Kompetenzteam verstärkt. Daniel Schmitt wird mit sofortiger Wirkung Teammanager der ersten Herren. Schmitt soll sich vor allem um das „Scouting“ (Stengel) kümmern. Schmitt war seit 2016 beim Oberligaserienmeister TuS Dassendorf als Betreuer tätig. „Daniel ist ein Oher Jung. Bereits unter Sven Schneppel und Oliver Schubert war Daniel in Ohe tätig. Er kennt die Spieler und ist gut vernetzt“, erklärt Stengel die Personalie des neuen Teammanagers, der sich bereits am Sonntag vor der Partie gegen den FC Elazig Spor gegenüber der Mannschaft vorgestellt hat.

Trainer Rainer Seibert: „Mir geht es beschissen.“

Den ersten Befürworter hat Schmitt schon. „Ich bin absolut begeistert. Der wirbelt, macht und tut“, zeigt sich Trainer Rainer Seibert beeindruckt von den ersten Eindrücken seines neuen Teammanagers. Diese Begeisterung empfindet der Übungsleiter aber nur für diese Personalie. „Mir geht es beschissen“, beschreibt der Coach seine aktuelle Gefühlslage. Dabei gesteht Seibert eigene Fehler ein. „Hier muss jetzt keiner Huch schreien und überrascht sein. Wir, da nehme ich mich auch mit rein, haben unsere Hausaufgaben nicht gemacht“, erklärt der Coach die mangelnde Aktivität auf dem Transfermarkt. In den vergangenen Jahren kamen die Spieler durch Mund-zu-Mund-Propaganda vor allem durch Rene Seibert, der die neuen Spieler angeworben hatte. Ab Sommer wird Rene Seibert aber nicht mehr zur Verfügung stehen. „Wir hatten einfach keinen Manager, der richtig vernetzt war“, deckt Seibert die Ursache auf.

Den Verlust von Dülsen kann Seibert nur schwer verdauen. „Ich werde ihn fußballerisch und menschlich sehr vermissen. Ihn zu ersetzen wird schwer. Das müssen wir dann im kollektiv lösen“, erläutert Seibert, der aus heutiger Sicht eine schwierige Saison für seinen FCVO prophezeit. „Stand jetzt geht es in der neuen Spielzeit nur ums nackte Überleben – außer es kommen noch drei bis vier richtige Kracher“, betont der Coach. Auf einen weiteren Spieler muss Seibert ebenfalls verzichten. Im Gespräch mit BOLZJUNGS gab der Coach bekannt, dass auch Marcel Anton den FCVO verlassen wird. Den Flügelflitzer zieht es wie Max Johnsen zum TSV Trittau. Damit sind es mittlerweile sechs Abgänge.