Kreisliga-Dreikampf um Klassenerhalt: TuS gelingt Sensation, LSV steigt ab

Patrick Gilde ist mit seinem TuS Aumühle-Wohltorf die kleine Sensation "Klassenerhalt" gelungen. Foto: Herzog

TuS Aumühle-Wohltorf – Düneberger SV II 3:2 (1:1)
Kreisliga 3, 30. Spieltag (So., 27.05.18, 13.00 Uhr)

Es ist die Sensation der Kreisliga 3: Der TuS Aumühle-Wohltorf hat den Klassenerhalt geschafft! Im Dezember hatte Trainer Patrick Gilde das Amt übernommen, der TuS gerade einmal neun Punkte – doch Gilde hat die Sachsenwälder zurück in die Erfolgsspur gebracht. Die Aumühler erspielten sich für den letzten Spieltag eine so gute Ausgangslage, dass sie aus eigener Kraft die Klasse halten konnten. Am Ende stand für die Gilde-Equipe gegen den Düneberger SV II ein knapper 3:2-Erfolg. Der Klassenerhalt war damit perfekt. „Mir war auch nach dem Rückstand klar, dass meine Jungs wissen, was auf dem Spiel steht. Ich hatte schon das Gefühl, dass wir finale Stiche setzen können. Die Hoffnung ist immer da. Ich wusste natürlich auch den Zwischenstand aus Lohbrügge, dadurch war ich entspannter. Dennoch wollte ich aber, dass wir unsere Hausaufgaben selbst machen“, betonte Coach Gilde. Gesagt, getan.

Patrick Lang erzielte das 3:2. Foto: Bode

Bei dem Siegtreffer – Kapitän Patrick Lang verwandelte einen Foulelfmeter (86.) – schaute Gilde gar nicht erst hin. „Ich habe nur auf die Reaktionen der Auswechselspieler geachtet. Danach lagen wir uns alle in den Armen“, beschrieb der TuS-Coach die ausgelassene Stimmung. Nach dem Sieg und dem geglückten Klassenerhalt ließen die Aumühler den Abend mit Grillen und Kaltgetränken ausklingen, ehe es am Donnerstag bzw. Freitag mit 17 Spielern zur Mannschaftsausfahrt nach Binz auf Rügen geht.

In der kommenden Spielzeit wird Lenni Knoor wegen eines Auslandsaufenthaltes dem Trainer erst einmal bis Februar nicht mehr zur Verfügung stehen. Martin Hilmer beendet seine Karriere. Die übrigen Akteure haben für die kommende Saison zugesagt. Vom SV Börnsen II stößt Sören Wedhorn hinzu.

Die Tore:
0:1 George Jajan (16.), 1:1 Sadik Kartal (35.), 1:2 Andreas Wölfel (48.) , 2:2 Pierre Zielke (82.), 3:2 Patrick Lang/Elfmeter (86.)

SV Hamwarde – SV Altengamme II 3:1 (0:0)
Kreisliga 3, 30. Spieltag (So., 27.05.18, 13.00 Uhr)

Die ausgesprochene Zielvorgabe vom Saisonstart, Platz sechs bis acht, konnte beim SV Hamwarde zwar bei Weitem nicht eingehalten werden. Und doch war die Freude über den Klassenerhalt am Ende riesig. „In der Hinrunde sah es noch sehr gut aus. Doch nun können wir über dieses Ergebnis aufgrund der schwachen Rückrunde noch froh sein. Ein großer Dank geht an den FC Lauenburg (2:1-Sieg gegen Mitkonkurrent Lauenburger SV vergangene Woche) sowie Lohbrügge II, die sich nicht aufgegeben haben und die LSV geschlagen haben“, verteilte Trainer Erdinc „Schoko“ Özer Lobgesänge an die Konkurrenz.

SVH-Coach „Schoko“ Özer gelingt der Klassenerhalt. Foto: Bode

Die Hamwarder Spieler trafen sich zwei Stunden vor Spielbeginn und gingen noch einmal gemeinsam Spazieren, um sich mental auf diese so wichtige Partie einzustellen. 23 Akteure waren gekommen. „Ich habe niemandem verraten, wer im wirklichen Kader steht. Alle saßen mit auf der Bank“, berichtete Özer über den Teamgeist. Nach dem 3:1-Sieg, bei dem Neuzugang und Stürmer Pascal de Boer (zuvor sieben Monate Pause) mit einem Dreierpack den Unterschied machte, war die Freude groß. „Das hat er super gemacht. Auch wenn Pascal erst so kurz bei uns ist, hatte er sich die Startelf-Nominierung wirklich verdient“, lobte Özer seinen Matchwinner. Bis tief in die Nacht wurde am Sportplatz gefeiert. Doch auch unerfreuliche Nachrichten bekam Trainer „Schoko“ zu hören. Den Verein verlassen werden Nils Pahl (VfL Grünhof-Tesperhude), Dirk Kappmeyer (Farmsen), Rouven Meyer (TSV Glinde), Timo Flatau (TuS Dassendorf II) sowie Christian Gaida (wohnt in Kiel und möchte da spielen).

Enttäuscht war Trainer Özer vor allem über das nicht gekommene Schiedsrichtergespann. „Bei solch einem wichtigen Spiel nicht zu erscheinen, ist traurig. Wir haben nicht einmal eine Mitteilung bekommen“, erzählte Özer. Erst ein persönlicher Anruf konnte die Situation klären: „Der Schiedsrichter sagte zu mir, er habe schon vor längerer Zeit verletzungsbedingt abgesagt.“ Also hieß es: Improvisieren. Der Zuschauer Maxi Flatau übernahm die Verantwortung, ihm assistierten Timo Flatau und ein B-Jugendspieler von der TuS Dassendorf. „Beide Trainer mussten eine Einverständniserklärung unterschreiben“, erzählte Özer.

Doch schon während der Partie konnte der SVH-Coach ein wenig durchatmen – der modernen Technik sei Dank! Özer, Patrick Gilde (Trainer TuS Aumühle-Wohltorf) und Lohbrügge II-Übungsleiter Sascha Barck gründeten eine WhatsApp-Gruppe, um sich ständig auf dem Laufenden zu halten. „Der Lohbrügger Trainer schrieb uns zwischenzeitlich ‚macht euch keine Gedanken. Wir führen hier 2:0. Hier passiert nichts mehr. Glückwunsch zum Klassenerhalt‘. Ein riesiges Kompliment und großen Dank an Lohbrügge!“, sagte Özer abschließend.

Die Tore:
1:0 Pascal de Boer (51.), 2:0 Pascal de Boer (58.), 2:1 Sören Puttfarcken (77.), 3:1 Pascal de Boer (88.)

VfL Lohbrügge II – Lauenburger SV 4:0 (2:0)
Kreisliga 3, 30. Spieltag (So., 27.05.18, 13.00 Uhr)

Helmut Kiehn zeigte sich äußerst enttäuscht. „Kurz vor dem Treffpunkt haben uns Spieler noch abgesagt und im Stich gelassen. Die Personalprobleme ziehen sich durch das ganze Jahr 2018. Aufgrund dessen sind wir letztlich völlig verdient abgestiegen“, brachte es der Trainer der Lauenburger SV auf den Punkt: „Wenn man in zwölf Spielen nur vier Punkte holt, ist das einfach zu wenig.“ Auch gegen den bereits abgestiegenen VfL Lohbrügge II reichte es nicht zu einem Sieg. In den ersten zehn Minuten vergaben die LSV-Akteure „zwei Tausendprozentige“ (Kiehn). Doch auch mit dem 0:2-Halbzeitrückstand im Nacken gab Kiehn die Hoffnung nicht auf. „Doch wir haben es wieder geschafft, aus einem Meter nur den Torwart zu treffen“, erklärte der LSV-Coach. Und wie es im Fußball dann nunmal so ist, kassierten die Lauenburger das 0:3 – das Ende der Kreisliga-Zeit war besiegelt. „Bei den Temperaturen hatten wir dann keine Kraft mehr“, gab Kiehn zu. Für das 4:0 aus Sicht der Lohbrügger sorgte dann sogar der Trainer Sascha Barck selbst.

Für den scheidenden LSV-Trainer heißt es nun jetzt erst einmal, Abstand vom Fußball zu nehmen. Nach fünfeinhalb Jahren als Trainer in der LSV-Jugend sowie zweieinhalb bei der Ligamannschaft ist erst einmal Schluss an der Seitenlinie. „Irgendwann werde ich bestimmt mal wieder etwas machen. Doch jetzt genieße ich erst einmal die Zeit mit meiner Frau und meinen beiden Kindern“, erklärte Kiehn abschließend.

Die Tore:
1:0 Tony Breier (31.), 2:0 Jan Kowalke (43.), 3:0 Clemens Meiser/Elfmeter (53.), 4:0 Sascha Barck (86.)