MSV Hamburg ohne Pleite in die Pause – Trainer Markus Puder: „Wir wollen ganz klar aufsteigen!“

MSV-Trainer Markus Puder ist mit seinem Team in der Kreisliga 3 im Titelkampf bislang nicht aufzuhalten. Archivfoto: Herzog

Es ist das einzige Team aus unserem Verbreitungsgebiet, das sich ohne Niederlage in die Winterpause verabschiedet – von der Oberliga bis zur Kreisklasse A. Die bisherige Bilanz des Kreisligisten MSV Hamburg ist mehr als beeindruckend. In bislang 18 Partien gewannen die Mümmelmannsberger gleich 16-mal, blieben nur in den Duellen mit dem SV Hamwarde (0:0, 12. August) und dem SV Altengamme II (1:1, 18. November) ohne Dreier. Kein Wunder also, dass sie beim MSV die Festtage mit einem breiten Grinsen antreten. In Anbetracht der zwölf Zähler Vorsprung auf die Verfolger stellt Trainer Markus Puder im Weihnachts-Gespräch mit BOLZJUNGS nun klar: „Wir wollen ganz klar aufsteigen!“

MSV-Top-Torjäger Dieter Forkert. Foto: Herzog

Wer mag diese Gedanken dem 37-Jährigen verübeln, gehen sie beim MSV doch ohne Pleite in die Pause. Puder übernahm das Team nach dem Abstieg als Tabellenletzter aus der Bezirks- in die Kreisliga im Sommer 2017. „Ich wurde angesprochen, ob ich dem Verein ein Team zusammenstellen kann. Denn nach dem Abstieg sind alle Spieler zu Billstedt-Horn gewechselt. Ich bin zwar eigentlich nur reingerutscht, letztlich aber dann doch dort geblieben“, erklärt der Übungsleiter, der seine Entscheidung zu keinem Zeitpunkt bereute: „Ich fühle mich sehr wohl. Es macht mir viel Spaß.“ Das erste Jahr von Puder an der Seitenlinie für den MSV schloss das Team in der „KL 3“ mit der starken Bilanz von 22 Siegen aus 30 Partien und einem Torverhältnis von +67 ab. Da gab es aus Sicht der Mümmelmannsberger nur zwei große Probleme: Die Konkurrenten ASV Bergedorf 85 und der Oststeinbeker SV. Diesen beiden Teams mussten sie sich letztlich geschlagen geben, der Traum vom direkten Wiederaufstieg, er war geplatzt. Nun soll’s also im zweiten Jahr klappen – und dieser Plan scheint vollends aufzugehen.

Das „Pudersche“ Erfolgsrezept: Auch die Defensivarbeit muss fokussiert werden

Schon vor dem Auftakt stand beim MSV fest, wo es hingehen soll. Trainer Puder: „Uns war klar, dass wir auf jeden Fall etwas reißen können. Es war das klare Ziel, aufzusteigen.“ Der Titelfavorit startete mit zwei Dreiern und dem Unentschieden gegen Hamwarde in die laufende Spielzeit. Es folgte eine Serie von 13 (!) Spielen ohne Punktverlust. Die größten Konkurrenten FSV Geesthacht, BFSV Atlantik 97 und Aufsteiger Concordia II wurden allesamt besiegt, Kantersiege gegen die Abstiegskandidaten TuS Aumühle-Wohltorf (9:0) und den FC Lauenburg (10:1) sorgten für das sehenswerte Torverhältnis von 62:8 – wobei die Anzahl der Gegentreffer prompt ins Auge sticht. Zufall ist das nicht. Coach Puder setzte neue Prioritäten, als es noch in den vorherigen Jahren der Fall gewesen war. „Wir haben mehr Wert auf die Defensive gelegt. Es passt einfach alles“, betont der 37-Jährige. Die Offensivpower des MSV mit für die Kreisliga überqualifizierten Akteuren wie Dieter Forkert (18 Tore) und Nico Fischer (16) ist ohnehin bekannt.

Dass mit ASV Bergedorf und dem OSV zwei Top-Teams die Staffel im Vergleich zum vergangenen Jahr in Richtung Bezirksliga verlassen haben, will Puder nicht als Hauptgrund für den Platz an der Sonne nennen. „Einfacher ist es nicht. Wir selbst haben uns qualitativ zur letzten Saison verstärkt. Mit dem dritten Platz konnten wir sehr zufrieden sein. In diesem Jahr sind auch mit Geesthacht, Atlantik und Concordia klasse Mannschaften dabei“, so der MSV-Trainer, der, wie es sich für einen Übungsleiter gehört, klar stellt: „Ich würde niemals sagen, dass wir schon durch sind. Wir sind uns erst sicher, wenn auch rechnerisch alles sicher ist.“

Trainer Puder will letzte „Baustelle“ Disziplin angehen – Erster Neuzugang fix

MSV-Spieler Burhan Sahin mit dem Ball am Fuß. Foto: Herzog

Doch erst einmal dürfen die Mümmelmannsberger die Festtage genießen. „Bei dem Vorsprung kann man entspannt in die Winterpause gehen“, sagt Puder, der viele seiner Akteure aus früheren Zeiten kennt. In der Jugend des SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt arbeitete er unter anderem mit Nico Fischer, Burhan Sahin oder auch Emre Coskun zusammen. Puder: „Es ist ein Team, das sich untereinander sehr gut versteht. Dieses sehr vertraute Verhältnis macht die Mannschaft aus.“ Eine letzte „Baustelle“, die teils für einen kleinen faden Beigeschmack der Siegesserie sorgte, hat der Coach aber noch. „Wir müssen an unserer Disziplin auf dem Platz arbeiten. Das ist ganz klar! Ich habe ein paar Hitzköpfe in der Mannschaft. Daran arbeiten wir und das wird definitiv besser werden“, stellt Puder klar.

Für die verbleibenden Spiele im kommenden Jahr erhält der Kreisliga-Spitzenreiter MSV Hamburg noch einmal personellen Zuwachs. Vom Landesligisten SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt wechselt der 22-jährige Abwehrspieler Julian Bieber an die Kandinskyallee. Und wer weiß, vielleicht kommt auch der Neuzugang in den Genuss, ohne Pleite in die Pause zu gehen – doch dann wäre es die Sommerpause und der Aufstieg dürfte beim MSV längst erfolgreich gesichert sein.