Oher Standard-Könige schlagen zu! Pleite zum Abschied für SVA-Ligaobmann Mohr

SVA-Keeper Golinske schnappt sich den Ball in der Luft. Foto: Zerbian

SV Altengamme – FC Voran Ohe 1:2 (0:0)
Landesliga Hansa, 3. Spieltag (Sa., 11.08.18, 15 Uhr)

Besonders für einen tat Jörn Geffert, Trainer des Landesligisten SV Altengamme, die 1:2-Pleite gegen den FC Voran Ohe leid. Seinen erst 20-jährigen Ligaobmann Philipp „Flippo“ Mohr zieht es am 20. August für fünf Monate aufgrund seines Auslandsemesters nach Kalifornien/USA. Dementsprechend war das Duell mit Ohe für „Flippo“ („Ich wünsche mir einen Sieg zum Abschied!“) das letzte am heimischen Gammer Weg. „Er ist ein unfassbarer Mensch, der hier auf dem Dorf für professionelle Strukturen sorgt. Natürlich war sein Abschied vorab ein Thema bei uns“, lobte Trainer Geffert seinen Obmann. Anders positionierte sich der SVA-Trainer in Bezug auf die Leistung seiner Mannschaft. „Die Niederlage ist diesmal okay. Uns fehlt die Leichtigkeit und wir treffen zu viele Fehlentscheidungen“, analysierte Geffert.

Marco Schulz (li.) gegen Ohes Martin Schröder. Foto: Zerbian

Von Beginn an spielten vor allem die hochmotivierten Gäste aus Ohe, die besser als der SVA mit dem starken Wind auf dem ungeschützten Rasenplatz am Gammer Weg klar kamen. Die beste Gelegenheit, die fünf Tage zuvor kassierte Pokalpleite (2:3) früh in Vergessenheit geraten zu lassen, hatte Robin Woost. Der Oher Offensivakteur umkurvte Altengammes Schlussmann Alexander Golinske – doch der Winkel wurde zu spitz (12.). Marco Pflugs Freistoß parierte Golinske (17.). Fortan dominierte nicht etwa eine der beiden Mannschaften, sondern der immer stärker werdende Wind das Geschehen am Gammer Weg.

Erst nach einer Stunde wurde das Duell wieder hitzig und interessant. FCVO-Kapitän Daniel Walek, der sich am zweiten Pfosten positioniert hatte, köpfte den Ball nach einer Woost-Ecke ans Lattenkreuz. Kurz darauf rächten die Hausherren diese liegen gelassene Großchance. Ein flach ausgeführter Freistoß von Patrick Bierwagen von der rechten Strafraumkante flog an allen Spielern vorbei und fand Sandro Schraub am zweiten Pfosten, der aus zwei Metern einschob (64.). Der SVA-Stürmer lief im Sprint zu seinem Ligaobmann Mohr und bejubelte mit dem 20-Jährigen das 1:0. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt – und sollte am Ende doch auf dem Boden sein.

SVA: Erst Gelb-Rot, dann zwei Gegentore kassiert

Hockend nach dem 1:1-Gegentor: Philipp Mohr. Foto: BOLZJUNGS

Nach einem Lattentreffer von Bierwagen (75.) schwächten sich die Altengammer dann selbst. Der bereits verwarnte Sebastian Peters ließ sich zu einer Schwalbe im Strafraum hinreißen und kassierte folglich die Ampelkarte (76.). Anschließend nahm das Schicksal aus Sicht des SVA seinen Lauf. Der wenige Sekunden zuvor eingewechselte Markus Putfarcken sorgte nach einer Oher Ecke per Kopf mit seinem Eigentor für das 1:1 (79.). Für den Siegtreffer sorgte dann Phillip Lang – ebenfalls nach einer Ecke – aus dem Gewühl heraus (90.+1). „Zur Zeit ist das mit den vielen Standardtoren bei uns nunmal so. Aber du musst die Dinger ja auch erstmal reinmachen. Da war viel Glück mit dabei“, wusste Ohes Trainer Rainer Seibert, der sich damit auf die Treffer aus den vorherigen Duellen gegen Düneberg und Altengamme im Pokal sowie Dersimspor in der Liga bezog, ebenso wie sein Gegenüber. „Mit den Standards und ihren großen, kräftigen Spielern sind sie richtig gut. Uns hat dagegen die Struktur gefehlt und wir haben zu viele falsche Entscheidungen getroffen“, ärgerte sich SVA-Trainer Jörn Geffert.

SVA: Golinske; Böttcher, Scheu, Schulz; Peters, Czech; K. Herzberg (68. Reinhardt), Alpen (46. Reimers), Bierwagen; Heitmann, Schraub (78. Putfarcken)
Ohe: Thomä; Schenkenberg, Walek, Stritzke, Gläser; Pflug (67. Bressel), Schröder; Braesen (67. Sandig), Woost, Lang; Andersson (77. Gordon)

Einige Impressionen zum Landesliga-Duell von Wilfried Zerbian: