Pokal-Paket: OSV schlägt Meiendorf erneut – SVB siegt nach Elfmeterschießen

OSV-Keeper Thorben Joost (in blau, hier gegen Abiola Folarin) entwickelte sich zu einem der Matchwinner gegen den MSV. Foto: Uta Jerasch

Die dritte Runde des Hamburger ODDSET-Pokals stand an, ein Großteil der Partien wurde gestern Abend ausgetragen. Die eine oder andere Überraschung gab es bereits in Runde eins und zwei – und jetzt sollten einige weitere hinzukommen! Während Oberligist Buchholz 08 den Regionalliga-Absteiger Altona 93 aus dem Pokal kegelte, kam es in Oststeinbek noch zum Erstrunden-Duell des OSV gegen den Meiendorfer SV. Außerdem duellierten sich die Landesligisten SV Altengamme und Voran Ohe, der Bezirksligist SV Börnsen empfing den klassenhöheren SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt und der Titelverteidiger TuS Dassendorf bekam es mit SVCN-Bezwinger Hamm United zu tun.

Auf das Sportliche konzentriert – OSV gelingt gegen Meiendorf erneut die Sensation

Oststeinbeker SV – Meiendorfer SV 1:0 (0:0)
ODDSET-Pokal, Neuansetzung der 1. Runde (Di., 07.08.18, 19.30 Uhr)

Unschöne, undisziplinierte Szenen, wie es sie im ersten Aufeinandertreffen des Bezirksligisten Oststeinbeker SV und dem Oberligisten Meiendorfer SV in Runde eins des ODDSET-Pokals gegeben hatte, sollten im angesetzten Wiederholungsspiel – der MSV hatte wegen einer Roten Karte für OSV-Stürmer Erdinc Örün in der Freizeitliga geklagt – auf keinen Fall erneut vorkommen. Denn eigentlich „pflegen die beiden Teams ein gutes Verhältnis“, wie Oststeinbeks Pressesprecher Mathias Reß vor dem erneuten Wiedersehen gegenüber BOLZJUNGS erklärte. So kamen die befreundeten OSV-„Co“ Alexander Kaya und Meiendorfs Übungsleiter Baris Saglam auf die Idee, nach dem Duell gemeinsam zu grillen. „Das ist aber leider nicht umsetzbar, da wir ab 21.30 Uhr wegen den Anwohnern ruhig sein müssen und zudem mit zahlreichen Zuschauern rechnen“, verriet Reß die Gründe für die Absage.

OSV-Siegtorschütze Marcel Meyer (in rot-weiß) gegen Kevin Heitbrock (MSV). Foto: Uta Jerasch

Über 90 Minuten (bzw. 98 inklusive Nachspielzeit) gesehen war auf dem Platz kein Klassenunterschied zu sehen, da waren sich die Experten am Meessen nach dem Schlusspfiff einig. „Die größeren Spielanteile lagen aber bei uns“, ordnete Reß ein. Die Meiendorfer haben sich auf das Konterspiel konzentriert, scheiterten aber an dem überragend aufgelegten OSV-Keeper Thorben Joost. „Eine wahnsinnig gute Leistung!“, betonte Pressesprecher Reß weiter. Das Tor des Tages gelang dem Oststeinbeker Marcel Meyer nach einem langen Flankenball von rechts durch Kevin Lauppe (50.). „Am Ende brauchen wir uns nicht wundern, dass wir verlieren, wenn wir unsere Chancen, die wir uns herausgespielt haben, nicht nutzen“, betonte MSV-Trainer Baris Saglam gegenüber Fussifreunde.

Nach den zahlreichen Verhandlungstagen (s. ersten Abschnitt) sind sie beim OSV nun glücklich, dieses ganze Thema abhaken zu können. „Verdienter kann man nicht in die nächste Runde einziehen“, sagte Reß abschließend, ehe er sich zu den Feierlichkeiten verabschiedete. Und das Thema Fairness und Sportlichkeit, das in Spiel eins das allgegenwärtige Thema war? Nicht erwähnenswert, denn das zweite Aufeinandertreffen war ein faires, das von dem Regionalliga-Schiedsrichter Fabian Porsch (Barsbütteler SV) souverän geleitet worden ist. Lediglich nach dem Schlusspfiff kam es zu einem kleineren Wortgefecht.

Nun wartet auf die Oststeinbeker in der nächsten Runde ein Auswärtsspiel beim Kreisligisten TSV Reinbek, der überraschend den SV Nettelnburg/Allermöhe aus dem Pokal bugsierte. Reß: „Daher werden wir das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen!“

OSV: Joost; Lauppe, Marg, Köksal, Youness Sbou (75. Sejdi); Fehlandt, M. Sbou ; Frers (Mike Meyer), Voigt (84. Örün), Youssef Sbou; Marcel Meyer
MSV: Alberti; Rosseburg, Hoffmann (83. Hoti), Hallmann, Heitbrock; Varela Monteiro, Kepceoglu, Fedai, Schön (80. Shirdel); Folarin (63. Düzel), Sara

Pokalkrimi am Hamfelderedder! Börnsen schlägt Vorwärts-Wacker nach Elfmeterschießen 7:6!

SV Börnsen – SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt 7:6 n.E. (HZ: 1:0, Nach 90 Min.: 2:2)
ODDSET-Pokal, 3. Runde (Di., 07.08.18, 19.30 Uhr)

Christian Pinnow hämmert den Ball vom Elfmeterpunkt in den rechten oberen Winkel! Ein riesiger Aufschrei um 22.15 Uhr am Hamfelderedder in Börnsen! Alle Spieler und Offizielle des Bezirksligisten SVB sprinten zu den sich in den Armen liegenden Pinnow und Torwart Mischa Sund, die bereits vor den Edelfans der „Havana-Bande“ sowie den restlichen Börnsener Anhängern jubeln. Soeben hatten die klassentieferen Börnsener den Oberliga-Absteiger SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt mit 7:6 nach Elfmeterschießen aus dem Pokal geschossen – wobei es zuvor lange nach einem klaren Sieg der Gäste ausgesehen hatte.

Der Börnsener Jubelkreis. Foto: Privat

Die regulären 90 Spielminuten waren ausgeglichene, auf beiden Seiten konnten offensiv immer wieder Nadelstiche gesetzt werden, zumeist wurde jedoch mit langen Bällen agiert. Eben so entstand das 1:0 für den SVB, der gegenüber dem 4:1-Punktspielsieg gegen den ETSV Hamburg gleich sieben Veränderungen vorgenommen hatte (SVB-Trainer Dennis Tesch: „Es gibt eine ganze Menge Leute, die sich empfohlen haben. Derzeit befinden wir uns in einer sehr komfortablen Situation.“). Patrick Steffens trat zum Freistoß an, in dem Gewusel im Strafraum reagierte Peer Stenner am schnellsten und sorgte für die frühe 1:0-Führung (18.). In der fair geführten Partie – nur zwei Gelbe Karten auf Seiten der Börnsener – blieb es lange ruhig, die Gastgeber kamen zu Aluminiumtreffern, die Billstedter ebenfalls zu guten Gelegenheiten. Doch erst der eingewechselte SVB-Mittelfeldspieler Joshua Wolter sorgte für die – vermeintliche – Vorentscheidung und erhöhte in der 82. Minute auf 2:0. Doch dabei sollte es nicht bleiben! Brandel Crentsil (85.) und SVB-Keeper Mischa Sund per Eigentor in der vierminütigen Nachspielzeit (90.+2) sorgten für eine Verlängerung.

In dieser gingen es beide Teams, auch den Temperaturen geschuldet, etwas ruhiger an. Die Gastgeber kamen durch Abdul Alsuofi noch zu einem erfolglosen Pfostentreffer, sodass es nach 120 Minuten ins Elfmeterschießen ging – in der Folge sollte sich ein wahrer Pokalkrimi entwickeln! Positiv begann es für die Gastgeber bei der Seitenwahl. Denn geschossen wurde auf das Tor unmittelbar vor den Heimfans auf dem „Meckerhügel“, die statt zu meckern ihr Team aber fortan lautstark anfeuerten.

Während die ersten drei Billstedter Akteure (Kevin Dülsen, Sid Ziskin, Kim Liebermann) eiskalt verwandelten, scheiterten Börnsens Patrick Steffens und Christopher Kleinert an dem in der 120. Minute eingewechselten Keeper Ubai El Kahil. Das Weiterkommen des SC Vorwärts-Wacker schien besiegelt. Doch es kam alles anders! Börnsens eigentlicher Kapitän Marcel Hamester verwandelte zum 3:5. Es folgten zwei verschossene Billstedt-Elfmeter – SVB-Torwart Sund parierte einmal, der andere Versuch ging über den Querbalken – sowie zwei SVB-Treffer von Joshua Wolter und Alexander Tamm. 5:5! Es ging somit ins Eins-gegen-Eins.

Bei diesem trafen erst Michael Adjei-Bediako für „Wacker“ und Abdul Alsuofi für die Gastgeber. Im Anschluss setzte Billstedts Kapitän Alexander Bogunovic den Ball an die Latte und der bereits angesprochene Christian Pinnow folgte mit der Entscheidung. Der Rest war auf Seiten der Börnsener dann pure Freude! „Das war aufregend! Die Spannung war komplett da und die Stimmung hat sich dann mit dem entscheidenden Treffer explodierend gelöst“, gab SVB-Coach Tesch Einblicke in seine Gefühlswelt, ehe er die Edel-Zuschauer lobte: „Die Havana-Bande gehört in die Elf des Tages! Sie haben uns ganz besonders in der Schlussphase und dem Elfmeterschießen angepeitscht.“

Börnsens Neuer Tim Spreer. Foto: Ohe

Am Rande des Pokalspiels verkündeten die Offiziellen des SV Börnsen, dass mit Tim Spreer – nach Pokalheld Christian Pinnow – der zweite externe Neuzugang verpflichtet werden konnte. Der 19-Jährige kommt offiziell vom Landesligisten FC Voran Ohe, stand zwischenzeitlich beim abgemeldeten SV Curslack-Neuengamme II auf der Kaderliste. SVB-Trainer Tesch: „Das ist ein Transfer für die Zukunft. Wir haben einige ältere Spieler im Kader, die wohl nicht mehr drei Jahre noch spielen werden. Wobei ich auch sagen muss und kann, dass wir mit Tim sicherlich niemanden für die Bank verpflichtet haben.“

SVB: Sund; Schardt (116. Tamm), Pinnow, Senkpiehl, Rutkowski; Stenner (64. Kleinert), Schmidtchen; Alsuofi, Steffens, Bern (56. Wolter); Lorenz (56. Hamester)
V-W: Haupt (120. El Kahil); Liebermann, Bogunovic, Crentsil; Dülsen, Ludwig; Ziskin, Ileri, Ludwig, Gökmen (72. Delireisoglu); Abdalla (62. Adjei-Bediako)

Dassendorf: Geduld bewahrt – Co-Trainer Petersen: „Wie beim Handball!“

Hamm United – TuS Dassendorf 1:2 (0:0)
ODDSET-Pokal, 3. Runde (Di., 07.08.18, 19.00 Uhr)

„Ein Feuerwerk war es nicht, aber am Ende springt das bekannte Pferd halt trotzdem über die Hürde“, fassten die Verantwortlichen des Titelverteidigers TuS Dassendorf das Pokalspiel beim Hamm United FC, immerhin Zweitrunden-Bezwinger des SV Curslack-Neuengamme, auf ihrer Facebook-Seite zusammen. Gegen den gut verstärkten Landesligisten – im Sommer verpflichtete der HUFC Spieler wie Jan Landau (SVCN) und Moritz Mandel (Rahlstedt) – zählte am Ende schlichtweg eben nur das Weiterkommen. Und dank eines Doppelpacks von Top-Neuzugang und Ex-Profi Mattia Maggio (49., 59.) setzte sich die TuS bei einem Gegentreffer von Stephan Rahn zum 1:2 (82.) am Ende dann auch durch. Dassendorfs Sven Möller (77.) und Hamms Robert Pietruschka (84.) sahen jeweils noch die Gelb-Rote Karte.

Dassendorfs Co-Trainer erinnerte das Duell an eine andere Sportart: „Wir mussten Geduld bewahren, denn Hamm stand mit elf Mann hinten drin. Das war wieder einmal wie beim Handball. Die ersten 75 Minuten hatten wir bestimmt 90% Ballbesitz. Wir brauchten immer volle Konzentration, um uns keinen Konter einzufangen. Wir haben das Spiel über den weitesten Zeitraum dominiert. Das Tor zum 1:0 war der Dosenöffner für uns. Dann machen wir nach dem 2:0 das dritte Tor per direktem Freistoß, der Linienrichter zeigte zur Verwunderung aller aber Abseits an. Nach dem 1:2 wurde es noch einmal ein bisschen eng und man hat gemerkt, dass Hamm noch auf das 2:2 gehen wollte, aber wir haben es gut verteidigt und letztlich verdient über die Zeit gebracht.“

Bildergebnis für tus dassendorf logo pngDas allgegenwärtige Thema war an diesem Abend im Hammer Park aber vielmehr die Ansetzung des Pokal-Krachers auf Dienstag- statt Mittwochabend. Der gastgebende HUFC wollte die Partie gerne einen Tag später austragen, da es im Vorfeld platzbedingte Probleme auf der Anlage gegeben hatte. Nach einer ursprünglichen Einigung setzte der Hamburger Fußball-Verband das Duell dann doch auf Dienstag. Und so musste Hamms Trainer Sidnei Marschall auf Marcel Schwarck und Simon Yücel berufsbedingt verzichten. Doch nach dem knappen Weiterkommen der TuS dürfte dieses Thema wohl schnell ad acta gelegt werden.

HUFC: Graudenz; Kauth, Pietruschka, Simon (67. Seifert), Weber; Rahn; Landau, Kamalow, Schirosi, Patrin; Ayim (67. Gruhle)
TuS: Gruhne; Warmbier, Karikari, Lenz; Büchler, Aust, Louca (59. Kurczynski), Dittrich (82. Carolus); Hinze (65. Saqib), Möller; Maggio

SVA bezwingt Voran Ohe 3:2 dank 50 Meter-Treffer durch Marco Schulz

SV Altengamme – FC Voran Ohe 3:2 (1:1)
ODDSET-Pokal, 3. Runde (Di., 07.08.18, 18.30 Uhr)

Zweimal innerhalb von fünf Tagen treffen der SV Altengamme und der FC Voran Ohe am Gammer Weg aufeinander. Ehe es am Sonnabend in der Landesliga Hansa zum Duell kommt, bei dem im Anschluss die Saisoneröffnung stattfindet und zudem Ligamanager Philipp Mohr sein vorerst letztes Duell am heimischen Gammer Weg erlebt (geht für fünf Monate studienbedingt nach Kalifornien/USA), standen sich die Teams gestern in der dritten Runde des ODDSET-Pokals gegenüber – das bessere Ende fand dabei der Gastgeber SVA mit einem 3:2-Erfolg für sich.

Den besseren Start erwischten dabei aber die Gäste. Philipp Lang traf nach einer Ecke von Marco Pflug früh zum 1:0 (13.), Altengammes Matthies Detjens egalisierte (21.). Danach war es bis zum Pausenpfiff ein Duell auf Augenhöhe, das im zweiten Abschnitt dann der SVA an sich riss, wie Ligamanager Philipp Mohr empfand. Sandro Schraub per Volley-Direktabnahme (56.) und Marco Schulz aus – Achtung! – „gut 50 Metern“ (Mohr) (76.) schraubten das Ergebnis in die Höhe. „Überragend!“, bewertete Ligaobmann Mohr. Erneut Lang war es, der noch einmal auf 2:3 verkürzte. Doch an dem Weiterkommen des SVA änderte dies auch nichts mehr. „Es lief bei uns wie gehabt: In der  1.Hälfte hätten wir den Sack zubinden können. Aber wir verwerten unsere Chancen nicht konsequent genug!“, ärgerte sich FCVO-Coach Rainer Seibert, der zudem feststellte: „Auch fehlte bei einigen Spielern die nötige Spannung!“ Sein Gegenüber Jörn Geffert ist nun auf das Duell am Sonnabend in der Liga gespannt, betonte zum geglückten Pokalerfolg: „Ein klar verdienter Sieg!“

Der SVA musste berufsbedingt aufgrund der frühen Anstoßzeit (18.30 Uhr) einige Veränderungen vornehmen. Die eigentlichen Stammkräfte Philipp Alpen, Dominik Scheu und Niko Reimers trafen erst kurz vor Anstoß ein. „Wir wollten aber unbedingt auf Rasen spielen, sodass wir das eben so hinnehmen mussten“, erklärte Ligamanager Mohr abschließend.

SVA: Schwartz; Schulz, Peters, Böttcher; Voß (46. Scheu), Detjens (68. Puttfarcken); Obrembalska, Bierwagen, K. Herzberg; Heitmann (70. Zeyns), Schraub
Ohe: Malik; Schenkenberg, Walek, Sulinski, Gläser (59. Andersson); Schröder, Sandig (54. Karakas), Bressel (46. Gordon), Pflug; Lang, Braesen

Eine Bildergalerie zum Duell SV Altengamme – FC Voran Ohe von Wilfried Zerbian: