Nach einem 0:2-Halbzeitrückstand holt der FC Voran Ohe einen Punkt gegen effektive Altengammer

Voran Ohes Marc Ohl (li.) schaut zu, wie Altengammes Philipp Zeyns den Ball artistisch mitnimmt. Foto: Bode

FC Voran Ohe – SV Altengamme 2:2 (0:2)
Landesliga Hansa, 18. Spieltag (Fr., 23.11.18, 19.30 Uhr)

Als Jörn Geffert neun Minuten vor dem Schlusspfiff seine Coachingzone verließ, um einen kurzen Plausch mit den anwesenden Medienvertretern zu halten, kannte er kein Halten mehr. „Was ein fürchterliches Spiel hier“, meckerte der ansonsten immer positive Trainer des SV Altengamme. Als Geffert einige Sekunden später wieder zurück an seiner Trainerbank war, verschlechterte sich seine ohnehin schon nicht prächtige Laune noch einmal extrem. In der Landesliga-Partie zwischen dem FC Voran Ohe und Gefferts SV Altengamme hatte Ohe-Kapitän Daniel Walek soeben den Ausgleichstreffer zum 2:2-Endstand erzielt – und das nach einer 2:0-Halbzeitführung für den SVA (82.).

„Aufgrund der ersten Halbzeit müssen wir das Spiel ganz klar gewinnen. Ich fand Ohe heute überhaupt nicht gut, sondern uns heute unglaublich schwach in der zweiten Halbzeit. Da hatten wir keinen Zugriff mehr und kein konstruktives Spiel nach vorne gezeigt. Am Ende des Tages sind es für mich zwei total verschenkte Punkte“, betonte ein unzufriedener Geffert, der sich besonders über die Leistung im zweiten Durchgang ärgerte. „Da haben wir die komplette Struktur verloren. Wir standen nicht mehr kompakt und haben unglaublich schlecht nach vorne gespielt. Das kann ich nicht nachvollziehen und das war zu wenig in der zweiten Halbzeit. Hier musst du heute gewinnen. Es ist wahrscheinlich selten leichter hier bei Ohe zu gewinnen, als heute Abend“, brachte der Übungsleiter seinen Unmut auf den Punkt.

Nach einer 2:0-Halbzeitführung ist vom SVA im zweiten Abschnitt nichts mehr zu sehen

Dass der Altengammer Coach nach Spielende zu so einem Fazit kommen würde, davon war im ersten Abschnitt nicht auszugehen. Die Gäste erzielten durch ihre einzigen beiden Offensivaktionen überhaupt die 2:0-Halbzeitführung. Nach einer Balleroberung von Jannis Reinhardt flankte der Mittelfeldspieler den Ball in den Rückraum zu Philipp Zeyns, der das Spielgerät per Volley direkt ins linke untere Eck zirkelte (18.). Elf Minuten später bewies Stürmer Sandro Schraub, dass er auch aus eigentlich ungefährlichen Aktionen Treffer erzielen kann. Nach einem Einwurf und anschließendem langen Ball in die Oher Hälfte behauptete der Stürmer das Spielgerät und hielt aus der Distanz einfach mal drauf. Der Ball ging an den Oher Verteidigern vorbei und schlug zum 2:0 im Netz ein (29.). Diesen Treffer zelebrierte Schraub mit einem ausführlichen Jubel.

Die Gastgeber, die eigentlich gut im Spiel waren, hatten bereits nach vier Minuten die große Chance zur frühen Führung. Doch Patrick Gordon scheiterte nach einem Zuspiel von Munib Saqib an SVA-Keeper Alexander Golinske (4.). „Eine tausendprozentige Chance, die er machen muss“, kommentierte Ohes Sportlicher Leiter Hanno Stengel am Seitenrand. Eine weitere gute Gelegenheit ereignete sich kurz vor der Pause. Doch Jens Schenkenberg konnte den Ball nach einer Flanke von Yannik Andersson aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbringen (39.). So ging es mit einem 0:2 aus Sicht der Hausherren in die Kabinen. Im zweiten Durchgang, den die Gäste ohne ihren Torwart Golinske (Schmerzen im Adduktorenbereich) absolvieren mussten, steigerten sich die Oher und kamen durch einen von SVA-Kapitän Dominik Scheu noch entscheidend abgefälschten Schuss von Robin Woost zum 1:2-Anschlusstreffer (51.).

Ohne Schraub keine Offensivszenen mehr – Geffert: „Wir brauchen ihn immer.“

Für die Altengammer kam es noch dicker. Der auffällige Sandro Schraub musste mit einer Wadenverletzung Mitte der zweiten Halbzeit ausgewechselt werden. Für ihm kam Kevin Obrembalska in die Partie (66.). „Das war natürlich eine bittere Auswechslung. Wir brauchen ihn (Sandro Schraub, d. Red.) immer. Ich wage auch zu behaupten, wenn er drin bleibt, machen wir das Spiel früher zu“, unterstrich Geffert die Wichtigkeit seines Torjägers. Ohne Schraub fehlte den Gästen die Bindung zum Spiel und vor allem die Entlastung in der Offensive. In einer mittlerweile nun hitzigen Partie, in der der Schiedsrichter Leonard Aron Anton (FC Teutonia 05) durch einige fragwürdige Entscheidungen, wie auch die Gelb-Rote Karte für Ohes Munib Saqib in der letzten Minute (90.), auch seinen Anteil hatte, drückten die Gastgeber auf den Ausgleichstreffer, der acht Minuten vor dem Ende durch Kapitän Walek dann wie bereits angesprochen auch fiel (82.). Nun wollten die Akteure des FCVO mehr und drängten auf den Sieg. Dieser unbedingte Siegeswille war vor allem dann zu spüren, als der Referee nach exakt 90 Minuten und ohne Nachspielzeit abpfiff. Die Spieler liefen zum Schiedsrichter hin und fragten ihn, warum schon Schluss sei. Erst nach einigen Minuten beruhigten sie sich wieder und mussten sich mit dem einen Punkt zufrieden geben.

Daran hatte vor allem Rainer Seibert seinen Anteil. Für den Oher Coach eher untypisch, berief er seine Mannschaft noch auf dem Rasenplatz zusammen und attestierte ihnen eine gute Leistung im zweiten Abschnitt. Im Gegensatz zu seinen Schützlingen war der Übungsleiter mit dem Punkt zufrieden. „In der ersten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft. Da kommt Altengamme zweimal vor das Tor und macht zwei Tore, wir nutzen unsere Chancen nicht. Im zweiten Abschnitt haben wir mal wieder gezeigt, was Ohe ist. Da hätten wir vielleicht auch den Sieg verdient gehabt. Ich freue mich aber, dass wir nach dem 0:2 zur Halbzeit noch einen Punkt geholt haben. Das zeigt, dass die Mannschaft absolut intakt ist“, resümierte Ohe-Coach Rainer Seibert, der aus dem Ärger seiner Spieler über den überpünktlichen Abpfiff des Schiedsrichters etwas positives ziehen konnte. „Natürlich sind sie unzufrieden, was für mich aber wieder ein gutes Zeichen ist, dass sie gierig sind. Ich persönlich bin zufrieden mit dem Punkt“, sagte Seibert abschließend. Für den Coach und seine Oher geht es im letzten Spiel des Jahres am kommenden Freitag zum SV Nettelnburg/Allermöhe (19.00 Uhr, Henriette-Herz-Ring). „Wir fahren definitiv nicht als Favorit dorthin. Wir wollen aber versuchen, da einen Punkt zu holen“, blickte der Coach voraus. Der SV Altengamme empfängt zum Jahresabschluss am Samstag den Tabellenführer vom Bramfelder SV (14.00 Uhr, Gammer Weg).

„Er ist jung, technisch stark und hat richtig Bock zu kicken.“ – Ohe verpflichtet Justin Lösche

Am Rande der Partie gegen den SV Altengamme gab Ohes Teammanager Daniel Schmitt bekannt, dass zur Winterpause Justin Lösche vom VfL Lohbrügge zum FC Voran Ohe wechselt. Der 19-Jährige, der seit Juli 2017 beim VfL aktiv ist, kann sowohl in der Abwehr als auch im Mittelfeld spielen. „Ich hatte bereits vor der Saison schon Kontakt mit Justin aufgenommen. Er passt sehr gut in unser Anforderungsprofil. Er ist jung, technisch stark und hat richtig Bock zu kicken. Er gehört in die Kategorie wie Spieler wie Munib (Munib Saqib, d. Red.) und Tarec (Tarec Blohm, d. Red.). Er macht einen guten Eindruck und wird von Training zu Training besser“, freut sich Schmitt über die Verpflichtung. Lösche trainiert bereits seit knapp zwei Monaten beim FCVO mit und ist ab dem Winter für seinen neuen Verein spielberechtigt.

FCVO: Thomä; Schenkenberg, Walek, Sulinski (46. Sandig), Gläser; Saqib, Pflug; Ohl, Woost, Andersson (46. Lang); Gordon (57. Blohm)
SVA: Golinske (46. Schwartz); Pietsch, Scheu, K. Herzberg, Teßmann; Glitza (57. Reimers), Alpen, Bierwagen, Reinhardt; Zeyns, Schraub (67. Obrembalska)