Neuzugang Blohm trifft beim Debüt – Voran Ohe entzaubert Inter 2000

Neuzugang Tarec Blohm (weiß) stand direkt in der Startelf und erzielte einen Treffer. Foto: Zerbian

FC Voran Ohe – Inter 2000 5:1 (2:1)
Landesliga Hansa, 6. Spieltag (Fr., 31.08.18, 19.30 Uhr)

Schon vor der Landesliga-Partie gegen den Aufsteiger Inter 2000 hatte der FC Voran Ohe positive Neuigkeiten zu vermelden. Am sogenannten „Deadline Day“ schlugen die Stormarner nochmal auf dem Transfermarkt zu und verstärkten ihren ohnehin schon großen Kader – und das gleich doppelt. Mit Tarec Blohm vom FC Bergedorf 85, der zuletzt fünf Wochen in Portugal bei einem Zweitligisten die Vorbereitung mitmachte, und Rückkehrer Ilja Gassmann, der schon von 2009 bis 2014 für den FCVO auflief, hat sich das Team von Trainer Rainer Seibert noch einmal verstärkt. „Ich bin wieder zu Hause“, strahlte Ilja Gassmann, der Bruder von Maxim Gassmann, der ebenfalls am Amselstieg seine Schuhe schnürt. „Ich hätte selbst nicht gedacht, dass das jetzt so schnell geht. Aber ich freue mich total. Ich wollte super gerne nochmal mit meinem Bruder zusammen spielen. Als der Kontakt mit den Verantwortlichen entstand, musste ich nicht lange überlegen“, sagte der Rückkehrer, der nach seinem absolvierten Studium aus Göttingen zurück nach Hamburg kehrte. Dort spielte er bei Sparta Göttingen.

Neuzugang Ilja Gassmann. Foto: Zerbian

Gassmann stand zwar schon im Kader gegen Inter 2000, kam aber noch nicht zum Einsatz. Ganz anders Tarec Blohm. Nach seinem Aufenthalt in Portugal trainiert Blohm seit zwei Wochen in Ohe und stand gestern Abend direkt in der Startelf. Und das sollte sich auszahlen. Nachdem beide Teams bereits in den ersten Minuten zu ihren ersten Torannäherung kamen, war es der besagte Blohm, der die Hausherren in Führung brachte. Nach einem Abschluss von Yannik Andersson, den Inter-Keeper nicht festhalten konnte, stocherte Blohm den Ball zur 1:0-Führung über die Linie (7.). „Ich habe in Portugal die Vorbereitung mitgemacht. Das war alles sehr gut und die haben mich auch angenommen. Aber ich habe mich nicht so wohl gefühlt und Deutschland ein bisschen vermisst. Deswegen bin ich jetzt hier“, gab Blohm, der in Ohe die Nummer 27 trägt, strahlend zu Protokoll. „Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass ich sofort spiele, aber ich habe das Vertrauen vom Trainer bekommen und ich hoffe, dass ich es ihm zurückgezahlt habe. Und dass ich dann gleich noch ein Tor mache, ist ein sehr schönes Gefühl“, kommentierte der 20-Jährige.

Inter gleicht nach drei Minuten aus – Ohe dreht im zweiten Durchgang auf

Doch die 1:0-Führung hielt nicht lange an. Nach einer Kombination über die rechte Seite kam das Spielgerät in die Mitte zu Inter-Stürmer Habib Zagre, der den Ball zum 1:1 in die Maschen beförderte (10.). In der Folge hatten die Gäste etwas mehr Ballbesitz und versuchten durch schnelle Kombinationen in der Offensive, die Oher Abwehr vor Probleme zu stellen. Doch gefährliche Torchancen sprangen erst einmal nicht dabei heraus. Die bekam der Gastgeber durch Kontergelegenheiten. Nach einem langen Ball von Blohm scheiterte der auffällige Marco Braesen aus spitzem Winkel an Abdulhakim Bozkaya (17.) Neun Zeigerumdrehungen später konterte der FCVO erneut. Marco Pflug, der den Angriff selber einleitete, konnte den Ball aber nicht an Bozkaya vorbei bringen. Auch Inter 2000 konnte seine Chance durch einen Kopfball von Furkan Pinarlik nicht nutzen (30.).

Der Ball ist drin! Torschütze Tarec Blohm dreht zum Jubel ab. Foto: Zerbian

Das änderte sich dann aber sieben Minuten vor der Halbzeit. Nach einer Oher Doppelchance (37.) wurde Ohes Jens Schenkenberg von Edmund Saß im Strafraum gefoult. Schiedsrichter Sandro Birkenhof (SC Eilbek) zeigte folgerichtig auf den Punkt. Marco Braesen nahm sich den Ball und verwandelte souverän zur erneuten Führung (38.). Mit diesem 2:1 ging es in die Kabinen. Im zweiten Durchgang drehten die Hausherren dann auf. Im ersten Abschnitt taten sie sich mit der Spielweise des Gegners noch etwas schwer. Doch in Abschnitt zwei ließ der FCVO Ball und Gegner laufen und erspielte sich eine Vielzahl an Chancen. Nach einem langen Abschlag von Keeper Michel Thomä konnte Selcuk Ceylan den Ball nicht klären und ließ Braesen alleine vor Inter-Keeper Bozkaya auftauchen, dem er mit seinem Schuss keine Chance ließ und erhöhte auf 3:1 (51.). Damit machte Braesen seinen zweiten Doppelpack innerhalb von sechs Tagen perfekt, nachdem er bereits beim 4:0-Auswärtssieg in Rahlstedt doppelt getroffen hatte – und das sogar mit einer Verletzung. Bei seiner Auswechslung (78.) gab Braesen zu, dass er sich bereits in der zweiten Minute eine Zerrung zugezogen hatte.

Eren Sen: „Das Ergebnis ist auch in dieser Höhe absolut verdient.“

Zwölf Minuten nach dem 3:1 kam es zu einem kuriosen Treffer. Robin Woost verwandelte eine Ecke direkt ins Tor, stellte auf 4:1 und ließ damit keine Zweifel an dem Erfolg offen (63.). Nach einigen weiteren ausgelassenen Chancen setzte Yannik Andersson mit seinem Treffer nach einer Ecke von Woost zum 5:1 den Deckel drauf (79.). Bei diesem Stand blieb es nach einer starken zweiten Hälfte des FC Voran Ohe, in der vom Aufsteiger nicht mehr viel zu sehen war. „In der ersten Halbzeit waren wir richtig gut drin und standen auch sehr kompakt. Die individuellen Fehler haben uns heute aber das Genick gebrochen. Es kann nicht sein, dass man von fünf Treffern vier Fehler macht, die wirklich Hundertprozentige sind. Die hätte man vermeiden können“, haderte Eren Sen, Trainer von Inter 2000. „Das Ergebnis ist auch in dieser Höhe absolut verdient. Glückwunsch an Ohe. Die haben das richtig gut gemacht“, zeigte sich Sen als fairer Verlierer.

Marco Braesen erzielte wie schon beim 4:0-Erfolg in Rahlstedt erneut zwei Treffer. Foto: Zerbian

Mit dem Thema verlieren muss sich sein Gegenüber nicht beschäftigen. Nach der 2:3-Pokalniederlage gegen den SV Altengamme am 7. August folgten in der Landesliga insgesamt drei Siege und ein Unentschieden. So stehen die Oher aktuell mit elf Punkten auf dem fünften Tabellenplatz. Also ganz weit weg von den Abstiegsrängen. Nur zur Erinnerung: Der FCVO ist mit dem Saisonziel, nichts mit den Abstiegsrängen zu tun haben zu wollen, in die Spielzeit gegangen. Also alles im grünen Bereich, Herr Seibert? „Es passt schon alles hier in Ohe“, zeigte sich Seibert mit einem Grinsen im Gesicht zufrieden und gewohnt zurückhaltend. Mit der Leistung seiner Mannschaft war der Übungsleiter indes sehr zufrieden. „Wir haben die Räume schön eng gemacht. Wir haben gut gearbeitet und die Zweikämpfe gewonnen. Was wir wieder gut gemacht haben, ist, dass wir unsere Chancen in der Box von Außen erspielt und uns richtig erarbeitet haben. Das ist das absolut Positive. Und nun schießen wir auch die Tore“, schmunzelte Seibert und bezog sich damit auf neun Tore in zwei Spielen.

Ohe: Thomä; Schenkenberg, Stritzke, Sandig, Gläser; Saqib, Pflug; Blohm (65. Lang), Woost, Andersson (86. Ünal); Braesen (77. Gassmann)
Inter: Bozkaya; Strauß, Ceylan (70. Kayahan), Owusu, Saß; Celik, Veloso; Balde, Pinarlik, Ballester Martinez (53. Karaaslan); Zagre (63. Djalo)

Eine Bildergalerie zum Spiel von Wilfried Zerbian: