Geesthachter Tolga Celikten: Der Saseler Überflieger des Jahres im BOLZJUNGS-Porträt

In Geesthacht aufgewachsen, beim TSV Sasel zum absoluten Top-Spieler gereift: Tolga Celikten. Foto: Herzog

Dieses Fußballjahr war für meine Laufbahn ein ganz besonderes“, ordnet Tolga Celikten 2018 im Gespräch mit BOLZJUNGS ein. Der 23-jährige Geesthachter spielte sich in diesem Kalenderjahr in einen Rausch. Seit 2016 läuft der Deutsche mit türkischen Wurzeln nun schon für den TSV Sasel auf. Bereits in seiner ersten Spielzeit am Saseler Parkweg gelang ihm mit seinem Team der Aufstieg aus der Landes- in die Oberliga. Das erste Jahr im Hamburger Oberhaus beendete der TSV auf einem starken sechsten Rang. Und in der laufenden Saison befinden sich die „Parkwegler“ sogar inmitten des Kampfes um die Meisterschaft! Einen großen Anteil daran hat der Saseler Überflieger des Jahres: Tolga Celikten.

„Danny Zankl hat mich fußballerisch und menschlich am meisten geprägt.“

Sasels Trainer Danny Zankl ist Celiktens größter Förderer. Foto: Herzog

Die persönliche Heimat des in Reinbek geborenen 23-Jährigen ist die Elbestadt Geesthacht, wo er beim Stadtteilklub Düneberger SV in der G-Jugend das erste Mal gegen den Ball getreten hat. Bis zur B-Jugend hielt es ihn dort, in der älteren B-Jugend entschied sich Celikten für ein kurzes Intermezzo beim SC Concordia, um in der A-Jugend schließlich noch einmal zu seinem Jugendverein zurückzukehren. „Eigentlich hat mich jedes Jahr geprägt. Natürlich habe ich in der Jugend die Grundsteine für mein jetziges fußballerisches Können gelegt. Ich hatte schöne Jahre beim DSV, wo wir mit eine der besten Jugendmannschaften hatten, die der Verein je aufzuweisen hatte. Besonders hervorzuheben ist bei mir die Zeit in der B- Jugend, wo ich beim SC Concordia in der Regionalliga gespielt habe“, sagt Celikten, der dort erstmals auf seinen größten Förderer traf: „Da konnte ich mich dann zum ersten Mal mit Gegnern aus den Nachwuchsleistungszentren des Nordens messen. Dort hat mich auch mein heutiger Trainer Danny Zankl trainiert, welcher mich in meiner Laufbahn fußballerisch, aber auch menschlich am meisten geprägt hat.“




Der Saseler Leistungsträger, der vor allem wegen seines Coaches, der „etwas in mir gesehen hat, was andere anscheinend nicht gesehen haben“, die Fahrten quer durch Hamburg zum Training und zu den Heimspielen auf sich nimmt, führt vollen Lobes weiter aus: „Mein Verhältnis zu Danny ist für mich ein besonderes. Er war immer eine Art Mentor und hat für diese Aufgabe die nötige Authentizität vorzuweisen. Man weiß auch mittlerweile, dass er sehr eigen in seiner Art und Weise ist und Leute, die das nicht akzeptieren, kommen damit auch nicht klar. Zwischen uns hat es gepasst und dann funktioniert die Arbeit, die man miteinander leistet, auch. Er ist ein sehr akribischer und leidenschaftlicher Trainer, der gerne weiterentwickelt. Er befasst sich nicht mit monotonen Sachen, sondern sieht mit seiner Vielfalt den Spieler und das Fußballspiel als Ganzes mit all den dazugehörigen Faktoren. Das Gute dabei ist, dass man mit ihm auch bei einem Kaltgetränk über andere Dinge als Fußball sprechen kann.“

Celikten: „Ich habe mich bei den höher spielenden Vereinen in der Region angeboten.“

Als es aus dem Nachwuchs in den Herrenbereich ging, entschied er sich für den damaligen Landesligisten SC Schwarzenbek, für den er zwei Jahre auflief – bis zum Wechsel an den Parkweg. Dass Celikten den Weg SCS eingeschlagen hat, war nicht zwingend anzusehen. Der Geesthachter hatte ursprünglich andere Pläne. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich, bevor ich zum SC Schwarzenbek gewechselt bin, bei den höher spielenden Vereinen in der Umgebung angeboten und mittrainiert (TuS Dassendorf und SV Curslack-Neuengamme, d. Red.). Damals hat es wohl noch nicht gereicht“, verrät „Celli“, wie er von seinen Freunden genannt wird. Heute aber reicht es allemal. Von Schwarzenbek zog es ihn zum TSV Sasel. Und dort fühlt sich der Geesthachter bis heute pudelwohl: „Es ist der perfekte Verein für mich. Das Team ist natürlich der Mittelpunkt, aber es macht einfach Spaß, in dieser großen Sasel-Familie zu arbeiten.“

Tolga Celikten mit dem Ball am Fuß. Foto: Herzog

In diesem Umfeld ist der ruhige Zopfträger zu einem der besten, wenn nicht sogar dem besten Oberliga-Kicker der Hinrunde gereift. In dem Saseler System mit einer Abwehr-Dreierkette übernimmt Celikten den Part des rechten Flügelspielers – und muss somit sowohl defensiv als auch offensiv permanent auf der Höhe sein. Ein Problem stellt das für ihn selbst aber nicht dar: „Die Position macht mir riesig Spaß. Ich werde auch oft gefragt, wieso ich mir diese ganzen Laufwege antue. Aber dadurch, dass unser Spielsystem sehr vielfältig ausgelegt ist, komme ich in den Phasen, in denen ich eine kurze Pause brauche, auch zur Ruhe.“ Bekannt sind ihm ohnehin beide Seiten seiner Position. „Dadurch, dass ich in der Jugend nur offensiv aktiv war und sogar in meinem letzten Jugendjahr als Stürmer auf Torejagd gegangen bin, habe ich das Offensivspiel irgendwo verinnerlicht. Mit der Defensivarbeit als Verteidiger hatte ich dann beim SC Schwarzenbek die ersten Berührungspunkte“, so der Rechtsaußen, der dann aber doch noch einmal nachlegt und mit einem Lächeln betont: „Ich verspüre lieber den Offensivdrang.“

Ziel Regionalliga? „Das würde mich als Sportler natürlich reizen!“

Den Schritt aus der Landes- in die Oberliga hat er gemeistert, ist in Hamburgs Oberhaus ein Topspieler. Da ist es doch eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis die Regionalliga ruft. Oder? „Die Regionalliga wäre sportlich gesehen der nächste Schritt, welcher mich als Sportler natürlich reizen würde. Ich habe aber noch keine Angebote in diese Richtung erhalten. Wenn es so weit wäre, müsste ich erst mal abwägen, ob es privat, beruflich und sportlich dann auch passt“, so der 23-Jährige, der in diesem Jahr seine Lehre als Kaufmann für Versicherungen abgeschlossen hat und sich derzeit in einer Orientierungsphase befinde. „Die Ideen zu meiner Zukunft habe ich auch schon, nun gilt es für mich, diese zum Anfang des neuen Jahres auch umzusetzen“, verrät Celikten. Und wer weiß, vielleicht wird 2019 ja auch privat und beruflich ein erfolgreiches Jahr für ihn. Sportlich dürfte es für den Saseler Überflieger des Jahres 2018 weiter steil nach oben gehen.