HFV-Ausspracheabend: Die Beschlüsse, Vorschläge und Reaktionen im Überblick

Foto: HFV

„Der Ausspracheabend des Hamburger Fußball-Verbands ist dafür da, dass die Vereinsvertreter von der Oberliga bis zur Kreisklasse B ihrem Ärger auch mal Luft machen können“, erklärt Joachim Dipner, erster Vorsitzender des gastgebenden Spielausschusses. Der 72-Jährige kennt die Vereinsseite, war von 1995 bis 2006 Ligamanager beim Oberligisten SC Victoria Hamburg, vertritt bei diesem Ausspracheabend aber den Verband.

Der Spielausschuss-Vorsitzende Joachim Dipner. Foto: Hamburger Abendblatt

Zur Erklärung: Bei dem Ausspracheabend des HFV werden keine endgültigen Beschlüsse gefasst, da alles zuvor noch durch den Vorstand gehen muss. Doch schon viele Regelungen fanden an diesen Abenden in der Vergangenheit ihren Anfang, denn: „Wir richten uns bei vielen Punkten nach den Wünschen der Vereine“, betont der Spielausschuss-Vorsitzende Dipner, der auf „eine große Protestaktion“ gegen die Entscheidungen des Verbands vorbereitet war. Doch diese blieb aus. Sicher auch, da gerade einmal rund 25 Vereinsvertreter bei über 450 Vereinen mit rund 180.000 Mitgliedern im HFV erschienen waren. Doch die wenigen Anwesenden tauschten sich rege aus und gaben erste, teils eindeutige Meinungsbilder ab.

Die heiß diskutierten Themen, Vorschläge der Vereinsvertreter sowie die Reaktionen im Überblick:

Aufstiegsspiele oder Quotientenregelung?

In der vergangenen Saison kam erstmals die Quotientenregelung zum Einsatz. Die Aufstiegsspiele zwischen den Zweitplatzierten der Parallelstaffeln (ab Bezirksliga) wurden gestrichen. Unfair für Mannschaften aus vermeintlich stärkeren Staffeln. So traf es den SC Vier- und Marschlande, der als Zweiter der Bezirksliga Ost weniger Punkte als die übrigen Vizemeister hatte und somit nicht aufgestiegen war. Eine große Diskussion wurde erwartet – doch sie blieb aus. Sicherlich auch, da kaum Vertreter der betroffenen Vereine anwesend waren. „Da wir keine Beschwerden bekommen haben, gehen wir gleich zum nächsten Punkt über“, kürzt Dipner das heikle Thema ab.

 

Oberliga-Spieltage in der letzten August-Woche sowie am neuen Feiertag

Die Vertreter der fünf anwesenden Oberligisten (u.a. Dassendorf, Osdorf und Süderelbe) waren sich schnell zu hundert Prozent einig. Nach dem Motto „alles ist besser, als im Februar zu spielen“ (TuS-Sportchef Jan Schönteich) soll auf Wunsch der Vertreter in der kommenden Saison ein Spieltag aus dem Februar/März in die letzte August-Woche gelegt werden. Und auch der neue Feiertag am 31.10. soll ein voller Oberliga-Spieltag werden und den Anfang März geplanten 20. Spieltag ersetzen. Einwände von Vertretern unterklassigerer Vereine, die Oberliga-Offiziellen können doch nicht „alle Feiertage ihrer Spieler verplanen“, wurden prompt mit den Worten „die müssen folgen“ zurückgewiesen.

 

Spielabsagen – wer darf es, wer kann es?

Es war eines der am heißesten diskutierten Themen. Wer ist berechtigt, Pflichtspiele aufgrund der Witterungsverhältnisse abzusagen? „Unsere Absprache mit den Bezirksämtern und Städten ist, dass Kunstrasenplätze in der Regel bespielbar sind. Der Schiedsrichter entscheidet dann, ob es für die Spieler zu gefährlich ist“, erklärt der Spielausschuss-Vorsitzende Dipner.
Klar gestellt werden sollte außerdem, dass „wir Freitagvormittag bei Plusgraden von den Platzwarten keine Spielabsagen für Kunstrasenplätze entgegen nehmen“, spielt Thorsten Picker, verantwortlich für die Spielansetzungen, auf dem Gastgeber entgegenkommende Absagen an.

 

Das lästige Thema Futsal und der Fall Amando Aust

Als „komisches Hallengedaddel“ stempelte TuS-Sportchef Schönteich den Futsal ab. Sein Ärger ist durchaus berechtigt. Steht ein Fußballer von einem Hamburger Amateurverein in der Futsal-Nationalmannschaft, kann ein Spiel seines Vereins verschoben werden. Erhält aber ein Fußball-Nationalspieler wie Dassendorfs Amando Aust (Gambia) eine Einladung für ein Länderspiel außerhalb der FIFA-Abstellzeiten, „darf der Verband die Partie nicht absagen“, erklärt Dipner in Bezug auf die Statuten des DFB. Ärgerlich für die TuS: Aust reist zum Qualifikationsspiel für die Afrikameisterschaft gegen Algerien (24.3.) und fehlt damit beim einen Tag später anstehenden Topspiel des Spitzenreiters beim Tabellenzweiten Teutonia 05.

 

Worauf müssen die Vereinsvertreter künftig achten?

Im Rahmen des DFB-Masterplans muss in der kommenden Spielzeit für jede Oberliga-Partie ein Liveticker gemacht werden. Verpflichtende Inhalte sind der An- und Halbzeitpfiff, Pausenspielstand sowie das Endergebnis.
Zudem muss bis zum 1. Juli für alle Spieler ein Passbild im DFBnet online eingestellt werden. Die Anforderungen: Der Spieler muss eindeutig erkennbar und das Foto aktuell sein. Es sollte im Optimalfall das klassische „Brustbild“ sein.