Oher Schützenfest beim Premierenspiel im Jahr 2018

Die Oher hatten allen Grund zur Freude. Foto: Herzog

70 Tage lang mussten sie warten. Doch gestern Abend war es dann soweit. Die Landesliga-Fußballer des FC Voran Ohe durften seit dem 12. Dezember vergangenen Jahres endlich wieder in einem Spiel gegen den Ball treten. Diese lange Durststrecke war dem schlechten Wetter und den damit verbundenen drei Testspiel-Absagen zu verdanken. Eigentlich sollten die Oher gegen HEBC, Harksheide und die zweite Herren des SV Curslack-Neuengamme testen, aber alle drei Partien mussten abgesagt werden. „Wir mussten sehr viel improvisieren. Wir waren oft in der Soccerhalle und sind viel gelaufen. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau“, erklärte FCVO-Trainer Rainer Seibert.

Doch am gestrigen Abend konnte der FCVO, der sich seit dem 21. Januar in der Vorbereitungsphase befindet, wieder spielen. Gegner war der Kreisligist ASV Bergedorf 85. Am Ende war es ein ungefährdeter 10:2-Erfolg für das Team von Trainer Rainer Seibert. Seine Schützlinge glänzten vor allem im ersten Durchgang durch Spielfreude und hohes Tempo. So stand es bereits nach 21 Minuten 4:0 für die Oher. Marcel Anton (3., 19.), Marco Braesen (9.), und Ugur Karakas (21.) erzielten die Treffer. Kurz vor der Halbzeit erzielte Stephan Funk nach Vorlage von Benjamin Vermehren den Anschlusstreffer zum 1:4-Halbzeitstand, bei dem auch Lukas Jordan nichts machen konnte. Der Torwart-Trainer stand überraschend im Kasten der Oher, da der etatmäßige Keeper Leo Hebbeler sowie sein Vertreter Tobian Reese verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen.

Im zweiten Abschnitt verflachte das hohe Spieltempo der Gäste etwas. Das war auch den vielen Wechseln geschuldet. So kam auch der einzige Neuzugang Walid Khushhal (Billstedt-Horn) zu seinem Debüt. Trotzdem suchten sie ausschließlich den Weg nach vorne. Max Johnsen (49.) mit einem sehenswerten Distanzschuss, Adrian Voigt (51.) und Youngster Tim Spreer (55.) schraubten das Ergebnis in die Höhe auf 7:1. In der Folge erzielten die Gastgeber durch Christian Kautz (61.) und Malte Adden (67.) sogar noch zwei Eigentore. Dazwischen gelang aber Justin Gauger noch der zweite Treffer für den ASV. Den Schlusspunkt setzte Adrian Voigt mit einem herrlich verwandelten Freistoß zum 10:2-Endstand. „In der ersten Halbzeit war richtig viel Tempo und Feuer drin. So habe ich mir das vorgestellt. Wir wollten hier unser Pressing spielen und eine gute Einheit absolvieren. Das ist uns gelungen und wenn wir dann zehn Tore schießen, ist das völlig in Ordnung“, resümierte Rainer Seibert gewohnt zurückhaltend.

Trotz der hohen Niederlage sah ASV-Trainer Jörg Franke keinen Grund zur Sorge. „Das Ergebnis spielt keine Rolle. Wir haben bisher eine sehr gute Vorbereitung gespielt und viele Spiele gewonnen. Es war zum richtigen Zeitpunkt ein richtig guter Gegner. Ohe war richtig heiß und griffig. Vielleicht hätten es ein, zwei Tore weniger sein können, aber insgesamt war das völlig in Ordnung von uns“, bilanzierte der Coach.

Philipp Fischer feiert Comeback nach 158 Tagen – Seibert: „Das freut mich unheimlich.“

FCVO-Stürmer Philipp Fischer. Foto: Zerbian

Neben dem erfolgreichen Premierenspiel im Jahr 2018 gab es für den FCVO noch eine weitere erfreuliche Nachricht. Stürmer Philipp Fischer stand nach 158 Tagen (10 Minuten Spielzeit gegen den SVNA am 15.09.17) zum ersten Mal wieder auf dem Platz. „Es war ein gutes Gefühl, endlich wieder zu spielen und ich bin sehr froh, dass ich zurück bin“, strahlte der 26-Jährige. Dass er seine lang anhaltenden Rückenprobleme vollständig auskuriert hat, bewies er in der vierten Spielminute, als er in gewohnter Art und Weise seine Gegenspieler stehen ließ und in den Strafraum drängte. Doch nur ASV-Schlussmann Julian Brandt stand einem Fischer-Treffer beim Comeback im Weg. „Es freut mich unheimlich, dass Philipp zurück ist. Er ist für mich einer der besten Stürmer in der Amateur-Klasse. Er ist so eklig am Ball. Gegen den möchte ich auch nicht spielen“, freute sich Trainer Seibert über die Rückkehr seines Offensivspielers.

ASV: Brandt (60.Donath); Röner (72. Schenke), Kautz, Adden (72. Rüdian), Rüdian (46. Gauger); Dell, Ehmke (61. Herrmann), Schwenke, Kretschel (72. Nennstiel); Vermehren, Funk (60. Heinze)
FCVO: Jordan; Lang (56. Karakas), Liebermann (42. von Knebel), Gläser (73. Lang), Schenkenberg; R. Seibert (46. Johnsen), Karakas (46. Khushhal); Anton (46. M. Ohl), Kaufmann (52. Gassman), Braesen (46. Spreer); Fischer (46. Voigt)