Hätte, wäre, wenn. Der SCVM nutzt die Glinder Chancenmisere

Foto: Herzog
TSV Glinde — SC Vier- und Marschlande 0:4 (0:1)
Bezirksliga Ost, 18. Spieltag (Fr., 24.11.17, 19.30 Uhr)
 
Über diese Szene wurde auch nach dem Schlusspfiff noch heiß diskutiert: Christopher Jakob vom TSV Glinde steht in der Partie gegen den SC Vier- und Marschlande nach einer maßgeschneiderten Hereingabe von Alexander Dora nur wenige Meter vor dem Tor — und vergibt die Chance, die man gar nicht vergeben kann (5.). „Das ist eine Tausendprozentige!“, ärgert sich sein Trainer Frank Kehr am Seitenrand. Sein Gegenüber Olaf Poschmann stimmt ihm da zu. „Das geht gar nicht, den kann man nicht verhauen“, betont der SCVM-Trainer. Hätten die Gastgeber diese Torchance genutzt, hätte das Spiel womöglich einen anderen Lauf genommen. Doch so wurde der SCVM mit der Zeit immer stärker und siegte am Ende mit 4:0.
 
In der Anfangsphase machten die Glinder enormen Druck, kamen durch die besagte Szene sowie Khaibar Ibrahimi durch zwei schöne Freistöße (12., 14.) zu guten Gelegenheiten. Der TSV drückte den Gast nahezu in die eigene Hälfte. Doch Poschmann und sein SCVM blieben ruhig — auch, weil sie gut vorbereitet in das Spiel gingen. „Wir wussten, dass Glinde physisch und bei Standards sehr stark ist. Doch wir haben dies erst nach einer Viertelstunde vom theoretischen Wissen in die Praxis umgesetzt“, sagte der SCVM-Coach, der die vergebenen Glinder Chancen als Signale für sein Team wertete.
 
In der 18. Minute war es dann auf Seiten der Vierländer ein Mann, der den Glindern in der Offensive gut tun würde: Timo Aschenbrenner. Mit all seiner Routine und Erfahrung platzierte der Stürmer den Ball an TSV-Schlussmann Mirko Brandt vorbei im langen Eck. Nach einer interessanten ersten Hälfte war es erneut „Asche“, der die Führung ausbaute. Einen schönen und vor allem schnellen Konter verwertete der Ex-Oberligastürmer. „Drei Sekunden! Das ist Umschaltspiel“, freute sich Poschmann an der Seitenlinie. Sein Team vergab in der Folge noch zahlreiche Kontergelegenheiten.
 
Erst in der 89. Minute war es der eingewechselte Sascha Timmann, der den Sack zumachte. Christian Pawlak markierte mit dem Schlusspfiff noch das 4:0 (92.). „Ein Unentschieden zur Halbzeit wäre in Ordnung gewesen. Aber das 4:0 hört sich natürlich sehr gut an“, betonte Poschmann mit einem Fingerzeig auf die Glinder Anzeigetafel.
 
TSV: Brandt; Rarrek, Frank, Albus, Dora (62. Berger); De Almeida, Appel (71. Da Silva); Jakob, Ibrahimi (62. Meinz), Petersen; Griem
SCVM: Kiesling; Knoblauch, Stegmann, Cengiz, Schneider; Bultmann, Ackermann (91. Gosch), Pawlak, Paul Karge (76. Timmann); Sievers, Aschenbrenner (90. Cicek)

 

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