Im siebten Anlauf: SVCN gelingt beim HEBC der erste Saisonsieg

Am frühen Sonntagmorgen trennten sich HEBC und der SVCN 1:3. Foto: BOLZJUNGS

HEBC – SV Curslack-Neuengamme 1:3 (0:0)
Oberliga Hamburg, 7. Spieltag (So., 09.09.18, 10.45 Uhr)

Die Erleichterung war ihm ins Gesicht geschrieben. Freudestrahlend klatschte Matthias Wulff mit seinen Co-Trainern, Spielern und den mitgereisten SVCN-Anhängern nach dem Abpfiff ab. Der Trainer des Oberligisten SV Curslack-Neuengamme konnte nach dem 3:1-Erfolg beim HEBC den ersten Saisonsieg und seinen ganz persönlichen ersten Dreier als Cheftrainer feiern. „Wir haben uns endlich belohnt und können dieses Thema, dass wir gut gespielt haben, aber keine Punkte holen, endlich abhaken“, freute sich Wulff über einen „wichtigen Sieg“.

Doch zu Beginn waren es die Gastgeber, die mit der frühen Anstoßzeit (10.45 Uhr) besser klar kamen. Maximilian Schulz gab einen ersten Warnschuss ab, doch der ging rechts am SVCN-Gehäuse vorbei (6.). Drei Zeigerumdrehungen später kombinierten sich die Hausherren über die rechte Seite, sodass der Ball bei Emile Cordasev landete, der das Ziel aber ebenfalls verfehlte (9.). In dieser guten Anfangsphase des HEBC folgte für die Männer von Trainer Jörn Großkopf ein Doppelschock. Das ohnehin schon personell gebeutelte Team (zwölf Ausfälle) musste in der 18. Minute die Ausfälle von Tjorven Köhler und Stürmer Janek Bundt hinnehmen.

Hände hoch! Witalij Wilhelm (Nr.11) traf für den SVCN doppelt. Foto: BOLZJUNGS

Unruhe und zwei verletzungsbedingte Wechsel prägen die Anfangsphase

Besonders die Auswechslung von Bundt sorgte für Ärger auf der HEBC-Bank. Vorausgegangen war ein Foulspiel von Marvin Schalitz, der seinen Gegenspieler mit einem „Check“ zu Boden brachte. Für die Nummer 18 des SVCN ein „Allerweltsfoul“, für Großkopf ein unfaires Mittel. „Unser bester Spieler wird unfair aus dem Spiel genommen. Da hätte der Schiedsrichter anders reagieren müssen“, bemängelte Großkopf. Schalitz bekam von Referee Tim Wöllmer (FC Süderelbe) keine Karte.

Von diesen unruhigen Szenen und dem Verlust zweier Spieler zeigten sich die Gastgeber geschockt. Fortan waren es die „Vierländer“, die immer mehr vom Spiel hatten und zu Torchancen kamen. Nach einem starken Pass von Florian Rogge in den Lauf von Jonas Buck hat dieser nur noch HEBC-Keeper Tino Nennhaus vor sich. Doch Buck versagten die Nerven, er scheiterte am Schlussmann (37.). 60 Sekunden später beförderte der überragende Witalij Wilhelm einen Freistoß vor das Tor, wo Timo Lenz den Ball per Kopf auf das HEBC-Gehäuse bugsierte. Doch Nennhaus parierte erneut (38.).

Rogge, Lenz und Wilhelm führen den SVCN zum ersten Saisonsieg

SVCN-Stürmer Timo Lenz liegt nach dem Foulspiel von HEBC-Keeper Nennhaus am Boden. Foto: BOLZJUNGS

In der zweiten Hälfte behielten die Gäste den offensiven Druck bei und gingen folgerichtig in Führung. Nach einer Flanke von Rogge auf Lenz wurde dieser von Torwart Nennhaus gefoult, sodass der Unparteiische auf den Punkt zeigte. Wilhelm nahm sich das Spielgerät und verwandelte sicher zum 1:0 für den SVCN (51.). Mit dieser Führung im Rücken entwickelten die Gäste nun Spielfreude und drückten auf das zweite Tor. Doch weder Lenz noch Rogge konnten in einer Doppelchance den Ball über die Linie bringen (58.). Beinahe wäre der HEBC aus dem Nichts zum Ausgleich gekommen. Doch der Schuss von Fabian Lemke prallte an den rechten Außenpfosten (61.). Glück für die Curslacker, die aber kurz danach das lang ersehnte zweite Tor erzielten. Eine ansehnliche Kombination über Lenz und Rogge, der den Ball über die Linie drückte, brachte das 2:0 (64.).

Nun schien die Partie entschieden zu sein. Doch nach einem Ballverlust von Mark Brudler hatte der auffälligste Mann auf Seiten der Hausherren, Kevin Trapp, eine Menge Platz und feuerte das Spielgerät an die Latte (78.). Die zweite große Chance zum Anschlusstreffer und erneutes Glück für die Gäste, die fünf Minuten später durch Wilhelms zweiten Treffer nun aber den Deckel drauf setzten konnten (83.). So kam der Anschlusstreffer zum 1:3 durch Trapp eine Minute vor dem Ende zu spät (89.). „Wenn es länger 0:0 steht, machen wir durch einen Entlastungsangriff unser Tor. Doch mit so vielen Ausfällen, wie wir sie momentan zu kompensieren haben, ist es einfach sehr schwierig“, haderte HEBC-Coach Großkopf, der aber noch lange nicht aufgeben will. „Wir machen weiter und bereiten uns jetzt intensiv auf das Spiel gegen Wedel vor. Drauf freuen wir uns“, blickte der Coach nach vorne.

Freude verspürte auch sein Gegenüber, dieser allerdings über den ersten Saisonsieg. „Für uns war es der erwartete Abnutzungskampf. Doch heute waren wir geduldig und haben sachlich und konzentriert gespielt. Wir haben absolut verdient gewonnen“, analysierte Matthias Wulff zufrieden. Doch ein Haar in der Suppe fand der Coach trotzdem. „Was mich völlig nervt, ist, dass wir noch einen Gegentreffer bekommen haben“, ärgerte sich der Curslacker Übungsleiter.

HEBC: Nennhaus; Köhler (18. Ide), Flick, Wrede, Peters; Trapp, Kosik; Cordasev, Lemke, Schulz (63. Höricke); Bundt (18. Oldag)
SVCN: Giese; Brudler, Spiewak, Schalitz, Wilhelm; Rogge, Bannasch; Mokhlis (73. Beldzik), Radic (85. Witmütz), Buck (46. Künkel), Lenz