Glindes Trainer-Urgestein Kehr streicht im Winter die Segel 

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Nur magere vier Punkte aus den vergangenen neun Partien, zudem erstmals in dieser Saison auf einem Abstiegsplatz – die derzeitige Lage beim Fußball-Bezirksligisten TSV Glinde ist äußerst dramatisch. Und als wäre die sportliche Situation nicht schon prekär genug, folgt mitten im Abstiegskampf nun der nächste Rückschlag: TSV-Trainer Frank Kehr zieht sich nach über einem Jahrzehnt ab der Winterpause auf eigenen Wunsch von seinem Posten zurück! „Meinen Jungs habe ich das schon vor längerer Zeit gesagt. Manchmal braucht es eine Veränderung, einen neuen Impuls“, begründete Kehr, der noch bis zum Sommer im Hintergrund weiter dabei sein wird, seine Entscheidung.

Für den neuen Impuls soll derweil ein alter Bekannter sorgen: Der ehemalige Glinder Spieler Kevin Karras wird neuer Co-Trainer – ab der Wintervorbereitung dann an der Seite von Oliver Schomburg, der derzeit noch gleichberechtigter Übungsleiter an der Seite Kehrs ist. Der 29-jährige Karras spielte zuletzt in der Saison 2014/15 in der zweiten Mannschaft des TSV (Bezirksliga Nord). „Kevin gehört immer noch zur Familie. Schließlich war er fast sieben Jahre bei uns“, betont der scheidende Kehr. Auf den „Neuen“ wartet eine äußerst schwierige Situation.

In dieser Spielzeit war es beim TSV bislang einfach nicht möglich, auf dem Spielfeld eine personelle Achse zu bilden und so an Stabilität zu gewinnen. „Wir haben 15-Mal unterschiedlich aufstellen müssen“, sagt Kehr. Immer wieder fielen wichtige Stammkräfte aus. Ob der etatmäßige Innenverteidiger Fabian Frank, Tjade Appel („Der beste Spieler, den ich habe“, Kehr) oder die mit einem Kreuzbandriss langzeitverletzten Marvin Wörner und Niklas Kehr – sie sind nur Beispiele der langen Glinder Verletztenliste. Doch nur auf den personellen Engpass will es Coach Kehr nicht schieben. In den Partien gegen den SC Eilbek (1:2), Börnsen (1:2) sowie Ligaprimus Düneberg (2:3) mussten sich die Glinder jedes Mal durch einen Gegentreffer in der Nachspielzeit geschlagen geben. „Natürlich fehlt uns da im Kopf die Cleverness“, sagt Kehr.

Kein Wunder also, dass das „A-Wort“ in Glinde ein Thema ist. „Natürlich beschäftigen wir uns mit dem Abstieg. Und wenn es so kommt, dann ist es eben so. Aber wir haben noch 15 Spiele“, betont Kehr. Will man diese erfolgreich bestreiten, wartet auf Schomburg und Karras in der Wintervorbereitung viel Arbeit. Doch bis dahin gilt es erst einmal, in den verbleibenden vier Partien bis zur Winterpause möglichst viele Punkte zu holen. Die erste Chance dazu bietet sich bereits heute Abend, wenn die Glinder um 19.30 Uhr den Aufsteiger und Aufstiegsaspiranten Ahrensburger TSV empfangen (Am Sportplatz). Kehrs Motto lautet dann: „Gegen uns musst du erstmal gewinnen. Wir verstecken uns nicht! Jetzt heißt es: Attacke!“