Landesliga kompakt: Meiendorf ist Meister, Bramfeld siegt im Spitzenspiel, Dämpfer für Bergedorf

Im Spitzenspiel zwischen dem Bramfelder SV und dem FC Voran Ohe siegte der BSV 3:2. Foto: Zerbian

Der Hamburger Fußball-Verband (HFV) hatte für den Zeitraum vom 27. Februar bis zum 3. März 2018 eine Generalabsage verhängt. „Auf Grund der vorherrschenden Platzverhältnisse, die auf den Sportplätzen keine regulären Spielbedingungen zulassen und zum Teil die Gesundheit der Spieler gefährden könnten“, begründete der Verband damals die Absage, die in Absprache mit den Bezirksämtern, Städten und Gemeinden getroffen wurde. Am gestrigen Abend wurden nun die ausgefallenen Spiele des 20. Spieltags nachgeholt. Wir liefern einen Überblick zu fünf Partien aus der Landesliga Hansa.

FC Bergedorf 85 – Rahlstedter SC 0:2 (0:1)
Landesliga Hansa, Nachholspiel des 20. Spieltags (Di., 24.04.18, 18.30 Uhr)

Dämpfer für den FC Bergedorf 85! Die abstiegsgefährdeten „Elstern“ mussten nach dem souveränen 3:0-Erfolg gegen Bergstedt eine 0:2-Niederlage gegen den Rahlstedter SC einstecken. Die Partie, die eigentlich auf dem Rasenplatz angesetzt war, fand kurzerhand auf dem Kunstrasenplatz statt. Dabei erwischten die Männer von Trainerduo Dennis Kreutzer und Gökhan Acar einen guten Start. Erst scheiterte Ulas Dogan an RSC-Keeper Patrick Timm (9.), danach setzte Justin Lübcke den Ball aus kurzer Distanz freistehend über das Tor (10). Nach diesen beiden dicken Gelegenheiten verflachte das Spiel etwas und die Gäste kamen mit ihrer ersten Torchance zum 1:0. Can Düzel zog von der rechten Seite in die Mitte und beförderte den Ball aus rund 20 Metern ins rechte Eck (27.). Nach diesem Schock kamen die Bergedorf nur schwer zurück ins Spiel. Im restlichen ersten Abschnitt sowie in der zweiten Halbzeit waren die Bergedorfer stets bemüht und gewillt, doch viel sprang nicht mehr heraus. Arnold Lechler hatte noch zwei Möglichkeiten, doch entweder fand seine Flanke keinen Abnehmer oder sein Schuss landete nur im Außennetz (58., 63.). In der Schlussphase wurde es nochmal hektisch. Erst erhöhte Steve Theis zum umjubelten 2:0 für den RSC (75.), ehe zwei Bergedorfer mit Rot vom Platz mussten. Erst bekam Ulas Dogan wegen einer Tätlichkeit von Schiedsrichter Benjamin Stello den roten Karton gezeigt (85.). Dann musste Dimitrij Rikspun wegen einer Beleidigung gegen den Referee ebenfalls vom Platz (90.+1).

„Wir haben gut begonnen und unsere Chancen gehabt. Doch das 0:1 war ein Schock für uns. Die Mannschaft ist vom Kopf her noch nicht stabil genug, um einen Rückstand schnell wegzustecken. Im zweiten Abschnitt haben wir dann auf einen Doppelsturm umgestellt. Dadurch hatten wir viele gute Ansätze, sind aber nie richtig gefährlich vor die Kiste gekommen“, analysierte Dennis Kreutzer, der sich sehr enttäuscht über die Niederlage zeigte. „Wir sind alle komplett genervt. Wir wollten uns heute freischwimmen, müssen nun aber einen erneuten Rückschlag einstecken“, ärgerte sich Kreutzer. Eine ganz andere Gefühlslage war bei seinem Gegenüber zu erkennen. „Meine Mannschaft hat das Spiel super angenommen. Gegen die überragende Offensive von Bergedorf haben wir super verteidigt und nach vorne unsere Nadelstiche gesetzt. Am Ende des Tages war es ein verdienter Sieg“, urteilte RSC-Coach Marc Gruber zufrieden.

Meiendorfer SV – VfL Lohbrügge  2:0 (2:0)
Landesliga Hansa, Nachholspiel des 20. Spieltags (Di., 24.04.18, 18.30 Uhr)

Dank des 2:0-Sieges gegen den VfL Lohbrügge und der 2:3-Niederlage von Dersimspor gegen Buxtehuder steht der Meiendorfer SV bereits vier Spieltage vor Schluss als Meister und damit als Aufsteiger in die Oberliga fest. Doch zu Anfang musste der MSV um den Sieg bangen. Erst schoss Duro Arlovic aus guter Position den Ball über das Tor (8.). Sieben Minuten später scheiterte VfL-Stürmer Antonio Kobas an MSV-Schlussmann Yannick Jonas. Diese beiden ungenutzten Chancen bestrafte der Tabellenführer eiskalt – und zwar in Person von Top-Torjäger Andrej Blum. Erst nahm der 23-Jährige ein Geschenk von VfL-Keeper Björn Garvs an, als dieser beim Herauslaufen den Stürmer anschoss. Blum musste daraufhin nur noch ins leere Tor einschieben (30.). Der Stürmer legte acht Zeigerumdrehungen später noch einen drauf und erhöhte auf 2:0 (39.). Bei diesem Ergebnis blieb es bis zum Ende – und die Meiendorfer Meisterparty konnte starten.

„In sieben Tage drei Spiele zu absolvieren, diesen Rhythmus kennen wir nicht. Das ist schon hart. Trotzdem haben die Jungs das heute sehr gut gemacht und es sich verdient, jetzt dort oben zu stehen. Die Jungs haben auf die 0:1-Niederlage gegen Dersimspor eine Reaktion gezeigt. Ich bin brutal stolz auf jeden Einzelnen. Wir hatten uns Ziele gesteckt und uns darauf eingeschworen. Nun haben wir uns dafür belohnt“, sagte ein sichtlich zufriedener Meister-Trainer Baris Saglam mit einem großen Lächeln.

SV Altengamme – FC Elazig Spor 4:1 (0:0)
Landesliga Hansa, Nachholspiel des 20. Spieltags (Di., 24.04.18, 18.30 Uhr)

Vier Tore in 18 Minuten! Der SV Altengamme hat die Partie gegen den FC Elazig Spor nach einer torlosen ersten Hälfte und einem zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand dank vier Treffer binnen 18 Minuten doch noch erfolgreich gestalten können. Nachdem das Team von Trainer Jörn Geffert nach dem 1:0-Treffer von Onur Akdogan (56.) einem Rückstand hinterherlaufen musste, drehten die Altengammer plötzlich auf. Timo Ludwig (61.) und Dominik Scheu (64.) drehten die Partie innerhalb von nur drei Minuten. Als dann auch noch Elazigs Mert Güngör mit Gelb-Rot vom Platz musste (66.), hatte der SVA leichtes Spiel. In Überzahl trafen Tobias Czech (71.) und Sandro Schraub (79.) für die Gastgeber und schraubten das Ergebnis auf den 4:1-Endstand.

„Es war eine schwierige erste Halbzeit. Elazig stand kompakt und hat viel mit langen Bällen gearbeitet, wobei wir auch sehr ideenlos gespielt haben. Das 0:1 war dann der Weckruf für uns. Dann kam der Platzverweis noch dazu und wir hatten die Räume und haben die Angriffe gut zu Ende gespielt“, analysierte SVA-Trainer Jörn Geffert, der dabei von einem Abnutzungskampf sprach. „Die ersten 55 bis 60 Minuten war es ein sehr zähes Fußballspiel. Doch am Ende bin ich zufrieden, dass wir die Partie zu unseren Gunsten gestalten konnten“, betonte der Übungsleiter abschließend. Sein Gegenüber zeigte sich enttäuscht über die Niederlage. „Wir hatten alles in eigener Hand, haben das Spiel dann aber durch Pech und unnötige Fehler aus der Hand gegeben. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen“, erklärte Elazig-Coach Metin Dogan, der seine Mannschaft im Abstiegskampf noch lange nicht abgeschrieben hat. „Trotz der Niederlage leben wir noch und ich bin absolut überzeugt, dass wir die Klasse halten“, blickt Dogan voraus.

Bramfelder SV – FC Voran Ohe 3:2 (0:1)
Landesliga Hansa, Nachholspiel des 20. Spieltags (Di., 24.04.18, 19.00 Uhr)

Für den FC Voran Ohe hätte das Spitzenspiel gegen den Bramfelder SV nicht besser beginnen können. Erst erzielte Marcel Anton die frühe Führung (5.). Dann erhöhte Johann von Knebel 60 Sekunden später beinahe auf 2:0. Doch der Youngster scheiterte am Pfosten. „Wir sind richtig gut ins Spiel gekommen und hatten die Partie im ersten Durchgang im Griff“, erklärte FCVO-Co-Trainer Jonas Murach, der den privat verhinderten Cheftrainer Rainer Seibert an der Linie vertrat. Bis zur Halbzeit hatten die Gäste in Person von Torschütze Anton noch die dicke Möglichkeit zum 2:0. Doch sein Schuss ging am leeren Tor vorbei (32.). Im zweiten Abschnitt wurden die Gastgeber dann stärker und glichen durch Patrick Lüth aus (55.). Die Oher gaben aber nicht auf und kamen durch Johann von Knebel eine Minute später zur erneuten Führung. Doch dieser moralische Vorteil hielt nicht lange. Per Doppelschlag durch Milos Ljubisavljevic und Marko Sumic drehten die Hausherren die Partie (70., 72.). „In dieser Phase hatten wir fünf Minuten, in denen uns unsere Galligkeit etwas abhanden gekommen ist“, haderte Murach. In der Schlussphase gab der FCVO nicht auf und erarbeitete sich zwei, drei weitere Gelegenheiten. Doch der Treffer zum 3:3 fiel nicht mehr. So landete der BSV einen wichtigen „Dreier“ im Kampf um Platz zwei. Für die Oher war es hingegen die erste Niederlage in diesem Jahr.

„Es war eine unnötige Niederlage, da wir eine gute Leistung abgerufen haben. Vom Spielverlauf her bin ich sehr enttäuscht, da wir nach der erneuten Führung im Vorteil waren und dann durch einen Doppelschlag verlieren“, bemängelte Murach, der aber betonte, dass der FCVO den Relegationsplatz zwei noch nicht abgehakt hat. „Wir wollen die bestmögliche Platzierung erreichen und haben den zweiten Platz noch im Blick“, gibt sich Murach selbstbewusst. Etwas zurückhaltender zeigte sich da Carsten Henning, der Übungsleiter des BSV. „Die Ausbeute in der Rückrunde ist allemal top! Aber die anderen haben auch noch Nachholspiele und wir mit Meiendorf und Dersimspor jetzt zwei Kracher vor der Brust. Mal gucken, wie wir da rauskommen. Wir hatten über zehn Punkte Rückstand. Deshalb wollten wir den dritten Platz verteidigen, das war unser oberstes Ziel“, analysierte der Trainer die Situation beim Hamburger Magazin FussiFreunde. 

SV Nettelnburg/Allermöhe – Klub Kosova  2:0 (0:0)
Landesliga Hansa, Nachholspiel des 20. Spieltags (Di., 24.04.18, 19.00 Uhr)

Vierter Sieg in Serie! Beim SV Nettelnburg/Allermöhe läuft es momentan. Der 2:0-Erfolg gegen den Klub Kosova war bereits der vierte Erfolg nacheinander für das Team von Trainer Daniel Andrade-Granados. Diese Serie macht sich auch in der Tabelle bemerkbar, in der der SVNA inzwischen schon auf den siebten Platz geklettert ist. Im Duell gegen den Tabellenzweiten waren Edon Durguti (81.) und Muizz Saqib (84.) mit zwei späten Toren für die Nettelnburger erfolgreich.

„Es war ein schwieriges Spiel mit einem erwartet kompakten Gegner. Dabei haben wir keine fußballerische Glanzleistung gezeigt. Dennoch haben wir mehr für den Sieg getan als der Gegner und das Spiel am Ende dann auch verdient gewonnen“, resümierte SVNA-Trainer Andrade-Granados, der nach der Partie das Wort „Arbeitssieg“ in den Mund nahm.

Weitere Ergebnisse:
Dersimspor 2:3 Buxtehude
Juventude do Minho 2:4 SC Condor II
Bergstedt 1:0 TuS Berne