Gelungene Premiere auf neuem Kunstrasen – VfL Grünhof blickt optimistisch in die Zukunft

Das Team vom VfL Grünhof-Tesperhude posiert auf dem neuen Kunstrasenplatz. Foto: Schulz

„Man kommt nachhause“, bringt Oliver Steffens seine Gefühlswelt vom vergangenen Sonnabend auf den Punkt. Der Trainer des VfL Grünhof-Tesperhude und sein Team durften erstmals auf dem neu geschaffenen Kunstrasenplatz auflaufen – und es schien ihnen gefallen zu haben. Das Derby in der Kreisklasse B gegen den FSV Geesthacht II konnte der VfL mit 6:3 für sich entscheiden. „Es ist ein verdammt schönes Gefühl, endlich da zu spielen, wo man hingehört“, freut sich Steffens. Der Verein aus dem Geesthachter Stadtteil an der Elbe musste aufgrund des Sportplatzbaus in der gesamten Hinrunde das Heimrecht tauschen. Die einzigen beiden bislang offiziell als Heimspiele stattgefundenen Begegnungen gegen Oststeinbek III und Schwarzenbek II trug Grünhof-Tesperhude in Geesthacht aus. Trainiert wurde vor allem auf der Anlage des SSV Schnakenbek. „Einen großen Dank an alle, die uns geholfen haben in der Zeit!“, möchte Steffens betonen. Nun geht’s also zurück in die Heimat. Und der Trainer warnt die Konkurrenz: „Wir wollen Grünhof wieder zu einer Festung machen. Wir wollen, dass die Gegner ungern hierher kommen!“

Traumstart auf neuem Untergrund – der VfL baut die Serie weiter aus

Der „Vater“ der Wiederauferstehung des VfL: Trainer Oliver Steffens. Archivfoto: Herzog

Rund 75 Zuschauer fanden den Weg zur Westerheese in Grünhof. Eine tolle Kulisse, wie Trainer Steffens findet. „Eine gute Zahl für das kalte Wetter und nur Kreisklasse B.“ Und die Schaulustigen wurden früh für ihren Besuch belohnt. Der gastgebende VfL legte los wie die Feuerwehr, zeigte sich spielfreudig und torhungrig. Miguel Zingler sorgte für das 1:0 (3.) und 3:0 (23.) – Simon Barz hatte zwischenzeitlich zum 2:0 getroffen (17.) – und Routinier Nils Pahl bescherte noch vor der Pause das 4:0 (40.). Doch nach dem Wiederanpfiff folgte dann der Einbruch. „Dann wurde es ein klassisches Kreisklasse B-Spiel. Wir haben einen Gang runter geschaltet und prompt wurde es noch einmal eng“, erklärte Coach Steffens, der allerdings erst einmal das 5:0 durch Paul Juwig bejubeln durfte (50.).

So wirklich eng wurde es für die Steffens-Equipe aber nie. Geesthachts Liga-Leihgabe Maurice Osterhof sorgte für den ersten Treffer im VfL-Gehäuse (56.), Michel Hahn stellte den Fünf-Tore-Vorsprung aber prompt wieder her (71.). Dass die letzten beiden Tore des Spiels dann den Gästen vom FSV gehörten (Lahcen Rast, 78. und Firat Kocak per Elfmeter, 84.), dürfte den Grünhofern letztlich egal sein. Sie freuen sich über ihren neuen Untergrund und auf die zahlreichen Heimspiele im neuen Kalenderjahr. Trainer Steffens, der mit seinem Team seit sechs Partien ungeschlagen ist, betont: „Selbst die Geesthachter meinten, unser Platz sei besser als deren Kunstrasen. Es ist natürlich ärgerlich, dass jetzt fast Pause ist (nur noch das nicht gewertete Spiel gegen den Nachrücker Vahdet II steht noch an, d. Red.). Jetzt wollen wir im neuen Jahr unsere Heimtabelle aufwerten!“

Viele höherklassig erfahrene Spieler – bereits diverse Winter-Neuzugänge fest

Grünhofs Dominik Doer, hier noch im Trikot des SV Börnsen II (r.). Archivfoto: Herzog

Übungsleiter Oliver Steffens, der das Team ohne „Co“ trainiert („Ich hätte aber gerne einen. Interessierte können sich bei mir melden.“), verfügt vor allem über zahlreiche Akteure, die im Sommer aus A-Jugendmannschaften wie vom Düneberger SV, dem TSV Gülzow oder der vereinseigenen Jugend in den Herrenbereich wechselten. „Bislang hat uns immer die jugendliche Leichtsinnigkeit Probleme bereitet. Wir haben oft Lehrgeld bezahlt. Es hat jetzt ein halbes Jahr gedauert, bis wir die abgestellt haben. Meine kleinen Jungs aus der A-Jugend haben endlich begriffen, dass in der Herren mehr dazu gehört als nur Fußballspielen“, erklärt Steffens. Nur vereinzelte Spieler wie 14-Tore-Mann Simon Barz (SC Wentorf, Bezirksliga), Nico Kirsch, Miguel Zingler, Dominik Doer (SV Börnsen II, Kreisliga) oder auch Nils Pahl (SV Hamwarde) hatten bereits Erfahrung bei den Erwachsenen. Eine Gemeinsamkeit haben sie allerdings fast alle: Eine Vergangenheit beim VfL Grünhof-Tesperhude. „Sie sind alle von oben runter gekommen, um nachhause zu kommen“, sagt ein stolzer Steffens, dem die Spieler mehr oder weniger einfach zulaufen. „Hier funktioniert noch dieses Freunde-fragen-Freunde.“

Und diese Strategie geht auch in Bezug auf die Wintertransfers bestens auf. Schon jetzt stehen bereits sechs Neuzugänge fest. Sascha Rodwald und Jan Schwanebeck kommen vom Kreisligisten Düneberger SV II, Peter Wiegand vom DSV-Staffelkonkurrenten SC Wentorf II. Auch Philipp Wilkens (Escheburger SV III) und Adem Caran (pausierte) zieht es nach Grünhof. Nils Kägeler (SC Eilbek II), der Sohn des Grünhofer Fußballobmanns Peter Kägeler, macht das Sextett perfekt. Grund genug für Steffens, im Hinblick auf die Zukunft anzukündigen: „Der Blick in Grünhof geht nach oben!“ Einen erheblichen Grund für diese optimistische Aussage spielt dabei sicher auch der neu geschaffene Kunstrasen.