Mit Trainer „Tornie“ zum Triumph: Düneberg meldet sich mit 2:1-Sieg gegen den BSV zurück

BSV-Torwart Özgür Kiziltas sieht nach diesem Foul an Dünebergs spielenden Coach Dennis Tornieporth Rot. Foto: Herzog

Düneberger SV – Buxtehuder SV 2:1 (2:0)
Landesliga Hansa, 18. Spieltag (Sa., 24.11.18, 15.00 Uhr)

Da standen sie alle gemeinsam vor den Kabinen am Sportplatz am Geesthachter Silberberg. Fast eine ganze Elf, in Trainingsanzügen und Straßenklamotten. Unmittelbar daneben positionierte sich gerade die Startelf des Landesligisten Düneberger SV zum Einlaufen. Ein paar motivierende Sätze und dann ging es für die etlichen verletzten Akteure des DSV auf die Tribüne. Immer wieder witzelten Zuschauer beim Betreten des Platzes: „Das ist ja schon fast eine zweite Elf.“ Marvin Blöh, Tjark Schuhhardt, Domenic Kikillus, Joscha Behrens, Michel Siepelt, Jannik Wöhl und Timo Lübbers sind nur einige auf der Verletztenliste. Der Personalmangel war auch der Grund, wieso Trainer Dennis Tornieporth im Heimspiel gegen den Buxtehuder SV, wie schon beim 4:4 im Hinspiel, erneut selbst auflief.

Der Coach besorgt die Führung im Alleingang – früher Platzverweis für BSV-Keeper

Dennis Tornieporth (3. v.l.) erzielte das 1:0 per Freistoß und ließ sich anschließend feiern. Foto: Herzog

Die Anfangsphase gestaltete sich offen, Chancen gab es auf beiden Seiten. Die erste Möglichkeit hatte Buxtehudes Fahamoudini Kolou. DSV-Schlussmann Pascal Treichel ließ einen langen Ball durch die Hände flutschen, war im Nachfassen dann aber zur Stelle (5.). Fortan gab Tornieporth immer wieder taktische Anweisungen auf dem Platz, vor allem an seine Defensivakteure. Düneberg wurde besser, kam durch Ruven Scharnberg zu einer hundertprozentigen Chance (14.). In der 25. Minute lief Tornieporth einem langen Ball hinterher, Buxtehudes Torwart Özgür Kiziltas eilte aus seinem Kasten und traf den DSV-Spielertrainer mit einem Tritt in Kung-Fu-Manier am Kinn und der Brust. „Ich dachte, meine Brustwarze fliegt ab“, schilderte der Gefoulte. Die Folge: Rote Karte und Überzahl für den Außenseiter. Den folgenden Freistoß zirkelte Tornieporth aus rund 18 Metern dann direkt selbst an der Mauer vorbei zur 1:0-Führung ins Netz (26.). Die pure Erleichterung beim seit vier Partien punktlosen Schlusslicht.

Allerdings dauerte die Überzahl nur wenige Minuten an. Denn DSV-Spielmacher Scharnberg sah nach zwei unnötigen Foulspielen im Mittelfeld binnen einer Minute die Gelb-Rote Karte (35.). Er reiht sich damit ein in die lange Liste der Düneberger Ausfälle für das nächste Duell. Dennoch konnten die Gastgeber mit einem breiten Grinsen in die Kabinen gehen, da Stürmer Dominik Schindler kurz vor der Pause für das 2:0 sorgte (45.). „Vor allem in der ersten Halbzeit war das von uns ein guter Fight gegen einen starken Gegner, der den Ball sehr gut laufen lassen hat“, bilanzierte Tornieporth.

Buxtehude wird stärker, kommt zum Anschluss – und nimmt dennoch keine Punkte mit

Luqman Krugmeier (r.) bringt Dünebergs Esad Redzepagic zu Fall. Foto: Herzog

Der Favoriten-Schreck BSV, der zuletzt die Spitzenteams Voran Ohe und Bramfeld besiegt hatte, bekam nach dem Wiederanpfiff immer mehr Spielanteile. Doch DSV-Schlussmann Pascal Treichel parierte glänzend, unter anderem doppelt gegen Salim Aichaoui (50., 55.). Düneberg geriet ins Schwanken, BSV-Außen Jeremy Faruke scheiterte noch an der Latte (72.), sein eingewechselter Mitspieler Osman Güraltunkeser netzte zehn Minuten später zum 1:2-Anschlusstreffer ein. Im Anschluss gab es dann noch zwei weitere Platzverweise, aber keine Tore mehr. Dünebergs Schindler sah nach einer vermeintlichen Schwalbe an der Eckfahne Gelb-Rot (86.), auf der Gegenseite bekam Torschütze Güraltunkeser wegen Meckerns die Ampelkarte (90.+4) – zur großen Aufregung des BSV-Trainers Muharrem Tan. „Was weh tut ist, dass ich meine Mannschaft noch nie so undiszipliniert gesehen habe, auch den Unparteiischen gegenüber. Darüber müssen wir auf jeden Fall nochmal sprechen“, stellte Tan klar, um danach in die Analyse zu gehen. „Wir haben eine extrem junge Mannschaft, das ist ein Lernprozess, den sie hier durchmachen. Ich bin mir sicher, dass wenn wir heute Lohbrügge als Gegner gehabt hätten, wir einen ganz anderen Auftritt hingelegt hätten. Das ist eine Frage der Mentalität.“ Lob gab es vor allem für den Gegner. „Düneberg hat das clever gemacht und wir haben uns die Tore durch zwei Torwartfehler selbst reingelegt“, schloss Tan.

Seinem Gegenüber Tornieporth, der nach Spielende sichtlich ausgelaugt gewesen war, war die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. „Ich glaube, wir haben das ganz ordentlich gemacht. Vor allem in der ersten Halbzeit war es ein guter Fight gegen einen starken Gegner, der den Ball sehr gut laufen lassen hat. Da muss man dann erstmal solch ein Spiel abliefern, auch wenn es am Ende sicherlich etwas glücklich war von den Ballbesitzzeiten her“, analysierte der Ex-Profi, der sich nach rund 70 Minuten mehr oder weniger selbst auswechselte. „Ich wollte raus“, sagte Tornieporth lächelnd.

DSV: Treichel; Pauels, Jeremias, Scholz, Ketschojan; Özcerkes, Redzepagic (60. Bektas); Tornieporth (69. Ullmann), Scharnberg, Elghrari (90. Gieseke); Schindler
BSV: Kiziltas; Pfaffenroth, Simoes Inacio, Langer, Faruke; Sousa da Silva, Krugmeier (46. Sama); Mhamdi (76. Güraltunkeser); Aichaoui, Kolou (26. Teixeira), Saad

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