Möllers Dreierpack beschert Dassendorf souveränen 4:2-Erfolg beim SC Victoria

Dassendorfs Mattia Maggio (weiß, Nr. 5) wird angelaufen. Foto: BOLZJUNGS

SC Victoria Hamburg – TuS Dassendorf 2:4 (1:2)
Oberliga Hamburg, 2. Spieltag (Fr., 03.08.18, 19.30 Uhr)

Lediglich zwei ungefährliche Abschlüsse konnte der letztjährige Zweite der Oberliga Hamburg, der SC Victoria, in Person von André Monteiro Branco zum Spielgeschehen beitragen (29., 32.). Verdient waren die Hausherren gegen den Oberliga-Serienmeister TuS Dassendorf bereits nach sechs Minuten durch einen Treffer von Sven Möller in Rückstand gegangen (6.). Doch dann trat SCV-Linksverteidiger Dennis Richter zum Freistoß aus halbrechter Position an – und versenkte den Ball aus spitzem Winkel sehenswert im langen Winkel (34.). Der überraschende Ausgleich! „Mit dem 1:1 haben wir die Euphorie und Siegermentalität aber nicht richtig aufbauen können“, beklagte SCV-Trainer Jean-Pierre Richter. Denn nicht einmal 60 Sekunden später klingelte es im eigenen Gehäuse erneut. Abwehrspieler Yannick Siemsen holte Marcel von Walsleben-Schied im Strafraum von den Beinen, Möller verwandelte den fälligen Strafstoß souverän – 2:1 (34.).  „Nach dem Traumtor zum 1:1 war es wichtig, eine schnelle Reaktion zu zeigen. Das haben wir Gott sei dank getan. Das war sehr entscheidend!“, analysierte TuS-Coach Elard Ostermann auf der Pressekonferenz.

Fehlstart für „Vici“? – Dassendorfs Möller mit Dreierpack

TuS-Dreierpacker Sven Möller. Foto: Herzog

Seit wenigen Sekunden stand TuS-Einwechselspieler Linus Büchler auf dem Feld, als er nach einer Flanke von Rinik Carolus per Kopf für Marcel von Walsleben-Schied auflegte und so mit seinem ersten Ballkontakt in der Partie für die Vorlage zum 3:1 sorgte (55.). Denn „Schiedi“ drückte das Spielgerät anschließend aus fünf Metern über die Linie. Daraufhin ging dem Spiel ein wenig das Tempo verloren, die TuS agierte geschickt und ließ wenig zu. Erst ein Konter in der Schlussphase sorgte für die Entscheidung. Der eingewechselte Samuel Louca bugsierte den Ball von rechts in die Mitte, wo Möller freistehend per Kopf mit seinem dritten Tor das 4:1 erzielte. „Mölli hat heute den Unterschied ausgemacht. Ich glaube aber nicht, dass wir zwingend von ihm abhängig sind, auch wenn er natürlich ein ganz wichtiger Baustein ist. Aber mit Mattia, Palle und Schiedi (Mattia Maggio, Pascal Nägele und Marcel von Walsleben-Schied, d. Red.) haben wir auch noch ganz gute Alternativen“, betonte TuS-Trainer Ostermann. Einen unnötigen Gegentreffer handelten sich die Gäste vom Wendelweg allerdings noch ein. Jeremy Karikari foulte Dennis Bergmann im Strafraum, der eingewechselte Timo Stegmann traf vom Punkt (88.).

Nun steht der SC Victoria nach den ersten beiden Partien ohne einen einzigen Punkt da. Ist da schon von einem Fehlstart zu sprechen? „Es kommt immer darauf an, wie man einen Fehlstart definiert. Wir starten auswärts bei Niendorf, spielen zuhause gegen den Meister und Pokalsieger. Wir haben in beiden Spielen zwei Tore geschossen. Aber wir kassieren zu viele Gegentore. Auch in der vergangenen Saison haben wir es nicht geschafft, zuhause gegen Top-Fünf-Mannschaften zu gewinnen“, antwortete „Vici“-Trainer Richter. Sein Gegenüber freute sich zwar über die Punkte, sah aber noch Verbesserungspotenzial. „Alles in allem war es ein verdienter Sieg. Es ist bei uns insgesamt aber noch nicht ganz so abgestimmt, wie es sein kann. Wir sind seit sechs, sieben Wochen zusammen. Ein paar Sachen sind uns wichtig im Trainerteam, die noch erarbeitet werden müssen. Wir waren beispielsweise zum Teil sehr unorganisiert“, analysierte Ostermann.

Sprints für den Sieger, Sauna für den Verlierer

Dassendorfs Übungsleiter Elard Ostermann ließ erst sein gesamtes Team Diagonalläufe absolvieren, um seine Bankdrücker und Einwechselspieler anschließend noch einmal über die gesamte Länge des Platzes sprinten zu lassen. Doch als „unorthodox“ wollte der 49-Jährige dies nicht definieren. „Jeder hat so seine Vorstellung, wie das Auslaufen funktioniert. Ich kann es mir schenken, wenn ich mit zwei km/h zehn Runden drehe. Das ist Zeitverschwendung. Schnelle Tempowechsel mit kurzen, knackigen Sprints sind für die Regeneration förderlicher“, erklärte Ostermann.

Die Pressekonferenz mit den beiden Trainern Elard Ostermann (li.) und Jean-Pierre Richter. Foto: BOLZJUNGS

Während die Dassendorfer Spieler ihre Läufe zu Ende brachten, ging es für die Victoria-Kicker bereits in die Sauna, denn heute morgen um 6.36 Uhr ging der Zug nach Berlin. „Wir nehmen dort an dem Event „House of Clubs“ von 11teamsports und Nike teil. Da sind wir gemeinsam mit Berliner und Stuttgarter Mannschaften eingeladen worden“, berichtete Trainer Richter. Dort wird dann ein „Turnier mit tollem Charakter“ (Richter) gespielt, ehe es heute Abend dann zur After-Show-Party geht. Morgen gilt es, den Tag in Berlin ausklingen zu lassen und um 17 Uhr den Heimweg anzutreten. „Das alles wäre mit einem Sieg natürlich schöner gewesen. Aber nun genießen wir das“, sagte Richter.

SCV: Lohmann; Petzschke, Siemsen, Kämpfer (74. Segedi), Richter; Ernst, M. Bergmann, Borck (60. Sawicki); D. Bergmann, Branco, Schmid (81. Stegmann)
TuS: Gruhne; Warmbier, Karikari, Carolus; Aust, Dettmann (84. Hinze); Maggio, Möller, Nägele (54. Büchler), Dittrich; von Walsleben-Schied (67. Louca)