SC Wentorf-Trainer Slavec Rogowski: „Der Titz-Effekt kam bei uns früher“

SC Wentorf-Trainer Slavec Rogowski ist mit dem achten Platz zufrieden. Foto: Herzog

Angesprochen auf sein Zitat reagierte er mit einem Schmunzeln. Für das Sonderheft Anstoß der Bergedorfer Zeitung für die Saison 2017/18 sagte Slavec Rogowski damals: „Wir wollen nicht der HSV 2.0 sein“. Zwölf Monate später kann der Trainer des SC Wentorf mit bestem Gewissen sagen: „Wir waren nicht der HSV 2.0“. Denn im Gegensatz zum Hamburger SV haben die Wentorfer die Klasse gehalten. Wobei der Übungsleiter des Bezirksligisten eine Einschränkung vornehmen muss. „In der Hinrunde waren wir lange der HSV 2.0. Doch bei uns kam der Titz-Effekt, der beim HSV drei bis vier Spiele zu spät kam, etwas früher und zum richtigen Zeitpunkt. Deswegen haben wir es besser gemacht als der HSV“, vergleicht ein zufriedener Coach den SCW mit seinem „Herzensverein“.

Nach einer „bombastischen Vorbereitung“, die bei den Spielern zur Lockerheit und Euphorie führte, ging zum Saisonstart beim SCW aber nichts mehr. Die ersten vier Partien gingen allesamt verloren. „Über die Hinrunde wollen wir gar nicht sprechen. Da haben wir viel Lehrgeld bezahlt und einen langen Leidensweg genommen“, betont der 36-Jährige. Dennoch gab es auch in der Hinserie zwei Lichtblicke. Einem 5:0-Auswärtssieg beim SV Börnsen folgte drei Wochen später ein 6:1-Erfolg gegen den ASV Hamburg. Insgesamt blieben die Gelb-Schwarzen im ersten Halbjahr aber sehr torungefährlich. Nur 22 Treffer konnte die Rogowski-Equipe in 14 Spielen erzielen.

Genau dieser Fakt war es, der den Übungsleiter dazu bewog, sein System in der Winterpause umzustellen. „In der Analyse ist uns aufgefallen, dass wir in der Hinrunde in den letzten 30 Minuten immer offensiver umgestellt haben. Das klappte dann besser. Deswegen haben wir uns entschlossen, in der Rückrunde offensiver und mit einem mutigen Umschaltspiel zu agieren“, erklärt Rogowski. So ging der SCW nicht mehr mit einem 4-1-4-1 sondern mit einem 4-4-2 System in die Partien, welches fast wie ein 4-3-3 interpretiert wurde. „Zu Beginn der Saison wollte ich meinen Plan mit viel Ballbesitz und Kontrolle umsetzen. Doch wir mussten torgefährlicher werden“, begründet der Coach seinen Systemwechsel.

Durch diese Veränderung bekamen einige Spieler in der Wintervorbereitung komplett neue Aufgaben von ihrem Coach. „Am Anfang haben wir die Spieler da eingesetzt, wo wir sie sehen wollen. In der Rückrunde haben wir sie aber dort aufgestellt, wo sie am stärksten sind“, erklärt der Coach. Der Systemwechsel kam zum Tragen. In zehn Partien in 2018 holten die Wentorfer 21 Punkte und erzielten in der Rückrunde 31 Tore. Nur vier Teams gelangen mehr Treffer. „Unter dem Strich sind wir mit der Saison zufrieden. Der achte Platz ist die beste Platzierung in der Bezirksliga, die wir je hatten“, freut sich Rogowski. Und der HSV? „Dem wünsche ich ganz viel Kraft, Geduld und vor allem Rückhalt der Stadt, um den direkten Wiederaufstieg in die geliebte Bundesliga zu schaffen“, blickt der HSV-Fan voraus.