Martin-Felix Schröder: Von der Oberliga in die Landesliga und direkt wieder zurück?

Martin-Felix Schröder (hier im Duell mit Bramfelds Nick Mohr) kam vor der Saison vom Niendorfer TSV zum FC Voran Ohe. Foto: Herzog

Vor der Saison wurde er als der absolute Königstransfer des Landesligisten FC Voran Ohe gefeiert. Martin-Felix Schröder wechselte überraschend vom Oberligisten und ODDSET-Pokalfinalisten Niendorfer TSV an den Amselstieg. Das bemerkenswerte hierbei: Zum Zeitpunkt des Wechsels Mitte Juni wies der Kader des FCVO noch einige Lücken auf und die Zukunft schien ungewiss. Der Blick des Tabellenfünften aus dem Vorjahr ging für die anstehende Saison nach unten – eigentlich. 130 Tage nach seinem Wechsel muss sich Schröder aber nicht hinterfragen, warum er den Schritt aus der Oberliga zurück in die Landesliga bloß gewagt hatte. Nach dem 2:1-Sieg gegen Hamm United am vergangenen Freitag steht das Team von Trainer Rainer Seibert völlig überraschend auf dem zweiten Tabellenplatz, hat die vergangenen neun Partien allesamt gewonnen und geht aktuell auf Tuchfühlung zu Hamburgs Beletage. Auch dank Martin-Felix Schröder.

Nach dem späten Tor zum 2:1 gegen Hamm United feiern die Oher Spieler und begraben den Torschützen Phillip Lang unter sich. Foto: Zerbian

Der 27-Jährige steht seit seinem Urlaub zu Beginn der Saison fast in jedem Spiel auf dem Platz. Insgesamt kommt Schröder auf sieben Einsätze. Wenn er spielt, steht er immer über die volle Distanz auf dem Feld und bildet im defensiven Mittelfeld die Verbindung zwischen Defensive und Offensive. „Im Moment läuft das hier so wahnsinnig. Das fängt schon im Training an. Wir haben im Abschlusstraining elf gegen elf gespielt und du kannst einsetzen wen du willst. Es passt einfach alles“, sagte Schröder mit strahlenden Augen nach dem Erfolg gegen den HUFC am Freitagabend. Dass der Siegtreffer dabei erneut in der Nachspielzeit gefallen ist, wie schon beim 4:3-Sieg gegen den Klub Kosova, ist für den Mittelfeldspieler kein Zufall. „Das ist der Wille und wir wollen die Spiele einfach gewinnen“, betont Schröder.

Die aktuelle beeindruckende Serie von neun Siegen am Stück ist für den Oberliga-erfahrenen Akteur ebenso keine Überraschung. „Ich habe schon bei einigen Vereinen gespielt, aber so etwas habe ich noch nie erlebt, dass eine Mannschaft so fightet und jeden Zweikampf gewinnen will“, hebt Schröder die besondere Mentalität der Oher hervor – oder wie sein Trainer diese Eigenschaft seiner Spieler so oft beschreibt: „Das ist Ohe.“ Und wohin geht die Reise am Amselstieg, Herr Schröder? „Wir gucken von Spiel zu Spiel und genießen den Moment. Das macht alles Spaß – egal ob im Training oder bei den Spielen. Wir wollen nicht mehr runter von dem Platz und oben bleiben. Aber man muss abwarten, was passiert“, blickt Schröder voraus.

Schröder selbstbewusst: „Auch in der Oberliga würden wir einiges reißen.“

Und angenommen es bleibt beim Tabellenplatz zwei auch zum späteren Zeitpunkt der Saison, heißt es dann nächstes Jahr wieder Oberliga? „Wenn wir es schaffen, dann denke ich schon. Ich will auf jeden Fall in Ohe bleiben. Das ist ein geiler, familiärer Verein mit coolen Zuschauern und top Trainern und Betreuern. Das passt alles“, schwingt der 27-Jährige eine Lobeshymne auf seinen aktuellen Verein, um anschließend selbstbewusst zu betonen: „Ich glaube die Qualität reicht für die Oberliga. Wir kommen über das Team. Auch in der Oberliga würden wir einiges reißen, auf jeden Fall den Klassenerhalt schaffen. Da bin ich mir zu Hundertprozent sicher – falls wir es schaffen!“ 

Und wenn es einer realistisch einschätzen kann und weiß, worauf es in Hamburgs höchster Spielklasse ankommt, dann ist es Martin-Felix Schröder. Der Mittelfeldabräumer kam in seiner Zeit beim NTSV auf 189 Oberligapartien und verfügt über eine Menge Erfahrung. „Die Oberliga ist abgezockter. Die Mannschaften brauchen dort nur zwei, drei Torchancen und dann knipsen die auch. Das ist in der Landesliga anders“, erklärt er den Unterschied. Und was sagt das Bauchgefühl? „Das kann ich wirklich nicht sagen. Ich würde gerne in die Zukunft schauen. Aber es ist glaube ich auch ein falscher Ehrgeiz zu sagen, dass wir aufsteigen und jeden schlagen wollen, so ist Ohe nicht. Wir genießen den Moment und schauen, was passiert“, gibt sich Schröder ganz bodenständig. Ohnehin hätte niemand damit gerechnet, dass sie sich in Ohe zum aktuellen Zeitpunkt mit dem Thema Oberliga beschäftigen dürfen – auch nicht Martin-Felix Schröder als er am 15. Juni von Niendorf aus der Oberliga nach Ohe in die Landesliga gewechselt ist.