Inter Eidelstedt siegt dank Afsin im Spitzenspiel – SCVM II beendet Hinrunde auf Platz drei

Das Spitzenspiel in der Bezirksliga Süd zwischen Inter Eidelstedt und dem SC Vier- und Marschlande II endete 3:0. Foto: BOLZJUNGS

Inter Eidelstedt – SC Vier- und Marschlande II 3:0 (1:0)
Bezirksliga Süd, 15. Spieltag (So., 04.11.18, 12.00 Uhr)

Zum Abschluss der Hinrunde in der Bezirksliga Süd stand am heutigen Sonntagmittag ein richtiges Spitzenspiel auf dem Programm. Der Tabellenzweite Inter Eidelstedt empfing an der heimischen Hagenbeckstraße den SC Vier- und Marschlande II, der auf dem dritten Rang platziert ist. Der Sieger dieser Partie würde die Hinserie hinter Tabellenführer Altenwerder auf dem zweiten Platz abschließen – so viel stand schon vor dem Anpfiff fest. In einem ansehnlichen und weitestgehend fair geführten Spiel legten die Hausherren von der ersten Minute an druckvoll los und zeigten, wer der Herr im Haus ist. Nach einem langen Ball auf die rechte Seite nahm Ilyas Afsin das Spielgerät gut mit, zog in die Mitte und beförderte die Kugel sehenswert zum 1:0 unter die Latte (8.). Von diesem frühen Schock mussten sich die Gäste erst einmal erholen. Fünf Minuten nach der Führung hatte Afsin per Kopf die Chance zum frühen Doppelschlag. Doch der Ball ging über das SCVM II-Gehäuse (13.). „Sind wir wach?!“, fragte Trainer Olcay Günay seine Schützlinge daraufhin.

Und es dauerte, bis die Gäste zu ihrer ersten Torchance kamen. Doch diese hatte es gleich in sich. Ein Eckball von der rechten Seite von Kay Jacobsen landete genau auf dem Kopf von Stürmer Alexander Behrens, der den Ball allerdings aus kurzer Distanz direkt in die Arme von Inter-Keeper Viktor Rudy köpfte (28.). Nach dieser Gelegenheit zeigte sich die Günay-Equipe in der Offensive präsenter. Zwei Freistöße aus der Distanz von Hendrik Graff (29., 34.) sowie die langen Einwürfe von Innenverteidiger Mario Timmann sorgten in der Schlussphase des ersten Durchgangs für Gefahr. Die letzten beiden Szenen gehörten aber den Gastgebern. Genauer gesagt Ilyas Afsin. Erst beförderte der beste Mann auf dem Platz das Spielgerät nach einem direkt getretenen Freistoß nur knapp über den Querbalken (37.), ehe er in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nur hauchdünn am rechten Pfosten vorbei zielte (45.+1).

SCVM II verpasst zu Beginn der zweiten Halbzeit den Ausgleich – Afsin erhöht und bereitet vor

Nach diesen zwei vergebenen Chancen zum Ende des ersten Durchgangs gehörte die erste Chance im zweiten Abschnitt – wie konnte es anders sein – Ilyas Afsin. Der Außenbahnspieler war an jeder Offensivaktion seines Teams beteiligt. So auch in Minute 50, als er, nachdem sich SCVM II-Außenverteidiger Thorben Richardt verschätzte, alleine vor Torwart Maurice Herzog stand. Doch der Keeper parierte den Abschluss von Afsin aus halbrechter Position. Nichts war es mit einem zweiten Treffer für den 24-Jährigen – noch nicht. Doch in Folge kamen die Gäste zu ihrer besten Phase des Spiels. So ließ erneut Behrens eine Chance aus, die den 1:1-Ausgleich hätte bedeuten können. Der Stürmer beförderte den Ball nach einer Flanke von Timmann aber über das Tor (56.). Nachdem die nun aktiven Gäste nicht zum Ausgleich kamen, wurde die Partie hitziger. Mehrere Foulspiele und Diskussionen zwischen beiden Teams und mit dem Schiedsrichter Torbjörn Niedorf (FC Eintracht Norderstedt) zeichneten den Spielverlauf. So ereignete sich nach einem erneuten Foulspiel eine Rudelbildung, die aber kurze Zeit später wieder aufgelöst worden war.

Ilyas Afsin (Mi.) erzielte zwei Treffer und bereitete den dritten Treffer vor. In der 80. Minute wurde er ausgewechselt. Foto: BOLZJUNGS

Diese unruhige Phase nutzten die Hausherren aus. Nach einem Ballverlust von Felix Bade auf Höhe der Mittellinie wurde Inter-Stürmer Gökhan Ariduru auf die Reise geschickt. Bevor er jedoch im Strafraum den Ball berührte, kam Keeper Herzog dazwischen und brachte den Angreifer zu Fall. Referee Niedorf zeigte direkt auf den Punkt. Diesen Foulelfmeter von Baran Gökalp parierte Herzog zwar, doch den Nachschuss drückte Ilyas Afsin mit seinem zweiten Treffer zum umjubelten 2:0 über die Linie (73.). 120 Sekunden später machten die Gastgeber den Deckel drauf, als Afsin die rechte Außenbahn hinunter marschierte, den Ball quer legte und Ariduru die Kugel zum 3:0-Endstand unter die Latte drosch (75.). Von diesem Doppelschlag erholten sich die Gäste nicht mehr und mussten nach dem 0:3 gegen Juventude am vergangenen Mittwoch die zweite Niederlage ohne einen eigenen Treffer binnen fünf Tagen einstecken. Dennoch schließt der SCVM II die Hinrunde nach 15 Spieltagen mit 30 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz ab. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison waren es nach 28 Spielen zum Saisonende 34 Punkte.

 

Inter-Coach Riexinger: „Bei uns ist das Team der Mann des Spiels und alle sind Spieler des Tages.“

Dementsprechend konnte Olcay Günay seiner Mannschaft auch trotz zweier 0:3-Niederlagen hintereinander nicht sauer sein. „Keiner hat erwartet, dass wir 30 Punkte holen. Wir haben nur drei Niederlagen kassiert und ich bin mit der Hinrunde komplett zufrieden. Jetzt kommen noch vier Spiele aus der Rückrunde, in denen wir hoffentlich vernünftig punkten und dann schauen wir mal, wo die Reise hingeht. Es sind noch insgesamt 15 Spiele zu absolvieren und es ist noch alles möglich“, betonte der Coach, der anschließend in die Analyse ging. „Der Gegner hat die Partie verdient gewonnen. Die ersten 15 Minuten waren wir nicht wach und bekommen auch das 0:1. In der zweiten Halbzeit hatten wir eine heiße Phase, haben diese aber nicht ausgenutzt, das 1:1 zu machen. Dann macht Eidelstedt das vorne eiskalt und sie treffen die Pille vernünftig“, erklärte Günay sachlich.

Sein Gegenüber hatte nach dem 3:0-Erfolg gegen den Tabellendritten allen Grund zur Freude. „Es war ein schweres Spiel. Doch am Ende haben wir gezeigt, was wir können. Hinten standen wir super dicht, haben alles abgeräumt und wenig Chancen zugelassen. Vorne sind wir zudem effektiv gewesen“, analysierte Inter-Coach Philipp Riexinger. Auf die Frage, ob Ilyas Afsin mit zwei Treffern und einer Vorlage der Mann des Spiels sei, hatte der Coach eine erstaunliche Antwort parat. „Bei uns gibt es keinen Mann des Spiels und keinen, den man extra lobt oder der einen Starbonus hat. Bei uns ist das Team der Mann des Spiels und alle sind Spieler des Tages“, betonte der Übungsleiter. Und was ist an der Hagenbeckstraße nach der Hinrunde mit 34 Punkten in der Rückserie drin, Herr Riexinger? „Wir gucken, wo es hingeht und denken nur von Spiel zu Spiel. Wir sind gerade erst aufgestiegen. Dass wir so extrem gut dastehen, haben wir unserer Mannschaft zu verdanken. Die Jungs sind alle Freunde und haben Spaß miteinander. Wir denken da nicht an die Landesliga, sondern gucken, wo die Reise hingeht“, zeigte sich Riexinger zurückhaltend, der die absolvierte Hinserie mit einem kurzen knackigen „perfekt“ zusammenfasste.

Inter: Rudy; Karadeniz, Keles, Bozal, Karimzadah; Ünüvar, Akyildiz; Afsin (80. Müllhaus), Möllmann (60. Mehdizadah), Gökalp; Ariduru (85. Doubli)
SCVM II: Herzog; Bade, Timmann, Stut, Richardt; Graff, Peper (77. Scharnweber); Böttger, Karau (46. Schümann), Jacobsen; Behrens